Das Vit­amin E ist eine Gruppe von fett­lös­li­chen bio­lo­gisch akti­ven Substanzen.

Das Vit­amin E schützt die Zell­struk­tu­ren vor Schä­den durch freie Radi­kale, es ver­bes­sert die Gewe­be­atmung, akti­viert die Pro­te­in­syn­these, das unspe­zi­fi­sche Immun­sys­tem und die Bil­dung der Immu­no­glo­bu­line. Das Vit­amin E wird auch für die Repro­duk­tion von Zel­len des Immun­sys­tems benö­tigt, die sich schnell ver­meh­ren müs­sen, wenn sie mit poten­zi­el­len Krank­heits­quel­len kon­fron­tiert werden.

Der Bedarf am Vit­amin E bei Säug­lin­gen liegt bei 0,5 mg/​kg, die­ser wird voll­stän­dig durch die Mut­ter­milch gedeckt.

Das Vit­amin E ist in Fet­ten und Ölen, Eiern, Leber, Milch und in den Kei­men von Getrei­de­pflan­zen enthalten.

Die Sym­ptome

Bei Früh­ge­bo­re­nen mit einem Vit­amin E‑Mangel zwi­schen 6 und 10 Wochen kann es zu Mus­kel­schwä­che und hämo­ly­ti­scher Anämie kom­men, die mit einer Abnahme von dem Vit­amin E im Blut ein­her­geht. Diese Stö­run­gen kön­nen mit den Vit­amin E‑Präparaten kor­ri­giert wer­den. Ein Man­gel an dem Vit­amin E spielt eine Rolle bei der Ent­wick­lung der Früh­ge­bo­re­nen, einer Augen­er­kran­kung, die durch die Expo­si­tion gegen­über hohen Sauer­stoff­kon­zen­tra­tio­nen im Cuvée ver­schlim­mert wird. Bei Kin­dern mit intes­ti­na­ler Mal­ab­sorp­tion kann sich ein schwe­res Vit­amin E‑Mangel ent­wi­ckeln. Sie wird von einer Viel­zahl neu­ro­lo­gi­scher Sym­ptome beglei­tet, wie z. B. ver­min­derte Reflexe, Geh­be­hin­de­rung, Dop­pel­bil­der, Ver­lust der moto­ri­schen Koor­di­na­tion und Mus­kel­schwä­che. Diese Sym­ptome ver­schlim­mern sich all­mäh­lich, ver­schwin­den aber bei ent­spre­chen­der Behand­lung vollständig.

Die Kin­der, die an einem Vit­amin E‑Mangel lei­den, sind in Wachs­tum und Gewicht unter­ent­wi­ckelt. Dar­über hin­aus kann ein Man­gel an die­sem Vit­amin bei Neu­ge­bo­re­nen Rachi­tis verursachen.

Die Ursa­chen

Der Vit­amin E‑Mangel bei Früh­ge­bo­re­nen ist recht häu­fig, da fett­lös­li­che Vit­amine, wie das Vit­amin E, nicht gut durch die Pla­zenta drin­gen. Zusätz­lich ver­schlim­mert eine Früh­ge­burt die­sen Man­gel. Die Ver­wen­dung einer Nah­rung mit einem hohen Anteil an mehr­fach unge­sät­tig­ten Fett­säu­ren erhöht den Bedarf an dem Vit­amin E, ins­be­son­dere bei Früh­ge­bo­re­nen. Ein Vit­amin E‑Mangel kann bei Kin­dern mit Krank­hei­ten auf­tre­ten, bei denen die Fett­ab­sorp­tion beein­träch­tigt ist. Zu sol­chen Krank­hei­ten gehö­ren z. B. Muko­vis­zi­dose und bestimmte gene­ti­sche Ano­ma­lien. Eine über­mä­ßige Eisen­auf­nahme kann einen Vit­amin E‑Mangel verschlimmern.

Die Dia­gnose

Die Dia­gnose wird durch die Bestim­mung des Vit­amin E‑Gehalts im Blut bestätigt.

Der Plas­ma­ge­halt an dem Vit­amin E beträgt bei Erwach­se­nen weni­ger als 0,8 mg% und bei Kin­dern weni­ger als 0,4 mg%.

Die Behand­lung

Die Behand­lung besteht in der Ver­ab­rei­chung von Vit­amin E‑Präparaten ente­ral oder par­en­te­ral, Ver­schrei­bung einer Vit­amin E‑reichen Diät.

Bei der Ver­ab­rei­chung hoher Dosen vom Vit­amin E an ein Früh­ge­bo­re­nes (100 mg/​kg/​Tag) kann es zu einer nekro­ti­sie­ren­den Ente­ro­ko­li­tis und Sep­sis kommen.