Bauch­fell­ent­zün­dung

Peri­to­ni­tis ist eine Ent­zün­dung des Bauch­fells, dem Gewebe, das die Innen­wand des Bau­ches aus­klei­det und die meis­ten Ihrer Bau­ch­or­gane bedeckt und unter­stützt. Die Bauch­fell­ent­zün­dung wird in der Regel durch eine Infek­tion mit Bak­te­rien oder Pil­zen ver­ur­sacht.

Unbe­han­delt kann sich die Peri­to­ni­tis schnell im Blut (Sep­sis) und in ande­ren Orga­nen aus­brei­ten, was zu mul­ti­plem Organ­ver­sa­gen und Tod führt. Wenn Sie also eines der Sym­ptome einer Bauch­fell­ent­zün­dung ent­wi­ckeln – das häu­figste davon sind starke Bauch­schmer­zen – ist es wich­tig, eine schnelle medi­zi­ni­sche Beur­tei­lung und Behand­lung zu suchen, die poten­zi­ell töd­li­che Kom­pli­ka­tio­nen ver­hin­dern kann.

Sym­ptome einer Peri­to­ni­tis

Die ers­ten Sym­ptome einer Bauch­fell­ent­zün­dung sind typi­scher­weise Appe­tit­lo­sig­keit und Übel­keit sowie ein stump­fer Bauch­schmerz, der sich schnell in anhal­tende, starke Bauch­schmer­zen ver­wan­delt, die durch jede Bewe­gung ver­stärkt wer­den.

Andere Anzei­chen und Sym­ptome im Zusam­men­hang mit Peri­to­ni­tis kön­nen sein :

  1. - Abdo­mi­nale Emp­find­lich­keit oder Deh­nung
  2. - Schüt­tel­frost
  3. - Fie­ber
  4. - Flüs­sig­keit im Bauch­raum
  5. - Kei­nen Urin abge­ben oder deut­lich weni­ger Urin als sonst.
  6. - Schwie­rig­kei­ten beim Gas­ge­ben oder Stuhl­gang
  7. - Erbre­chen

Ursa­chen der Peri­to­ni­tis

Die bei­den Haupt­ty­pen der Bauch­fell­ent­zün­dung sind die pri­märe spon­tane Bauch­fell­ent­zün­dung, eine Infek­tion, die sich im Bauch­fell­ent­zün­dung ent­wi­ckelt ; und die sekun­däre Bauch­fell­ent­zün­dung, die sich in der Regel ent­wi­ckelt, wenn eine Ver­let­zung oder Infek­tion in der Bauch­höhle infek­tiöse Orga­nis­men in das Bauch­fell­ent­zün­dung ermög­licht. Beide Arten der Peri­to­ni­tis sind lebens­be­droh­lich. Die Sterb­lich­keits­rate durch Peri­to­ni­tis hängt von vie­len Fak­to­ren ab, kann aber bei denen, die auch eine Zirrhose haben, bis zu 40% betra­gen. Bis zu 10% kön­nen an einer sekun­dä­ren Peri­to­ni­tis ster­ben.

Zu den häu­figs­ten Risi­ko­fak­to­ren für eine pri­märe spon­tane Peri­to­ni­tis gehö­ren :

Leber­er­kran­kung mit Zirrhose. Diese Erkran­kung ver­ur­sacht oft eine Ansamm­lung von Bauch­was­ser (Aszi­tes), die sich infi­zie­ren kann.

Nie­ren­ver­sa­gen bei der Bauch­fell­dia­lyse. Mit die­ser Tech­nik, bei der ein Kathe­ter in das Bauch­fell ein­ge­führt wird, wer­den Abfall­stoffe im Blut von Men­schen mit Nie­ren­ver­sa­gen ent­fernt. Es ist mit einem höhe­ren Risiko für eine Bauch­fell­ent­zün­dung ver­bun­den, da das Bauch­fell durch den Kathe­ter ver­se­hent­lich ver­un­rei­nigt ist.

Häu­fige Ursa­chen für eine sekun­däre Peri­to­ni­tis sind :

  1. - Ein geplatz­ter Blind­darm, Diver­ti­kel oder Magen­ge­schwür.
  2. - Ver­dau­ungs­krank­hei­ten wie Mor­bus Crohn und Diver­ti­ku­li­tis
  3. - Pan­krea­ti­tis
  4. - Ent­zünd­li­che Erkran­kun­gen des Beckens
  5. - Per­fo­ra­tio­nen des Magens, des Darms, der Gal­len­blase oder des Blind­darms
  6. - Chir­ur­gie
  7. - Trauma des Bau­ches, wie z.B. eine Ver­let­zung durch ein Mes­ser oder eine Schuss­wunde.
  8. - Nicht infek­tiöse Ursa­chen für Bauch­fell­ent­zün­dun­gen sind Reiz­stoffe wie Galle, Blut oder Fremd­stoffe im Bauch­raum, wie z.B. Barium.

Dia­gnose der Peri­to­ni­tis

Wenn Sie irgend­wel­che Sym­ptome einer Bauch­fell­ent­zün­dung haben, rufen Sie sofort Ihren Arzt. Die recht­zei­tige ärzt­li­che Betreu­ung ist beson­ders wich­tig bei Bauch­spei­chel­dia­ly­se­pa­ti­en­ten, die eine Kom­bi­na­tion aus Bauch­schmer­zen und einer Trü­bung der Bauch­fell­flüs­sig­keit haben, die durch eine Ansamm­lung von infek­ti­ons­be­kämp­fen­den wei­ßen Blut­kör­per­chen ver­ur­sacht wird.

Da Bauch­fell­ent­zün­dun­gen schnell zu poten­zi­ell töd­li­chen Kom­pli­ka­tio­nen wie Sep­sis und sep­ti­schem Schock füh­ren kön­nen, die zu einem mas­si­ven Abfall des Blut­drucks, Organ­ver­sa­gen und Tod füh­ren, ist es uner­läss­lich, eine schnelle Dia­gnose und eine ent­spre­chende Behand­lung zu erhal­ten.

Ihr Arzt wird Sie nach Ihren Sym­pto­men und Ihrer Kran­ken­ge­schichte fra­gen und eine gründ­li­che kör­per­li­che Unter­su­chung durch­füh­ren, ein­schließ­lich der Beur­tei­lung von Span­nung und Emp­find­lich­keit im Bauch­raum.

Dia­gnos­ti­sche Tests für Peri­to­ni­tis kön­nen Fol­gen­des beinhal­ten :

  1. - Blut- und Urin­tests
  2. - Bild­ge­bende Unter­su­chun­gen wie Rönt­gen­auf­nah­men und Com­pu­ter­to­mo­gra­phie (CT)
  3. - Explo­ra­tive Chir­ur­gie

Behand­lun­gen bei Peri­to­ni­tis

Wenn bei Ihnen eine Bauch­fell­ent­zün­dung dia­gnos­ti­ziert wird, wer­den Sie in ein Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert. Typi­scher­weise erhal­ten Sie sofort intra­ve­nöse Anti­bio­tika oder Anti­my­ko­tika zur Behand­lung der Infek­tion. Zusätz­li­che unter­stüt­zende Behand­lun­gen sind not­wen­dig, wenn sich das Organ­ver­sa­gen durch Sep­sis als Kom­pli­ka­tion der Infek­tion ent­wi­ckelt. Sol­che Behand­lun­gen kön­nen intra­ve­nöse Flüs­sig­kei­ten, Medi­ka­mente zur Auf­recht­erhal­tung des Blut­drucks und Ernäh­rungs­un­ter­stüt­zung umfas­sen.

Wenn Sie eine Peri­to­ne­al­dia­lyse-asso­zi­ierte Peri­to­ni­tis haben, kön­nen Sie Medi­ka­mente erhal­ten, die direkt in das Bauch­fell inji­ziert wer­den, eine Stra­te­gie, von der einige Stu­dien berich­tet haben, dass sie effek­ti­ver sind als intra­ve­nöse Medi­ka­mente. Bis zur Hei­lung der Peri­to­ni­tis müs­sen Sie eine andere Methode der Dia­lyse ver­wen­den, wie z.B. die Hämo­dia­lyse.

In vie­len Fäl­len ist eine Not­ope­ra­tion erfor­der­lich, ins­be­son­dere wenn die Peri­to­ni­tis durch Erkran­kun­gen wie Appen­di­zi­tis, ein per­fo­rier­tes Magen­ge­schwür oder Diver­ti­ku­li­tis ver­ur­sacht wurde. Infi­zier­tes Gewebe wie ein geplatz­ter Blind­darm oder Abszess wird ope­ra­tiv ent­fernt. Ebenso wie jeder Teil des Bauch­fell­ge­we­bes, der durch eine Infek­tion schwer geschä­digt wurde.

Wäh­rend Ihres Kran­ken­haus­auf­ent­hal­tes wer­den Sie genau auf Anzei­chen von Sep­sis und sep­ti­schem Schock über­wacht, die in der Regel eine sofor­tige Ver­le­gung auf die Inten­siv­sta­tion erfor­dern.

Vor­beu­gung von Peri­to­ni­tis

Für aus­ge­wählte Per­so­nen mit Zirrhose und Aszi­tes kann der Arzt Anti­bio­tika zur Vor­beu­gung von Peri­to­ni­tis ver­schrei­ben.

Obwohl Peri­to­ni­tis eine Kom­pli­ka­tion der Bauch­fell­dia­lyse sein kann, ist sie viel sel­te­ner als frü­her, da sie durch ver­bes­serte Tech­no­lo­gien und Selbst­pfle­ge­tech­ni­ken, die wäh­rend der Erst­aus­bil­dung ver­mit­telt wer­den, ver­ur­sacht wird.

Wenn Sie eine Peri­to­ne­al­dia­lyse erhal­ten, kön­nen Sie Ihr Risiko für eine Peri­to­ni­tis sen­ken, indem Sie diese Tipps befol­gen :

  1. - Waschen Sie Ihre Hände, ein­schließ­lich der Berei­che zwi­schen den Fin­gern und unter den Fin­ger­nä­geln, gründ­lich, bevor Sie den Kathe­ter berüh­ren.
  2. - Tra­gen Sie beim Aus­tausch eine Mund-/Na­sen­maske.
  3. - Ach­ten Sie auf die rich­tige ste­rile Aus­tausch­tech­nik.
  4. - Tra­gen Sie täg­lich eine Anti­bio­ti­ka­creme auf die Kathe­te­raus­tritts­stelle auf.

Mel­den Sie jede mög­li­che Kon­ta­mi­na­tion Ihrer Dia­ly­se­flüs­sig­keit oder Ihres Kathe­ters unver­züg­lich an Ihre Peri­to­ne­al­dia­ly­se­schwes­ter. In vie­len Fäl­len kann eine Ein­zel­do­sis Anti­bio­tika ver­hin­dern, dass eine Kon­ta­mi­na­tion zu einer Infek­tion wird.