ADHS : Sym­ptome, Ursa­chen und Behand­lung

ADHD steht für Atten­tion Defi­cit Hyper­ac­ti­vity Dis­or­der. ADHD unter­schei­det ADHD oft zwi­schen Hyper­ak­ti­vi­tät (ADHD) und ohne Hyper­ak­ti­vi­tät (ADD).

Was ist ADHS ?

In den sieb­zi­ger Jah­ren began­nen die Wis­sen­schaft­ler, den Begriff Auf­merk­sam­keits­de­fi­zit (Hyper­ak­ti­vi­täts­stö­rung), ADHS, zu ver­wen­den, um die Sym­ptome zu beschrei­ben. Obwohl die meis­ten Beschwer­den oft mit Kin­dern zusam­men­hän­gen, ist bekannt, dass Sym­ptome wie Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­che, Impul­si­vi­tät und Über­ak­ti­vi­tät bis ins Erwach­se­nen­al­ter anhal­ten. Rela­tiv wenige der Erwach­se­nen wer­den als sol­che dia­gnos­ti­ziert oder behan­delt. Sie kön­nen immer noch mit Medi­ka­men­ten (wie Rita­lin, Con­certa oder Strat­tera) und / oder Neu­ro­feed­back behan­delt wer­den.

ADD mit Hyper­ak­ti­vi­tät (ADHD)

ADD mit Hyper­ak­ti­vi­tät wird durch einen Man­gel an Kon­zen­tra­tion, Impul­si­vi­tät und Hyper­ak­ti­vi­tät ange­zeigt, der vor dem sieb­ten Lebens­jahr beginnt, min­des­tens sechs Monate andau­ert und nicht auf andere psych­ia­tri­sche Stö­run­gen oder Umwelt­ein­flüsse, wie z.B. die Reak­tion auf Pro­bleme im fami­liä­ren Umfeld, zurück­zu­füh­ren ist.

ADD ohne Hyper­ak­ti­vi­tät (ADD)

Das Haupt­merk­mal von ADD ohne Hyper­ak­ti­vi­tät ist ein deut­li­cher Kon­zen­tra­ti­ons­man­gel. Stu­dien an Kin­dern mit die­ser Dia­gnose zei­gen, dass sie oft unter Angst und Lern­pro­ble­men lei­den. Obwohl keine Stu­dien an Erwach­se­nen mit die­ser Erkran­kung durch­ge­führt wur­den, wird ange­nom­men, dass ADD ohne Hyper­ak­ti­vi­tät eine andere Wir­kung hat als ADD mit Hyper­ak­ti­vi­tät. Letz­te­res zeigt mehr Ver­hal­tens­pro­bleme im Zusam­men­hang mit gegen­sätz­li­chen Ver­hal­tens­stö­run­gen und Ver­hal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten.

Merk­male von Erwach­se­nen mit ADHS

Erwach­sene mit die­ser Erkran­kung, ins­be­son­dere sol­che, die nicht dia­gnos­ti­ziert und behan­delt wer­den, kön­nen an einer Reihe von Pro­ble­men lei­den, von denen einige direkt durch ADHS und ande­res kom­pen­sa­to­ri­sches Ver­hal­ten im Zusam­men­hang mit ADHS ver­ur­sacht wer­den. Diese Sym­ptome kön­nen natür­lich auch bei Kin­dern mit ADHS auf­tre­ten.

Die Sym­ptome eines Erwach­se­nen mit ADHS kön­nen Fol­gen­des umfas­sen :

- Leicht ablenk­bar
– Chao­tisch sein
– Ver­gess­lich­keit
– Pro­kras­ti­na­tion
– Chro­nisch zu spät kom­mend
– Chro­nisch gelang­weilt
– Angst­zu­stände
– Depres­sio­nen
– Stim­mungs­schwan­kun­gen
– Gerin­ges Selbst­wert­ge­fühl
– Pro­bleme bei der Arbeits­su­che
– Unruhe
– Über­mä­ßi­ger Miss­brauch von Drogen/​Alkohol oder Sucht
– Bezie­hungs­pro­bleme

Die Sym­ptome von ADHS kön­nen situa­tiv oder kon­stant sein. Einige Men­schen mit ADHS kön­nen sich kon­zen­trie­ren, wenn sie inter­es­siert oder auf­ge­regt sind, wäh­rend andere sich nie kon­zen­trie­ren kön­nen. Einige suchen aktiv nach Sti­mu­la­tion, andere ver­mei­den sie so gut wie mög­lich. Einige sind unbe­re­chen­bar, schlecht erzo­gen und spä­ter unso­zial, wäh­rend andere ihr Bes­tes tun, um den Men­schen zu gefal­len. Einige sind extro­ver­tiert, wäh­rend andere sehr intro­ver­tiert sind. Geziel­tes Neu­ro­feed­back kann Men­schen in die­sen Berei­chen fle­xi­bler machen.

Was ver­ur­sacht ADHS ?

Die Ursa­che oder die Ursa­chen von ADHS sind nicht genau bekannt. Wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen zei­gen, dass die Erkran­kung oft gene­tisch über­tra­gen wird. ADHS wird wahr­schein­lich durch eine Kom­bi­na­tion von Fak­to­ren ver­ur­sacht, ein­schließ­lich neu­ro­che­mi­scher Fak­to­ren, gene­ti­scher Fak­to­ren usw. Als Ursa­che wird oft die Gene­tik ange­führt, aber auch Pro­bleme bei der prä­na­ta­len Ent­wick­lung, Geburts­kom­pli­ka­tio­nen oder neu­ro­lo­gi­sche Schä­den kön­nen zu einer ADHS füh­ren. Wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen haben bis­her wenig Hin­weise dar­auf, dass ADHS durch Umwelt­fak­to­ren, über­mä­ßige Zufuhr von Zucker oder Farb­stof­fen, Mit­tel­ohr­pro­bleme oder Pro­bleme mit der Seh­kraft ver­ur­sacht wird.

In letz­ter Zeit wird immer deut­li­cher, dass es einen Zusam­men­hang zwi­schen spä­tem Ein­schla­fen und ADHS gibt. Dies ist nicht die Ursa­che für alle ADHS-Pati­en­ten, son­dern wahr­schein­lich eine beträcht­li­che Anzahl von etwa 70 – 80%. Im Rah­men der For­schung wird auch wei­ter erforscht, und in die­ser For­schung fin­den Sie auch wei­tere wis­sen­schaft­li­che Infor­ma­tio­nen über die ver­schie­de­nen Sub­ty­pen von ADHS und ihre Bezie­hung zum Schlaf.

Wie häu­fig ist ADHS bei Erwach­se­nen ?

Wie oft ADHS bei Erwach­se­nen auf­tritt, ist unbe­kannt, es gibt wenig For­schung über ADHS bei Erwach­se­nen. Die durch­ge­führte For­schung zeigt, dass ADHS bei Män­nern und Frauen glei­cher­ma­ßen auf­tritt. Von den Kin­dern, bei denen wäh­rend der Grund­schul­zeit ADHS dia­gnos­ti­ziert wurde, haben etwa zwei Drit­tel noch Ver­hal­tens­pro­bleme in der Puber­tät. Wäh­rend die­ser Zeit tre­ten auch Lern- und emo­tio­nale Pro­bleme im Zusam­men­hang mit ADHS auf. Etwa die Hälfte bis ein Drit­tel die­ser Jugend­li­chen haben noch ADHS-Sym­ptome, die bis ins Erwach­se­nen­al­ter andau­ern.

Warum eine Dia­gnose von ADD/ADHS bei Erwach­se­nen ?

Die Iden­ti­fi­zie­rung von ADHS im Erwach­se­nen­al­ter und ein gutes Manage­ment ihrer Aus­bil­dung und persönlichen/​sozialen Ent­wick­lung erhöht die Wahr­schein­lich­keit eines erfolg­rei­chen Ver­laufs der Sym­pto­ma­tik. Effek­tive Inter­ven­tio­nen kön­nen das Selbst­wert­ge­fühl, die Arbeit, das Ler­nen und die Fähig­kei­ten ver­bes­sern.

Die Dia­gnose ADHS kann einem Erwach­se­nen hel­fen, seine Pro­bleme in die rich­tige Balance zu brin­gen. Diese Men­schen haben oft ein nega­ti­ves Selbst­bild, weil es zu einer Häu­fung von Miss­erfol­gen in der Schule, in ihrem sozia­len Umfeld und bei der Arbeit kommt. Viele von ihnen wer­den von ande­ren auch als „lang­sa­mer Ler­nen­der” bezeich­net. Es wird auch behaup­tet, dass sie eine schlechte Ein­stel­lung oder man­gelnde Moti­va­tion haben. Sie wären unreif, faul, schlam­pig oder ego­zen­trisch. Anstatt ihre Pro­bleme als das Ergeb­nis einer gene­ti­schen oder erwor­be­nen neu­ro­bio­lo­gi­schen Stö­rung zu sehen, haben viele die fal­sche Vor­stel­lung ange­nom­men, dass sie sich selbst die Schuld geben sol­len.