Besie­gen Sie die Win­ter-Depres­sion

Wenn die Tage kür­zer wer­den, füh­len sich viele Men­schen trau­rig. Viel­leicht fühlst du dich in den Win­ter­fe­rien trau­rig, oder du stürzt in eine Krise, nach­dem der Urlaub und die Fei­er­lich­kei­ten zu Ende sind. Einige Men­schen haben von Jahr zu Jahr ernst­haf­tere Stim­mungs­schwan­kun­gen, die den gan­zen Herbst und Win­ter über anhal­ten, wenn es weni­ger natür­li­ches Son­nen­licht gibt. Was kön­nen wir dage­gen tun ?

Licht in die sai­so­nale Trau­rig­keit brin­gen

For­scher unter­su­chen seit mehr als drei Jahr­zehn­ten den „Win­ter­blues” und eine schwer­wie­gen­dere Art von Depres­sion, die als sai­so­nale affek­tive Stö­rung oder (sea­so­nal affec­tive dis­or­ded) SAD bezeich­net wird. Sie haben mög­li­che Ursa­chen erkannt und The­ra­pien ent­wi­ckelt, die den meis­ten Men­schen zu hel­fen schei­nen. Den­noch bleibt vie­les über diese win­ter­li­chen Stim­mungs­schwan­kun­gen unbe­kannt.

Win­ter­blues ist ein all­ge­mei­ner Begriff, keine medi­zi­ni­sche Dia­gnose. Er ist recht ver­brei­tet, und er ist eher ein­fach als ernst. Er klärt sich in der Regel von selbst in recht kur­zer Zeit. Der so genannte Win­ter­blues ist oft mit etwas Bestimm­tem ver­bun­den, wie z.B. mit stres­si­gen Fei­er­ta­gen oder Erin­ne­run­gen an abwe­sende Ange­hö­rige.

Sai­so­nal und ört­lich bedingt

Die sai­so­nale affek­tive Stö­rung ist jedoch etwas ande­res. Es ist eine klar defi­nierte kli­ni­sche Dia­gnose, die mit der Ver­kür­zung der Tages­licht­stun­den zusam­men­hängt. Es beein­träch­tigt das täg­li­che Leben über einen län­ge­ren Zeit­raum. Ein wesent­li­ches Merk­mal von SAD ist, dass es einem regel­mä­ßi­gen Mus­ter folgt. Es tritt jedes Jahr auf, wenn sich die Jah­res­zei­ten ändern, und es ver­geht einige Monate spä­ter, nor­ma­ler­weise im Früh­jahr und Som­mer.

SAD ist im Nor­den häu­fi­ger anzu­tref­fen als im Süden, wo die Win­ter­tage län­ger dau­ern.

Die Sym­ptome

Wie bei ande­ren For­men der Depres­sion kann die SAD zu einer Trüb­sin­nig­keit füh­ren und die Men­schen dazu brin­gen, sich hoff­nungs­los, wert­los und reiz­bar zu füh­len. Sie kön­nen das Inter­esse an Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten ver­lie­ren, die sie frü­her genos­sen haben, wie z.B. Hob­bys und Zeit mit Freun­den zu ver­brin­gen.

Einige Men­schen behaup­ten, dass SAD wie eine Art Über­win­te­rung wir­ken kann. Men­schen mit SAD nei­gen dazu, sich zurück­zu­zie­hen, haben wenig Ener­gie, ver­schla­fen und legen häu­fig an Gewicht zu. Sie dürs­ten förm­lich nach Koh­len­hy­dra­ten, wie Kuchen, Süßig­kei­ten und Kek­sen. Ohne Behand­lung dau­ern diese Sym­ptome in der Regel bis die Tage begin­nen, wie­der län­ger zu wer­den.

Kurze Tage als Aus­lö­ser

Kür­zere Tage schei­nen ein Haupt­aus­lö­ser für SAD zu sein. Redu­zier­tes Son­nen­licht im Herbst und Win­ter kann die innere Uhr Ihres Kör­pers oder den zir­ka­dia­nen Rhyth­mus stö­ren. Diese 24-Stun­den „Haupt­uhr” reagiert auf Signale in Ihrer Umge­bung, ins­be­son­dere auf Licht und Dun­kel­heit. Wäh­rend des Tages sen­det Ihr Gehirn Signale an andere Kör­per­teile, um Sie wach und ein­satz­be­reit zu hal­ten. Nachts pro­du­ziert eine win­zige Drüse im Gehirn eine Che­mi­ka­lie namens Mela­to­nin, die Ihnen beim Schla­fen hilft. Ver­kürzte Tages­licht­ver­hält­nisse im Win­ter kön­nen die­sen natür­li­chen Rhyth­mus ver­än­dern und bei bestimm­ten Men­schen zu SAD füh­ren.

Die Lich­the­ra­pie

For­scher erkann­ten bereits Anfang der 1980er Jahre den Zusam­men­hang zwi­schen leich­ter und sai­so­na­ler Depres­sion. Diese Wis­sen­schaft­ler waren Vor­rei­ter beim Ein­satz der Licht­the­ra­pie, die inzwi­schen zu einer Stan­dard­be­hand­lung für die SAD gewor­den ist. Die Licht­the­ra­pie soll die feh­len­den Tages­licht­stun­den durch einen künst­li­chen Ersatz erset­zen.

In der Licht­the­ra­pie sit­zen die Pati­en­ten in der Regel jeden Mor­gen für 30 Minu­ten oder mehr vor einem Licht­the­ra­pie­ge­rät, je nach Emp­feh­lung des Arz­tes. Die Beleuch­tungs­ein­heit leuch­tet viel hel­ler als her­kömm­li­che Innen­raum­be­leuch­tung.

Stu­dien haben gezeigt, dass die Licht­the­ra­pie bei bis zu 70% der Pati­en­ten nach eini­gen Wochen der Behand­lung die SAD-Sym­ptome lin­dert. Eine gewisse Ver­bes­se­rung ist noch frü­her zu erken­nen. For­schun­gen haben erge­ben, dass Pati­en­ten über eine Ver­bes­se­rung der Depres­si­ons­werte bereits nach der ers­ten Behand­lung mit Licht berich­ten

Ein­mal begon­nen, sollte die Licht­the­ra­pie jeden Tag bis ins Früh­jahr hin­ein fort­ge­setzt wer­den.