Was ist Anthrax ?

Anthrax ist eine Infek­tion, die durch das Bak­te­rium Bac­il­lus anthr­acis ver­ur­sacht wird, das haupt­säch­lich Tiere befällt, sich aber gele­gent­lich auf den Men­schen aus­brei­ten kann und ent­we­der die Haut, den Darm oder die Lunge betrifft. Beim Men­schen kann die Infek­tion oft behan­delt wer­den, ist jedoch bei Tie­ren nahezu immer lebens­be­droh­lich.

Das Anthrax­bak­te­rium pro­du­ziert Spo­ren (kleine resis­tente Zel­len), die in der Lage sind, viele Jahre in der Umwelt zu über­le­ben. Anthrax kommt am häu­figs­ten bei wil­den oder domes­ti­zier­ten warm­blü­ti­gen Wei­de­tie­ren wie Scha­fen und Rin­dern vor, kann aber den Men­schen infi­zie­ren.

Beschrei­bung

Anthrax kommt am häu­figs­ten in den land­wirt­schaft­li­chen Gebie­ten Süd- und Mit­tel­ame­ri­kas, Süd- und Ost­eu­ro­pas, Asi­ens, Afri­kas, der Kari­bik und des Nahen Ostens vor.

In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und der EU wird Anthrax sel­ten gemel­det.

Das Bak­te­rium und die damit ver­bun­dene Krank­heit haben ihren Namen vom grie­chi­schen Wort für „Kohle” wegen der cha­rak­te­ris­ti­schen kohl­schwar­zen Wunde, die das Mar­ken­zei­chen der häu­figs­ten Form der Krank­heit ist.

In Eng­land und Deutsch­land war Anthrax in den 1800er Jah­ren ent­we­der als „Woll­sor­tie­rer” oder „Lum­pen­samm­ler” bekannt, weil die Arbei­ter die Krank­heit aus Bak­te­ri­en­spo­ren, die in Häu­ten und in Woll- oder Tex­til­fa­sern vor­kom­men, beka­men.

Der erste Anthrax-Impf­stoff wurde 1881 von Louis Pas­teur ent­wi­ckelt.

Der größte Aus­bruch, der jemals regis­triert wurde, ereig­nete sich 1957, als neun Mit­ar­bei­ter einer Zie­gen­haar­ver­ar­bei­tungs­an­lage krank wur­den, nach­dem sie eine kon­ta­mi­nierte Lie­fe­rung aus Paki­stan bear­bei­tet hat­ten. Vier der fünf Pati­en­ten mit der Lun­gen­form der Erkran­kung star­ben. Andere Fälle tra­ten in den 1970er Jah­ren auf, als kon­ta­mi­nierte Zie­gen­le­der­trom­mel­köpfe aus Haiti als Sou­ve­nirs in die USA gebracht wur­den.

Heute ist Anthrax selbst bei Rin­dern sel­ten, was vor allem auf die weit ver­brei­tete Tier­imp­fung zurück­zu­füh­ren ist. Aller­dings tre­ten nach wie vor einige schwere Epi­de­mien in Tier­her­den und in mensch­li­chen Sied­lun­gen in Ent­wick­lungs­län­dern auf, die auf inef­fek­tive Über­wa­chungs­pro­gramme zurück­zu­füh­ren sind. Beim Men­schen ist die Krank­heit fast immer ein Berufs­ri­siko, das von denen ver­ur­sacht wird, die mit Tier­häu­ten umge­hen (Bau­ern, Metz­ger und Tier­ärzte) oder Wolle sor­tie­ren. Es gibt keine Berichte über die Aus­brei­tung der Krank­heit von einer Per­son zur ande­ren.

Ursa­chen und Sym­ptome

Das natür­lich vor­kom­mende Bak­te­rium Bac­il­lus anthr­acis pro­du­ziert Spo­ren, die im Boden und auf tie­ri­schen Pro­duk­ten wie Häu­ten, Wolle, Haa­ren oder Kno­chen jah­re­lang inak­tiv blei­ben kön­nen. Die Krank­heit ist für Rin­der, Schafe und Zie­gen oft töd­lich, und ihre Häute, Wolle und Kno­chen sind oft stark ver­un­rei­nigt.

Die Bak­te­rien sind in vie­len Boden­ar­ten auf der gan­zen Welt zu fin­den und stel­len für den Men­schen meist kein Pro­blem dar, da die Spo­ren im Boden blei­ben. Um einen Men­schen zu infi­zie­ren, müs­sen die Spo­ren aus dem Boden gelöst wer­den und in den Kör­per gelan­gen. Sie kön­nen durch einen Schnitt in der Haut, durch den Ver­zehr von kon­ta­mi­nier­tem Fleisch oder durch das Ein­at­men der Spo­ren in den Kör­per gelan­gen. Sobald die Spo­ren im Kör­per sind und wenn keine Anti­bio­tika ver­ab­reicht wer­den, wer­den die Spo­ren zu Bak­te­rien, die sich ver­meh­ren und ein Gift frei­set­zen, das das Immun­sys­tem beein­flusst. In der ein­ge­at­me­ten Form der Infek­tion kann das Immun­sys­tem über­for­dert wer­den und der Kör­per kann unter Schock gera­ten.

Die Sym­ptome vari­ie­ren je nach­dem, wie die Krank­heit über­tra­gen wurde, aber die Sym­ptome tre­ten in der Regel inner­halb einer Woche nach der Expo­si­tion auf.

Die Sym­ptome von Anthrax vari­ie­ren je nach­dem, wie die Krank­heit behan­delt wird.

Hautmilz­brand

Es beginnt mit einem erhöh­ten, jucken­den Biss, der einem Insek­ten­stich ähnelt, der sich dann zu einem Ves­ikel (Blase), dann zu einem schmerz­freien Geschwür mit einem cha­rak­te­ris­ti­schen schwar­zen Bereich in der Mitte ent­wi­ckelt (siehe Bild). In der Regel ist die Schwel­lung im Bereich des Bereichs deut­lich und Lymph­drü­sen im angren­zen­den Bereich kön­nen anschwel­len. Bis zu 20% der unbe­han­del­ten Men­schen kön­nen ster­ben. Todes­fälle durch kuta­nes Anthrax sind bei ent­spre­chen­der Anti­bio­ti­ka­be­hand­lung sel­ten.

Inha­la­ti­ves Anthrax

Inha­la­ti­ves Milz­brand kann beim Ein­at­men von Spo­ren auf­tre­ten. Inha­la­ti­onsmilz kann zunächst wie eine grip­pe­ähn­li­che Erkran­kung aus­se­hen, aber nach eini­gen Tagen kön­nen schwere Atem­be­schwer­den und Schock auf­tre­ten. Ohne Behand­lung tritt der Tod in der Regel 1 bis 2 Tage nach Auf­tre­ten schwe­rer Sym­ptome ein.

Anthrax im Darm

Anthrax im Darm kann nach dem Ver­zehr von kon­ta­mi­nier­tem Fleisch auf­tre­ten. Zu den Sym­pto­men kön­nen gehö­ren : Übel­keit, Appe­tit­lo­sig­keit, Erbre­chen, Fie­ber, Bauch­schmer­zen, Erbre­chen von Blut und schwe­rer Durch­fall. Bis zu 60% der Men­schen mit Anthrax im Darm wer­den ohne Behand­lung ster­ben.

Dia­gnose

Anthrax wird in der Regel durch die Iso­lie­rung von Bac­il­lus anthr­acis aus dem Blut, Haut­lä­sio­nen oder Atem­wegs­se­kret dia­gnos­ti­ziert.

Inku­ba­ti­ons­zeit

(Zeit zwi­schen Infek­tion und Sym­pto­m­ent­wick­lung)

In der Regel 1 bis 7 Tage, kann aber auch bis zu 2 Monate dau­ern.

Infek­ti­ons­zeit

(Zeit, in der eine infi­zierte Per­son andere infi­zie­ren kann)

Die Über­tra­gung von Anthrax von Mensch zu Mensch ist sehr sel­ten und wurde nur bei kuta­nem Anthrax berich­tet.

Mit Anthrax­spo­ren ver­un­rei­nigte Gegen­stände und Böden kön­nen jahr­zehn­te­lang infek­tiös blei­ben.

Behand­lung

Die Behand­lung mit Anti­bio­tika ist uner­läss­lich, ins­be­son­dere bei inha­la­ti­vem Anthrax. In eini­gen Situa­tio­nen kön­nen auch vor­beu­gende Anti­bio­tika an Men­schen ver­ab­reicht wer­den, die im Ver­dacht ste­hen, Anthrax­spo­ren aus­ge­setzt gewe­sen zu sein.

Antrax kann sehr gut mit Anti­bio­tika behan­delt wer­den. Es ist des­halb nicht ver­ständ­lich, warum in den USA Antrax immer wie­der fälsch­li­cher­weise als Bio­waffe bezeich­net wird.