Was ist das Akus­ti­kus­neu­ri­nom

Ein Akus­ti­kus­neu­ri­nom ist eine Art gut­ar­ti­ger Tumor, der im Gehör­gang wächst und das Gehirn mit dem Innen­ohr ver­bin­det.
Ohne Behand­lung kön­nen wich­tige Ner­ven (ein­schließ­lich Hör‑, Gesichts- und Gleich­ge­wichts­ner­ven) betrof­fen sein, und der wach­sende Tumor kann schließ­lich in das Gehirn ein­drin­gen.
Die Behand­lungs­mög­lich­kei­ten umfas­sen Über­wa­chung, Ope­ra­tion und Strah­len­the­ra­pie.

Wei­tere Namen für diese Art von Tumor sind das „ves­ti­bu­läre Schwan­nom” und das „Neu­ri­nom”.

Ein Akus­ti­kus­neu­ri­nom beginnt in den Zel­len, die einen der bei­den Ner­ven aus­klei­den, die den ach­ten Hirn­nerv aus­ma­chen. Aus unbe­kann­ten Grün­den ver­meh­ren sich diese Zel­len (Schwann-Zel­len) unkon­trol­liert und bil­den einen Tumor. Schließ­lich kön­nen grö­ßere Tumore auch andere Struk­tu­ren, dar­un­ter den Hirn­stamm, betref­fen.

Bila­te­rale (beid­sei­tige) Akus­tik­neu­ro­men kön­nen bei einer Erb­krank­heit namens Neu­ro­fi­broma­tose 2 auf­tre­ten.

In sei­nen frü­hen Sta­dien kann ein Akus­ti­kus­neu­ri­nom ähn­li­che Sym­ptome auf­wei­sen wie andere, weni­ger schwere Erkran­kun­gen. Dies kann die Dia­gnose und Behand­lung ver­zö­gern. Bei mehr als 300 Deut­schen wird jedes Jahr ein Akus­ti­kus­neu­ri­nom dia­gnos­ti­ziert. Die Behand­lung kann eine Ope­ra­tion zur Ent­fer­nung des Tumors und eine Strah­len­the­ra­pie beinhal­ten.

Das Innen­ohr

Das Innen­ohr ist ein Organ des Hörens und des Gleich­ge­wichts. Schall­wel­len schwin­gen das im Mit­tel­ohr befind­li­che Trom­mel­fell. Drei win­zige Kno­chen (Amboss, Ham­mer und Steig­bü­gel) auf der ande­ren Seite des Trom­mel­fells neh­men die Schwin­gung auf und lei­ten sie an ein klei­nes Organ, die Coch­lea, die sich im Innen­ohr befin­det. Die Schwin­gung wird in elek­tri­sche Impulse umge­wan­delt und über den Coch­lea-Nerv an das Gehirn wei­ter­ge­lei­tet.

Das Sin­nes­or­gan des Gleich­ge­wichts befin­det sich eben­falls im Innen­ohr. Eine Reihe von mit Flüs­sig­keit gefüll­ten Kanä­len, die in ver­schie­de­nen Win­keln ange­ord­net sind, hel­fen dem Gehirn, Bewe­gun­gen zu loka­li­sie­ren. Wäh­rend der Kopf bewegt wird, rollt die Flüs­sig­keit inner­halb der Kanäle umher und wird von win­zi­gen Haa­ren über­wacht. Die Infor­ma­tio­nen über die Kopf­po­si­tion wer­den dann über den Ves­ti­bu­lar­nerv, der neben dem Coch­lea-Nerv liegt, an das Gehirn wei­ter­ge­lei­tet.

Frühe Sym­ptome des Akus­ti­kus­neu­ri­noms

Nie­mand weiß, was die Schwann-Zel­len des ach­ten Hirn­nervs zur Ver­meh­rung ver­an­lasst. Das Akus­tik­neu­ri­nom kann mit einer Viel­zahl von harm­lo­sen Stö­run­gen ver­wech­selt wer­den.

Zu den ers­ten Sym­pto­men eines Akus­ti­kus­neu­ri­noms kön­nen gehö­ren :
Hör­schä­den im betrof­fe­nen Ohr
ein klin­geln­des oder sum­men­des Geräusch im Ohr, bekannt als Tin­ni­tus.
Schwie­rig­kei­ten mit dem Gleich­ge­wicht
in eini­gen Fäl­len, Taub­heits­ge­fühl im Gesicht.
ein Gefühl der Fülle oder Blo­ckade im betrof­fe­nen Ohr.

Fort­ge­schrit­tene Sym­ptome des Akus­ti­kus­neu­ri­noms

Zu den Sym­pto­men eines fort­ge­schrit­te­nen Akus­ti­kus­neu­ri­noms kön­nen gehö­ren :
Kopf­schmer­zen
Gesichts­schmerz
Taub­heits­ge­fühl im Gesicht
Gesichts­zu­ckun­gen
Seh­stö­run­gen, wie z.B. Dop­pelt­se­hen
Schluck­be­schwer­den
even­tu­el­ler Tod, da die Funk­tion des Hirn­stamms beein­träch­tigt ist.

Unbe­han­del­tes Akus­ti­kus­neu­ri­nom kann töd­lich sein

Ein Akus­ti­kus­neu­ri­nom ist in der Regel gut­ar­tig, kann aber auch unbe­han­delt töd­lich sein. Denn der Tumor wird wei­ter wach­sen. Sobald er inner­halb des klei­nen Kanals, der das Innen­ohr mit dem Gehirn ver­bin­det, aus dem Raum her­aus­ge­tre­ten ist, beginnt er, in die Schä­del­höhle zu wach­sen.

Das Gewebe an der Hirn­ba­sis, ein­schließ­lich einer Struk­tur, die als Hirn­stamm bezeich­net wird, kann durch den wach­sen­den Tumor zer­quetscht wer­den. Dies kann zu einer Ansamm­lung von Flüs­sig­keit füh­ren, die als zere­brale Rücken­marks­flüs­sig­keit (Liquor) bezeich­net wird. Der Hirn­stamm ist ver­ant­wort­lich für die Regu­lie­rung wich­ti­ger Kör­per­funk­tio­nen, dar­un­ter Bewusst­sein, Herz­fre­quenz, Atmung, Blut­druck und Schlu­cken.

Dia­gnose des Akus­ti­kus­neu­ri­noms

Je frü­her der Tumor erkannt und behan­delt wird, desto grö­ßer ist die Chance auf eine voll­stän­dige Gene­sung.

Das Akus­ti­kus­neu­ri­nom kann mit einer Viel­zahl von Tests dia­gnos­ti­ziert wer­den, ein­schließ­lich :
Com­pu­ter­to­mo­gra­phie (CT) – dies ist ein spe­zi­el­les Rönt­gen­bild, das drei­di­men­sio­nale Auf­nah­men des Innen­oh­res macht. Kleine Tumore kön­nen auf diese Weise jedoch über­se­hen wer­den.
Magnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie (MRT) – es wer­den Bil­der des Innen­ohrs auf­ge­nom­men, wobei Radio­wel­len in einem star­ken Magnet­feld anstelle von Rönt­gen­strah­len ver­wen­det wer­den. MRT-Unter­su­chun­gen kön­nen in der Regel klei­nere Akus­tik­neu­ro­sen als CT-Unter­su­chun­gen erken­nen. Ein Farb­stoff kann inji­ziert wer­den, um das unter­suchte Gewebe noch stär­ker her­vor­zu­he­ben.

Behand­lung von Akus­ti­kus­neu­ri­no­men

Bei klei­nen Tumo­ren kön­nen die Ärzte, abge­se­hen von einer regel­mä­ßi­gen Kon­trolle, kei­ner­lei Maß­nah­men ein­lei­ten. Denn ein Akus­ti­kus­neu­ri­nom wächst typi­scher­weise in der Anfangs­phase lang­sam. Häu­fig ist jedoch eine Behand­lung erfor­der­lich.

Zu den Optio­nen kön­nen gehö­ren :

Chir­ur­gie – Mikro­chir­ur­gi­sche Tech­ni­ken wer­den ein­ge­setzt, um den Tumor zu ent­fer­nen. Zu den Neben­wir­kun­gen kön­nen jedoch Hör­ver­lust und Gesichts­ner­ven­schä­den gehö­ren.
Ste­reotak­ti­sches Ver­fah­ren – ist eine nicht-inva­sive Behand­lung, die die Gam­ma­strah­lung auf den Tumor rich­tet. Bei die­sem Ver­fah­ren kön­nen auch Neben­wir­kun­gen auf­tre­ten.