Alters­be­dingte Maku­la­de­ge­ne­ra­tion

- auch Maku­la­de­ge­ne­ra­tion, AMD oder ARMD genannt – ist die Ver­schlech­te­rung der Makula, die der kleine zen­trale Bereich der Netz­haut des Auges ist, der die Seh­schärfe steu­ert.

Die Gesund­heit der Makula bestimmt unsere Fähig­keit zu lesen, Gesich­ter zu erken­nen, zu fah­ren, fern­zu­se­hen, einen Com­pu­ter zu benut­zen und jede andere Seh­auf­gabe aus­zu­füh­ren, die von uns ver­langt, feine Details zu sehen.

Maku­la­de­ge­ne­ra­tion ist die Haupt­ur­sa­che für Seh­ver­lust bei älte­ren Euro­pä­ern, und auf­grund der Alte­rung der Bevöl­ke­rung in der EU wird erwar­tet, dass die Zahl der von AMD betrof­fe­nen Men­schen in den kom­men­den Jah­ren deut­lich zuneh­men wird.

Laut einer aktu­el­len Stu­die haben etwa 6,5 Pro­zent der Euro­päer im Alter von 40 Jah­ren und älter einen gewis­sen Grad an Maku­la­de­ge­ne­ra­tion. Andere Unter­su­chun­gen deu­ten dar­auf hin, dass es in der EU im Jahr 2020 9,1 Mil­lio­nen Fälle von frü­her AMD gab, und diese Zahl wird sich bis zum Jahr 2050 vor­aus­sicht­lich auf 17,8 Mil­lio­nen erhö­hen.

AMD ist am häu­figs­ten in der älte­ren Bevöl­ke­rung anzu­tref­fen und betrifft mehr als 14 Pro­zent der Euro­päer ab 80 Jah­ren. Unter den Ame­ri­ka­nern ab 50 Jah­ren betrifft die fort­ge­schrit­tene Maku­la­de­ge­ne­ra­tion 2,1 Pro­zent die­ser Gruppe.

Nasse und tro­ckene For­men der Maku­la­de­ge­ne­ra­tion

Die Maku­la­de­ge­ne­ra­tion wird ent­we­der tro­cken (nicht-neo­vasku­lär) oder nass (neo­vasku­lär) dia­gnos­ti­ziert. Neo­vasku­lär
bezieht sich auf das Wachs­tum neuer Blut­ge­fäße in einem Bereich, wie der Makula, wo sie nicht sein soll­ten.

Die Maku­la­de­ge­ne­ra­tion betrifft vor allem das zen­trale Seh­ver­mö­gen und ver­ur­sacht „blinde Fle­cken” direkt in unse­rem Sicht­feld.

Die Tro­cken­form ist häu­fi­ger als die Nass­form, wobei etwa 85 bis 90 Pro­zent der AMD-Pati­en­ten mit tro­cke­ner AMD dia­gnos­ti­ziert wer­den. Die feuchte Form der Erkran­kung führt in der Regel zu einem stär­ke­ren Seh­ver­lust.

Tro­ckene Maku­la­de­ge­ne­ra­tion (nicht-neo­vasku­lär).

Die tro­ckene AMD ist ein frü­hes Sta­dium der Erkran­kung und kann durch das Altern und Ver­dün­nen von Maku­la­ge­webe, die Abla­ge­rung von Pig­men­ten in der Makula oder eine Kom­bi­na­tion der bei­den Pro­zesse ent­ste­hen.

Die tro­ckene Maku­la­de­ge­ne­ra­tion wird dia­gnos­ti­ziert, wenn gelb­li­che Fle­cken, die als Dru­sen bekannt sind.
begin­nen, sich in und um die Makula anzu­häu­fen. Es wird ange­nom­men, dass es sich bei die­sen Stel­len um Abla­ge­run­gen oder Trüm­mer aus ver­fal­len­dem Gewebe han­delt.

Ein all­mäh­li­cher zen­tra­ler Seh­ver­lust kann bei tro­cke­ner Maku­la­de­ge­ne­ra­tion auf­tre­ten, ist aber in der Regel nicht annä­hernd so schwer­wie­gend wie bei feuch­ter AMD. Eine tro­ckene AMD über einen Zeit­raum von Jah­ren kann jedoch lang­sam zur spä­ten geo­gra­fi­schen Atro­phie (GA) über­ge­hen – ein all­mäh­li­cher Abbau der Netz­haut­zel­len, der auch zu schwe­rem Seh­ver­lust füh­ren kann.

Nasse Maku­la­de­ge­ne­ra­tion (neo­vasku­lär).

In etwa 10 Pro­zent der Fälle ent­wi­ckelt sich die tro­ckene AMD zur fort­ge­schrit­te­ne­ren und schäd­li­che­ren Form der Augen­er­kran­kung. Bei einer feuch­ten Maku­la­de­ge­ne­ra­tion wach­sen neue Blut­ge­fäße unter der Netz­haut und es tritt Blut und Flüs­sig­keit aus. Diese Leckage ver­ur­sacht dau­er­hafte Schä­den an licht­emp­find­li­chen Netz­haut­zel­len, die abster­ben und blinde Fle­cken im zen­tra­len Seh­ver­mö­gen erzeu­gen.

Cho­ro­idale Neo­vasku­la­ri­sa­tion

(CNV), der zugrunde lie­gende Pro­zess, der zu feuch­ter AMD und abnor­ma­lem Blut­ge­fäß­wachs­tum führt, ist der irre­füh­rende Ver­such des Kör­pers, ein neues Netz­werk von Blut­ge­fä­ßen zu schaf­fen, um die Netz­haut des Auges mit mehr Nähr­stof­fen und Sauer­stoff zu ver­sor­gen. Statt­des­sen ent­steht eine Nar­ben­bil­dung, die zu teil­weise schwer­wie­gen­den zen­tra­len Seh­stö­run­gen führt.

Die feuchte Maku­la­de­ge­ne­ra­tion lässt sich in zwei Kate­go­rien ein­tei­len :

- Okkult. Das Wachs­tum der neuen Blut­ge­fäße unter der Netz­haut ist nicht so aus­ge­prägt, und die Leckage ist weni­ger aus­ge­prägt bei der okkul­ten CNV-Form der feuch­ten Maku­la­de­ge­ne­ra­tion, die typi­scher­weise zu einem weni­ger star­ken Seh­ver­lust führt.

- Klas­sisch. Wenn das Wachs­tum der Blut­ge­fäße und die Nar­ben­bil­dung sehr deut­lich sind und die Umrisse unter der Netz­haut abge­grenzt sind, wird diese Art der feuch­ten AMD als klas­si­sche CNV bezeich­net, die in der Regel einen stär­ke­ren Seh­ver­lust ver­ur­sacht.

Alters­be­dingte Maku­la­de­ge­ne­ra­tion Sym­ptome und Zei­chen

Die alters­be­dingte Maku­la­de­ge­ne­ra­tion führt in der Regel zu einem lang­sa­men, schmerz­freien Seh­ver­lust. In sel­te­nen Fäl­len kann es jedoch zu einem plötz­li­chen Seh­ver­lust kom­men. Erste Anzei­chen für einen Seh­ver­lust bei AMD sind schat­tige Berei­che in Ihrem zen­tra­len Seh­ver­mö­gen oder ein unge­wöhn­lich unschar­fes oder ver­zerr­tes Sehen.

Augen­ärzte erken­nen oft frühe Anzei­chen einer Maku­la­de­ge­ne­ra­tion, bevor Sym­ptome auf­tre­ten. In der Regel wird dies durch eine Netz­haut­un­ter­su­chung erreicht. Bei Ver­dacht auf Maku­la­de­ge­ne­ra­tion kann ein kur­zer Test mit einem Ams­ler­git­ter durch­ge­führt wer­den, das Ihr zen­tra­les Seh­ver­mö­gen misst.

Wenn Ihr Augen­arzt einen Defekt in Ihrem zen­tra­len Seh­ver­mö­gen fest­stellt, wie z.B. Ver­zer­rung oder Unschärfe, kann er oder sie eine Fluo­res­zein-Angio­gra­phie anord­nen. um die die Makula umge­ben­den reti­na­len Blut­ge­fäße zu unter­su­chen.

Was ver­ur­sacht die Maku­la­de­ge­ne­ra­tion ?

Obwohl Maku­la­de­ge­ne­ra­tion mit dem Altern ver­bun­den ist, deu­tet die For­schung dar­auf hin, dass es auch eine gene­ti­sche Kom­po­nente der Krank­heit gibt. Die Duke Uni­ver­sity und andere For­scher haben einen star­ken Zusam­men­hang zwi­schen der Ent­wick­lung von AMD und dem Vor­han­den­sein einer Vari­ante eines Gens, bekannt als Kom­ple­ment­fak­tor H (CFH), fest­ge­stellt. Die­ser Gen­man­gel ist mit fast der Hälfte aller poten­zi­ell blen­den­den Fälle von Maku­la­de­ge­ne­ra­tion ver­bun­den.

Spe­zi­fi­sche Vari­an­ten eines oder bei­der Gene, die eine Rolle bei der Immun­ant­wort des Kör­pers spie­len, wur­den bei 74 Pro­zent der unter­such­ten AMD-Pati­en­ten gefun­den. Auch andere Kom­ple­ment­fak­to­ren kön­nen mit einem erhöh­ten Risiko einer Maku­la­de­ge­ne­ra­tion ver­bun­den sein.

Andere For­schun­gen haben gezeigt, dass sauer­stoff­arme Zel­len in der Netz­haut eine Art Pro­tein pro­du­zie­ren, den soge­nann­ten Vascu­lar Endo­the­lial Growth Fac­tor (VEGF), der das Wachs­tum neuer Blut­ge­fäße in der Netz­haut aus­löst.

Die nor­male Funk­tion von VEGF ist es, wäh­rend der Embryo­nal­ent­wick­lung, nach einer Ver­let­zung oder zur Umge­hung blo­ckier­ter Blut­ge­fäße neue Blut­ge­fäße zu bil­den. Aber zu viel VEGF im Auge ver­ur­sacht die Ent­wick­lung uner­wünsch­ter Blut­ge­fäße in der Netz­haut, die leicht auf­bre­chen und blu­ten, die Makula und die umge­bende Netz­haut schä­di­gen.