Bech­te­rew-Krank­heit (Anky­lo­sie­rende Spon­dy­li­tis)

Die Bech­te­rew-Krank­heit wird auch als Marie-Strumpell-Krank­heit, rheu­ma­to­ide Spon­dy­li­tis und Anky­lose-Spon­dy­li­tis bezeich­net.

Anky­lose ist ein Begriff, der starr oder steif bedeu­tet. Spon­dyl bezieht sich auf die Wir­bel­säule, wäh­rend itis Ent­zün­dung bedeu­tet. Die Anky­lo­sie­rende Spon­dy­li­tis ver­ur­sacht eine Ent­zün­dung der Wir­bel­säule und betrifft vor allem junge Män­ner, die Schmer­zen und Stei­fig­keit infolge einer Ent­zün­dung der Kreuzbein‑, Zwi­schen­wir­bel- und Kote­let­ten­ge­lenke ver­ur­sa­chen. Es kann zu einer voll­stän­di­gen Stei­fig­keit der Wir­bel­säule und des Brust­korbs füh­ren. Sie kann auch Hüft- und Schul­ter­ge­lenke sowie sel­ten die peri­phe­ren Gelenke betref­fen.

Beschrei­bung

Die Mor­bus Bech­te­rew ist eine schwere Erkran­kung, von der fast aus­schließ­lich Män­ner betrof­fen sind, wobei die ers­ten Anzei­chen oder Sym­ptome meist im Alter zwi­schen 15 und 45 Jah­ren auf­tre­ten. Es kommt zu einer Ver­stei­fung der Wir­bel­ge­lenke und Bän­der, so dass die Bewe­gung immer schmerz­haf­ter und schwie­ri­ger wird. Wenn es sei­nen vol­len Lauf nimmt, kommt es zu einer knö­cher­nen Anky­lose des Wir­bel­ge­lenks. Die Ver­stei­fung kann sich bis in die Rip­pen erstre­cken und die Fle­xi­bi­li­tät des Brust­korbs ein­schrän­ken, so dass die Atmung beein­träch­tigt wird.

Ursa­chen der Bech­te­rew-Krank­heit

Eine fami­liäre Ten­denz wurde in jüngs­ter Zeit stark aus­ge­prägt. Die immu­no­lo­gi­sche Akti­vi­tät wird durch das Vor­han­den­sein des His­to­kom­pa­ti­bi­li­täts­an­ti­gens HLA-B27 (bei mehr als 90 Pro­zent der Pati­en­ten mit die­ser Erkran­kung) und zir­ku­lie­ren­der Immun­kom­plexe ange­zeigt.

Sym­ptome

Das Vor­han­den­sein ande­rer Sym­ptome als Rücken­schmer­zen hängt vom Krank­heits­sta­dium ab. Zu die­sen Sym­pto­men kön­nen gehö­ren :

  • – Inter­mit­tie­rende Rücken­schmer­zen, meist am stärks­ten am Mor­gen oder nach einer Zeit der Inak­ti­vi­tät.
  • - Stei­fig­keit und Bewe­gungs­ein­schrän­kung der Len­den­wir­bel­säule
  • - Schmer­zen und begrenzte Aus­deh­nung der Brust
  • - Peri­phere Arthri­tis mit Schul­tern, Hüf­ten und Knien
  • - Hüft­de­for­mi­tät und damit ver­bun­de­ner ein­ge­schränk­ter Bewe­gungs­um­fang
  • - Zärt­lich­keit über Ent­zün­dungs­herde
  • - Leichte Müdig­keit, Fie­ber, Ano­re­xie oder Gewichts­ver­lust
  • - Gele­gent­li­che Iri­tis
  • - Aor­ten­in­suf­fi­zi­enz und Kar­dio­me­ga­lie
  • - Ober­lap­pen-Lun­gen­fi­brose (Tuber­ku­lose nach­ah­mend)

Dia­gnose

Die­ses Pro­blem wird durch eine Kom­bi­na­tion aus Kran­ken­ge­schichte und Rönt­gen­auf­nah­men dia­gnos­ti­ziert. Wäh­rend die Blut­tests auf HLAB27 bei Mor­bus Bech­te­rew posi­tiv sein kön­nen, tes­ten viele Män­ner ohne Mor­bus Bech­te­rew auch posi­tiv auf HLAB27 ; daher sollte der HLA­B27-Test nicht als Ersatz für eine gründ­li­che Unter­su­chung ver­wen­det wer­den.

Behand­lung

Die meis­ten Pati­en­ten reagie­ren gut auf Medi­ka­mente zur Schmerz- und Ent­zün­dungs­re­duk­tion, kom­bi­niert mit Übun­gen zur Ver­bes­se­rung der Kör­per­hal­tung und zur Stär­kung der Mus­kel­grup­pen, um einer mög­li­chen Defor­mi­tät ent­ge­gen­zu­wir­ken. Dies gilt ins­be­son­dere für Pati­en­ten, die sich früh im Leben anste­cken und bei denen die Behand­lung früh im Ver­lauf der Erkran­kung beginnt.

Nicht­ste­ro­idale ent­zün­dungs­hem­mende Medi­ka­mente sind bei der Behand­lung von Pati­en­ten wirk­sam ; die wirk­sams­ten schei­nen Indo­me­tha­cin und ver­wandte Ver­bin­dun­gen zu sein. Andere nicht­ste­ro­idale ent­zün­dungs­hem­mende Medi­ka­mente kön­nen eben­falls hilf­reich sein. Nar­ko­tika und sys­te­mi­sche Kor­ti­kos­te­ro­ide sind zu ver­mei­den.

Bei den Übun­gen soll­ten die Rücken­be­we­gun­gen, ins­be­son­dere die Stre­ckung, die Auf­rich­tung der Brust­wir­bel und die tiefe Atmung im Vor­der­grund ste­hen. Schwim­men ist eine aus­ge­zeich­nete Übung.

Der Pati­ent sollte sich aus­rei­chend aus­ru­hen und auf dem Rücken auf einer fes­ten Matratze mit fla­chem oder gar kei­nem Kis­sen schla­fen. Das Hal­tungs-Manage­ment ist äußerst wich­tig.

Einige Per­so­nen pro­fi­tie­ren von Rücken­pro­the­sen.

Durch the­ra­peu­ti­sche Maß­nah­men ent­fällt in der Regel die Not­wen­dig­keit einer Ope­ra­tion zur Auf­rich­tung der Wir­bel­säule.

Die inji­zier­ba­ren „bio­lo­gi­schen” Wirk­stoffe Enbrel, Hum­ira und Remi­cade sind alle für die Behand­lung der anky­lo­sie­ren­den Spon­dy­li­tis indi­ziert und hilf­reich.