Ein auf­ge­bläh­tes Abdo­men bei einem Pati­en­ten in der post­ope­ra­ti­ven Phase ist ein Zustand, mit dem jeder Chir­urg kon­fron­tiert ist. Aber oft ist man nicht der Mei­nung, dass ein auf­ge­bläh­ter Bauch auch ein hoher intraab­do­mi­na­ler Druck ist, der die Funk­tion der inne­ren Organe beein­träch­tigt. Nor­ma­ler­weise ist der intraab­do­mi­nale Druck null oder leicht nega­tiv. Das Kom­part­ment­syn­drom tritt auf, wenn der Druck in der geschlos­se­nen Bauch­höhle so stark ansteigt, dass der nor­male Blut­fluss zu den Bau­ch­or­ga­nen unter­bro­chen wird. Wenn der intraab­do­mi­nale Druck 25 mm Hg und mehr erreicht, kommt es zu Stö­run­gen des Blut­flus­ses durch große intraab­do­mi­nale Gefäße, die zu dem hepa­ti­schen Nie­ren­ver­sa­gen, dem Herz-Kreis­lauf- und dem Atem­ver­sa­gen füh­ren kön­nen. Dem­entspre­chend sind die recht­zei­tige Dia­gnose und die rich­tige Behand­lung die­ses Syn­droms der Schlüs­sel zur erfolg­rei­chen The­ra­pie die­ser Erkran­kun­gen. Eine Viel­zahl von Erkran­kun­gen ver­ur­sacht einen Anstieg des intraab­do­mi­na­len Drucks. Am häu­figs­ten wird die­ses Syn­drom ver­ur­sacht durch : ein schwe­res Bauch­t­rauma, die intra­pe­ri­to­neale oder retro­pe­ri­to­neale Blu­tun­gen, die Pan­kre­as­ne­krose, die Ope­ra­tio­nen an den gro­ßen Gefä­ßen des Retro­pe­ri­to­ne­al­raums, den Darm­ver­schluss, die weit ver­brei­tete Bauch­fell­ent­zün­dung mit schwe­rer Darm­in­suf­fi­zi­enz. Die vor­herr­schende Fak­to­ren sind : die Azi­dose, die Hypo­ther­mie, eine große Men­gen an Hämo­trans­fu­sio­nen, die Koagulo­pa­thie unter­schied­li­cher Genese, die Sep­sis jeg­li­cher Ätio­lo­gie.

Die kli­ni­schen Mani­fes­ta­tio­nen des Kom­part­ment­syn­droms sind unspe­zi­fisch und lei­der vie­len Ärz­ten wenig bekannt. Ihre Mani­fes­ta­tio­nen kön­nen in einer Viel­zahl von den chir­ur­gi­schen und den nicht-chir­ur­gi­schen Patho­lo­gien auf­tre­ten. Wenn man mit den Prin­zi­pien der Behand­lung des Kom­part­ment­syn­droms nicht ver­traut sind, kann dies dem Pati­en­ten scha­den. Die Mes­sung des intra-abdo­mi­na­len Drucks ist auch nicht zu einer gän­gi­gen Methode der instru­men­tel­len Beur­tei­lung eines Pati­en­ten gewor­den, der auf der Inten­siv­sta­tion behan­delt wird. Inzwi­schen gibt es eine ein­fa­che Methode zur Mes­sung des intra-abdo­mi­na­len Drucks, für die keine spe­zi­elle Aus­rüs­tung erfor­der­lich ist und die eine Über­wa­chung die­ses Indi­ka­tors über einen lan­gen Behand­lungs­zeit­raum des Pati­en­ten ermög­licht. Dies ist eine Mög­lich­keit, den Druck in der Bauch­höhle anhand des Drucks in der Blase zu beur­tei­len.

Der Haupt­fak­tor bei der Dia­gnose des Kom­part­ment­syn­droms ist die Vor­sicht des Arz­tes hin­sicht­lich sei­ner Ent­wick­lung bei dem Pati­en­ten mit einem hohen Risiko.