Blut­ar­mut

Was ist Blut­ar­mut ?

Blut­ar­mut (Anämie) ist eine Erkran­kung, die sich ent­wi­ckelt, wenn Ihrem Blut genü­gend gesunde rote Blut­kör­per­chen oder Hämo­glo­bin feh­len. Hämo­glo­bin ist ein Haupt­be­stand­teil der roten Blut­kör­per­chen und bin­det Sauer­stoff. Wenn Sie zu wenig oder abnorme rote Blut­kör­per­chen haben oder Ihr Hämo­glo­bin abnor­mal oder nied­rig ist, erhal­ten die Zel­len in Ihrem Kör­per nicht genug Sauer­stoff. Sym­ptome der Anämie – wie Müdig­keit – tre­ten auf, weil Organe nicht das bekom­men, was sie brau­chen, um rich­tig zu funk­tio­nie­ren.

Anämie ist die häu­figste Blut­krank­heit in Europa. Frauen, kleine Kin­der und Men­schen mit chro­ni­schen Krank­hei­ten sind einem erhöh­ten Risiko einer Anämie aus­ge­setzt.

Wich­tige Fak­to­ren, die man sich mer­ken sollte, sind :

- Bestimmte For­men der Anämie sind erb­lich und Säug­linge kön­nen ab dem Zeit­punkt der Geburt betrof­fen sein.

- Frauen im gebär­fä­hi­gen Alter sind auf­grund des Blut­ver­lus­tes durch die Mens­trua­tion und des erhöh­ten Blut­be­darfs wäh­rend der Schwan­ger­schaft beson­ders anfäl­lig für Eisen­man­gelan­ämie.

- Ältere Erwach­sene kön­nen auch ein grö­ße­res Risiko für die Ent­wick­lung einer Anämie auf­grund von schlech­ter Ernäh­rung und ande­ren medi­zi­ni­schen Bedin­gun­gen haben.

Es gibt viele Arten von Anämie. Alle sind sehr unter­schied­lich in ihren Ursa­chen und Behand­lun­gen. Eisen­man­gelan­ämie, die häu­figste Form der Anämie, ist sehr gut mit Ernäh­rungs­um­stel­lun­gen und Eisen­prä­pa­ra­ten behan­del­bar. Einige For­men der Anämie – wie die leichte Anämie, die sich wäh­rend der Schwan­ger­schaft ent­wi­ckelt – gel­ten sogar als nor­mal. Einige Arten der Anämie kön­nen jedoch lebens­lange Gesund­heits­pro­bleme ver­ur­sa­chen.

Was ver­ur­sacht eine Blut­ar­mut ?

Es gibt mehr als 400 Arten von Anämie, die in drei Grup­pen ein­ge­teilt sind :

  • - Anämie durch Blut­ver­lust
  • - Anämie durch ver­min­derte oder feh­ler­hafte Bil­dung von roten Blut­kör­per­chen
  • - Anämie durch Zer­stö­rung der roten Blut­kör­per­chen
  • - Anämie ver­ur­sacht durch Blut­ver­lust

Rote Blut­kör­per­chen kön­nen durch Blu­tun­gen ver­lo­ren gehen, die oft lang­sam über einen lan­gen Zeit­raum auf­tre­ten und unent­deckt blei­ben kön­nen.

Diese Art von chro­ni­schen Blu­tun­gen resul­tiert in der Regel aus den fol­gen­den Punk­ten :

  • - Magen-Darm-Erkran­kun­gen wie Geschwüre, Hämor­rhoi­den, Gas­tri­tis (Magen­ent­zün­dung) und Krebs.
  • - Ver­wen­dung von nicht­ste­ro­ida­len ent­zün­dungs­hem­men­den Medi­ka­men­ten, wie Aspi­rin oder Ibu­profen, die Geschwüre und Gas­tri­tis ver­ur­sa­chen kön­nen.

Mens­trua­tion, ins­be­son­dere wenn die Mens­trua­ti­ons­blu­tung über­mä­ßig ist.

Anämie durch ver­rin­gerte oder feh­ler­hafte Bil­dung von roten Blut­kör­per­chen

Bei die­ser Art von Anämie kann es vor­kom­men, dass der Kör­per zu wenig Blut­zel­len pro­du­ziert oder die Blut­zel­len nicht rich­tig funk­tio­nie­ren. In bei­den Fäl­len kann es zu einer Anämie kom­men. Rote Blut­kör­per­chen kön­nen feh­ler­haft oder ver­min­dert sein, was auf abnor­male rote Blut­kör­per­chen oder einen Man­gel an Mine­ra­lien und Vit­ami­nen zurück­zu­füh­ren ist, die für die ein­wand­freie Funk­tion der roten Blut­kör­per­chen benö­tigt wer­den.

Zu den Erkran­kun­gen, die mit die­sen Ursa­chen der Anämie ver­bun­den sind, gehö­ren die fol­gen­den :

  • - Sichel­zel­len­an­ämie
  • - Eisen­man­gelan­ämie
  • - Vit­amin­man­gel
  • - Pro­bleme mit Kno­chen­mark und Stamm­zel­len
  • - Andere Gesund­heits­zu­stände

Sichel­zel­len­an­ämie ist eine erb­li­che Erkran­kung. Rote Blut­kör­per­chen wer­den durch einen Gen­de­fekt halb­mond­för­mig. Sie wer­den schnell abge­baut, so dass der Sauer­stoff nicht in die Organe des Kör­pers gelangt und Anämie ver­ur­sacht. Die halb­mond­för­mi­gen roten Blut­kör­per­chen kön­nen sich auch in win­zi­gen Blut­ge­fä­ßen fest­set­zen und Schmer­zen ver­ur­sa­chen.

Eisen­man­gelan­ämie ent­steht durch einen Man­gel an dem Mine­ral­ei­sen im Kör­per. Kno­chen­mark in der Mitte des Kno­chens benö­tigt Eisen, um Hämo­glo­bin her­zu­stel­len, den Teil der roten Blut­kör­per­chen, der Sauer­stoff zu den Orga­nen des Kör­pers trans­por­tiert. Ohne aus­rei­chen­des Eisen kann der Kör­per nicht genü­gend Hämo­glo­bin für die roten Blut­kör­per­chen pro­du­zie­ren.

Die Folge ist eine Eisen­man­gelan­ämie.

Diese Art der Anämie kann ver­ur­sacht wer­den durch :

  • - Eine eisen­arme Ernäh­rung, beson­ders bei Säug­lin­gen, Kin­dern, Jugend­li­chen, Vega­nern und Vege­ta­ri­ern.
  • - Die meta­bo­li­schen Anfor­de­run­gen der Schwan­ger­schaft und des Stil­lens, die die Eisen­spei­cher einer Frau erschöp­fen.
  • - Mens­trua­tion
  • - Häu­fige Blut­spende
  • - Aus­dau­er­trai­ning
  • - Ver­dau­ungs­be­schwer­den wie Mor­bus Crohn oder die chir­ur­gi­sche Ent­fer­nung eines Teils des Magens oder des Dünn­darms.
  • - Bestimmte Medi­ka­mente, Lebens­mit­tel und kof­fe­in­hal­tige Getränke
  • - Vit­amin­man­gelan­ämie kann auf­tre­ten, wenn Vit­amin B12 und Fol­säure unzu­rei­chend sind. Diese bei­den Vit­amine wer­den benö­tigt, um rote Blut­kör­per­chen zu bil­den.

Zu den Erkran­kun­gen, die zu einer durch Vit­amin­man­gel ver­ur­sach­ten Anämie füh­ren, gehö­ren :

Mega­l­ob­la­te­rale Anämie : Vit­amin B12 oder Fol­säure oder bei­des ist unzu­rei­chend.

Per­ni­ziöse Anämie : Schlechte Vit­amin B12-Absorp­tion

Ernäh­rungs­man­gel : Der Ver­zehr von wenig oder kei­nem Fleisch kann zu einem Man­gel an Vit­amin B12 füh­ren, wäh­rend das Über­ko­chen oder der Ver­zehr von zu wenig Gemüse einen Folat­man­gel ver­ur­sa­chen kann.

Andere Ursa­chen für Vit­amin­man­gel : Schwan­ger­schaft, bestimmte Medi­ka­mente, Alko­hol­miss­brauch, Darm­er­kran­kun­gen wie tro­pi­scher Anguss und Zölia­kie.

Wäh­rend der frü­hen Schwan­ger­schaft kann eine aus­rei­chende Fol­säure hel­fen, den Fötus daran zu hin­dern, Neural­rohr­de­fekte zu ent­wi­ckeln.

Kno­chen­mark und Stamm­zell­pro­bleme kön­nen den Kör­per daran hin­dern, genü­gend rote Blut­kör­per­chen zu pro­du­zie­ren. Einige der im Kno­chen­mark vor­kom­men­den Stamm­zel­len ent­wi­ckeln sich zu roten Blut­kör­per­chen. Wenn die Stamm­zel­len zu wenig, defekt oder durch andere Zel­len wie z.B. meta­stasie­rende Krebs­zel­len ersetzt sind, kann es zu einer Anämie kom­men.

Zu den Anämie­er­schei­nun­gen, die auf Pro­bleme mit Kno­chen­mark oder Stamm­zel­len zurück­zu­füh­ren sind, gehö­ren :

  • - Aplas­ti­sche Anämie tritt auf, wenn die Anzahl der Stamm­zel­len deut­lich abnimmt oder diese feh­len. Aplas­ti­sche Anämie kann ver­erbt wer­den, kann ohne ersicht­li­chen Grund auf­tre­ten oder kann auf­tre­ten, wenn das Kno­chen­mark durch Medi­ka­mente, Strah­lung, Che­mo­the­ra­pie oder Infek­tion ver­letzt wird.
  • Tha­las­sä­mie tritt auf, wenn die Ery­thro­zy­ten nicht rei­fen und rich­tig wach­sen kön­nen. Tha­las­sä­mie ist eine erb­li­che Erkran­kung, die typi­scher­weise Men­schen mit medi­ter­ra­ner, afri­ka­ni­scher, nah­öst­li­cher und süd­ost­asia­ti­scher Abstam­mung betrifft. Diese Erkran­kung kann in ihrer Schwere von leicht bis lebens­be­droh­lich rei­chen ; die schwerste Form ist die Anämie von Coo­ley.
  • Die Blei­ex­po­si­tion ist toxisch für das Kno­chen­mark, was zu weni­ger roten Blut­kör­per­chen führt. Blei­ver­gif­tun­gen tre­ten bei Erwach­se­nen durch arbeits­be­dingte Expo­si­tion und bei Kin­dern auf, die z.B. Farb­chips essen. Falsch gla­sierte Kera­mik kann auch Lebens­mit­tel und Flüs­sig­kei­ten mit Blei befle­cken.

Anämie im Zusam­men­hang mit ande­ren Erkran­kun­gen tritt in der Regel auf, wenn zu wenig Hor­mone für die Pro­duk­tion von roten Blut­kör­per­chen benö­tigt wer­den.

Zu den Bedin­gun­gen, die diese Art von Anämie ver­ur­sa­chen, gehö­ren die fol­gen­den :

  • - Fort­ge­schrit­tene Nie­ren­er­kran­kun­gen
  • - Hypo­thy­reose
  • - Andere chro­ni­sche Krank­hei­ten wie Krebs, Infek­tion, Lupus, Dia­be­tes und rheu­ma­to­ide Arthri­tis.
  • - Alter
  • - Anämie ver­ur­sacht durch die Zer­stö­rung der roten Blut­kör­per­chen

Wenn rote Blut­kör­per­chen zer­brech­lich sind und der rou­ti­ne­mä­ßi­gen Belas­tung des Kreis­lauf­sys­tems nicht stand­hal­ten kön­nen, kön­nen sie vor­zei­tig bre­chen und eine hämo­ly­ti­sche Anämie ver­ur­sa­chen. Hämo­ly­ti­sche Anämie kann bei der Geburt auf­tre­ten oder sich spä­ter ent­wi­ckeln. Manch­mal gibt es keine bekannte Ursa­che.

Bekannte Ursa­chen für hämo­ly­ti­sche Anämie kön­nen sein :

  • - Erb­krank­hei­ten wie Sichel­zel­len­an­ämie und Tha­las­sä­mie
  • - Stress­fak­to­ren wie Infek­tio­nen, Medi­ka­mente, Schlan­gen- oder Spin­nen­gift oder bestimmte Lebens­mit­tel.
  • - Toxine durch fort­ge­schrit­tene Leber- oder Nie­ren­er­kran­kun­gen
  • - Unan­ge­mes­se­ner Angriff durch das Immun­sys­tem (hämo­ly­ti­sche Erkran­kung des Neu­ge­bo­re­nen, wenn sie im Fötus einer schwan­ge­ren Frau auf­tritt).
  • - Gefäß­trans­plan­tate, pro­the­ti­sche Herz­klap­pen, Tumore, schwere Ver­bren­nun­gen, Expo­si­tion gegen­über bestimm­ten Che­mi­ka­lien, schwe­rer Blut­hoch­druck und Gerin­nungs­stö­run­gen.

In sel­te­nen Fäl­len kann eine ver­grö­ßerte Milz rote Blut­kör­per­chen ein­fan­gen und zer­stö­ren, bevor ihre Umlauf­zeit abge­lau­fen ist.