Die Akti­ni­sche Kera­tose

Eine akti­ni­sche Kera­tose ist eine schup­pige oder krus­tige Beule, die sich auf der Haut­ober­flä­che bil­det. Sie wer­den auch als solare Kera­tose, Son­nen­fle­cken oder prä­kanz­e­röse Stel­len bezeich­net. Der­ma­to­lo­gen nen­nen sie „AK’s”.

Sie rei­chen in der Größe von so klein wie ein Steck­na­del­kopf bis zu einem Durch­mes­ser von über einem Zen­ti­me­ter. Sie kön­nen hell oder dun­kel, braun, rosa, rot, eine Kom­bi­na­tion davon oder die glei­che Farbe wie die Haut haben. Die Schup­pen oder Kruste ist horn­ar­tig, tro­cken und rau und wird oft leich­ter durch Berüh­ren als durch Sehen erkannt.

Gele­gent­lich jucken sie oder erzeu­gen ein ste­chen­des oder schmerz­haf­tes Gefühl, beson­ders nach dem Son­nen­ba­den. Sie kön­nen unter Umstän­den ver­schwin­den, nur um spä­ter wie­der auf­zu­tau­chen.

Die Hälfte der Kera­tose geht von selbst weg, wenn man für ein paar Jahre die Sonne mei­det. Man sieht oft meh­rere akti­ni­sche Kera­to­sen gleich­zei­tig auf­tau­chen. Kera­to­sen tre­ten am ehes­ten an son­nen­ex­po­nier­ten Stel­len auf : Gesicht, Ohren, kahle Kopf­haut, Hals, Hand­rü­cken, Unter­arme und Lip­pen. Sie kön­nen flach oder nach außen hin erhöht sein.

Warum ist sie gefähr­lich ?

Die akti­ni­sche Kera­tose kann der erste Schritt in der Ent­wick­lung von Haut­krebs sein und ist daher ein Vor­läu­fer von Krebs oder ein Prä­kar­zi­nom. Es wird geschätzt, dass 10 bis 15 Pro­zent der akti­ven Läsio­nen, die röter und emp­find­li­cher sind als der Rest, den nächs­ten Ent­wick­lungs­schritt machen und zu Plat­ten­epi­thel­kar­zi­no­men fort­schrei­ten kön­nen. Diese Krebs­ar­ten sind in der Regel nicht lebens­be­droh­lich, sofern sie im Früh­sta­dium erkannt und behan­delt wer­den. Wenn dies jedoch nicht geschieht, kön­nen sie blu­ten, ulze­rie­ren, infi­ziert wer­den oder groß wer­den und in das umge­bende Gewebe ein­drin­gen und in 3% der Fälle Meta­sta­sen bil­den oder sich auf die inne­ren Organe aus­brei­ten.

Die aggres­sivste Form der Kera­tose, die akti­ni­sche Chei­li­tis, tritt auf den Lip­pen auf und kann sich zu einem Plat­ten­epi­thel­kar­zi­nom ent­wi­ckeln. In die­sem Fall meta­stasiert etwa ein Fünf­tel die­ser Kar­zi­nome. Das Vor­han­den­sein von akti­ni­schen Kera­to­sen deu­tet dar­auf hin, dass eine Son­nen­schä­di­gung auf­ge­tre­ten ist und dass jede Art von Haut­krebs – nicht nur Plat­ten­epi­thel­kar­zi­nome – ent­ste­hen kann. Men­schen mit akti­ni­scher Kera­tose ent­wi­ckeln eher auch Mela­nome. Die Son­nen­schein­be­las­tung ist die Ursa­che für fast alle akti­ni­schen Kera­to­sen.

Ach­tung vor zu viel Sonne !

Son­nen­schä­den an der Haut sam­meln sich mit der Zeit an. Es ist die lebens­lange Son­nen­ein­strah­lung, nicht die kurz­fris­tige Son­nen­be­strah­lung, die das Risiko erhöht. Es wird ange­nom­men, dass bis zu 80% der Son­nen­schä­den vor dem 18. Lebens­jahr auf­tre­ten. Ultra­vio­lette Strah­len reflek­tie­ren Sand, Schnee und andere reflek­tie­rende Ober­flä­chen ; etwa 80% kön­nen durch Wol­ken drin­gen. Die Ver­rin­ge­rung der Ozon­schicht kann dazu füh­ren, dass mehr ultra­vio­lette Strah­len auf die Erde gelan­gen. Men­schen mit hel­ler Haut, blon­den oder roten Haa­ren, blauen, grü­nen oder grauen Augen sind dem größ­ten Risiko aus­ge­setzt. Da ihre Haut weni­ger Schutz­pig­mente hat, sind sie am anfäl­ligs­ten für Son­nen­brand. Auch dun­kel­häu­tige Men­schen kön­nen eine Kera­tose ent­wi­ckeln, wenn sie sich unge­schützt der Sonne stark aus­set­zen.

Per­so­nen, die durch Krebs-Che­mo­the­ra­pie, AIDS oder Organ­trans­plan­ta­tion immun­sup­pri­miert sind, sind eben­falls einem höhe­ren Risiko aus­ge­setzt. Es scheint, dass, wäh­rend der Kör­per gesund ist, die Läsio­nen in Schach gehal­ten wer­den. Wenn man krank wird, wächst es und wird öfter bös­ar­tig, auch wenn dies noch nicht bewie­sen ist. Da mehr als die Hälfte der Son­nen­ein­strah­lung eines Durch­schnitts­men­schen vor dem Alter von 20 Jah­ren statt­fin­det, tre­ten Kera­to­sen auch bei Men­schen Anfang zwan­zig auf, die zu viel Zeit in der Sonne ver­bracht haben.

Wie wird behan­delt ?

Es gibt eine Reihe von wirk­sa­men Behand­lun­gen zur Besei­ti­gung akti­ni­scher Kera­to­sen. Nicht alle Kera­to­sen müs­sen ent­fernt wer­den. Die Ent­schei­dung, ob und wie zu behan­deln ist, hängt von der Art der Läsion, dem Alter und der Gesund­heit ab.

Die Kryo­chir­ur­gie, eine der häu­figs­ten Behand­lun­gen, friert Läsio­nen durch die Anwen­dung von flüs­si­gem Stick­stoff ein. Dies geschieht mit einem spe­zi­el­len Sprüh­ge­rät oder einem baum­woll­be­stück­ten Appli­ka­tor. Es bedarf kei­ner Betäu­bung und es kommt zu kei­nen Blu­tun­gen. Je län­ger die Stelle ein­ge­fro­ren ist, desto bes­ser ist die Wahr­schein­lich­keit, dass sie nie wie­der zurück­kommt. Län­ge­res Ein­frie­ren kann zu über­pig­men­tier­ten Berei­chen füh­ren.

Eine wei­tere Behand­lung ist die Küret­tage.
Der Arzt kratzt die Läsion ab und kann eine Biop­sie­probe ent­neh­men, um sie auf Mali­gni­tät zu tes­ten. Die Blu­tung wird durch die Anwen­dung einer Säure oder Wärme, die durch eine elek­tri­sche Nadel erzeugt wird, gesteu­ert.

Bei der Rasur-Ent­fer­nung wird ein Skal­pell ver­wen­det, um die Kera­tose zu rasie­ren und eine Probe für den Test zu erhal­ten. Die Basis der Läsion wird zer­stört, und die Blu­tung wird durch Kau­te­ri­sa­tion gestoppt.

Che­mi­sche Pee­lings ver­wen­den Säu­ren (Jess­ners-Lösung und/​oder Tri­chlores­sig­säure), die flä­chen­de­ckend auf­ge­tra­gen wer­den. Die obe­ren Schich­ten der Haut lösen sich ab und wer­den in der Regel inner­halb von sie­ben Tagen durch das Wachs­tum neuer Haut ersetzt. Rötun­gen und Wund­sein ver­schwin­den in der Regel nach weni­gen Tagen.