Für viele ältere Men­schen wird eine schwa­che Blase zu einem gro­ßen Pro­blem. Aus Angst vor öffent­li­chen Pein­lich­kei­ten ver­su­chen sie, weni­ger Zeit an beleb­ten Orten zu ver­brin­gen, wei­gern sich zu rei­sen und wer­den ängst­lich, wenn sie das Haus auch nur für kurze Zeit ver­las­sen müs­sen. Aller­dings sollte die Situa­tion nicht zu dra­ma­tisch sein. Spe­zi­elle Übun­gen und eine rich­tig gewählte Diät wer­den hel­fen, ein unan­ge­neh­mes Pro­blem los­zu­wer­den und zum akti­ven Leben zurückzukehren.

Die Ursa­chen

In einer gesun­den Blase staut sich der Urin, bis ein bestimm­tes Volu­men erreicht ist, wor­auf­hin sich die Blase zusam­men­zieht, um sich zu ent­lee­ren. Die Men­schen begin­nen, den Harn­drang zu spü­ren. Aber durch wil­lent­li­che Kon­trak­tio­nen der Damm­mus­ku­la­tur und der Harn­röhre kann sie gehal­ten wer­den. Dies erfor­dert die koor­di­nierte Arbeit der Mus­keln der Bla­sen­wände, des Schließ­mus­kels, der sie ver­schließt, und der Ner­ven, die das Signal an die Mus­keln übertragen.

Ange­nom­men, eines der Glie­der die­sen Mecha­nis­mus ver­sagt, wird die Blase unzu­ver­läs­sig, und als Folge davon wird ihr Inhalt unwill­kür­lich frei­ge­setzt, wenn der Druck in der Bauch­höhle steigt, zum Bei­spiel beim Hus­ten, Nie­sen, Lachen, beim Heben von Gewichten.

Frauen haben fast drei­mal so häu­fig eine Bla­sen­schwä­che wie Män­ner. Dies ist auf­grund der Tat­sa­che, dass die Schwan­ger­schaft und die Ent­bin­dung die Wei­chen Struk­tu­ren deh­nen und schwä­chen, die innere Organe sin­ken und begin­nen, auf die Blase zu drü­cken zurück­zu­füh­ren. Mit der Meno­pause kom­men neue Pro­bleme hinzu. Durch die Umstruk­tu­rie­rung des weib­li­chen Kör­pers wird der Schließ­mus­kel an der schwächer.

Ein schar­fer Harn­drang kann ohne aus­rei­chende Fül­lung der Blase auf­tre­ten, dies kann die Folge einer Ent­zün­dung, der Zys­ti­tis, sein. Ein häu­fi­ger Harn­drang kann auf­tre­ten, wenn die Blase erregt ist. Sie beginnt zu schrump­fen, wenn sich eine kleine Menge Urin ansam­melt, wenn eine Per­son Angst oder Auf­re­gung erlebt, wie z.B. bei Prü­fun­gen. Spe­zi­elle Ent­span­nungs­übun­gen kön­nen hel­fen, die­sen Zustand zu lindern.

Es ist schwie­rig, zwi­schen einer Bla­sen­ent­zün­dung und einer Bla­sen­schwä­che zu unter­schei­den, ohne einen Arzt zu kon­sul­tie­ren, da eine Bla­sen­schwä­che auch eine Folge einer chro­ni­schen oder aku­ten Ent­zün­dung sein kann.

Bei Män­nern sind die meis­ten Fälle von beein­träch­tig­tem Was­ser­las­sen mit einer ver­grö­ßer­ten Pro­stata ver­bun­den. Das Pro­sta­taa­de­nom ist ein gut­ar­ti­ger Tumor, der bei etwa 60 % der Män­ner über 50 Jah­ren auf­tritt. Eine ver­grö­ßerte Drüse behin­dert den Urin­fluss und blo­ckiert die Harnröhre.

Die Sym­ptome

Ein häu­fi­ger Harn­drang sind die aller­ers­ten Sym­ptome der Krank­heit. Ein schwa­cher Fluss, sowie das Aus­lau­fen von Urin schafft eine sehr unan­ge­nehme Erfah­rung der unvoll­stän­di­gen Ent­lee­rung der Blase. Bei den Män­nern in die­ser Situa­tion schwie­ri­ger, da es not­wen­dig ist, die erkrankte Pro­stata zu behandeln.

Die The­ra­pie

Durch regel­mä­ßi­ges Becken­bo­den­trai­ning kann man den Zustand deut­lich verbessern.

In beson­ders schwe­ren Fäl­len ist eine Ope­ra­tion erfor­der­lich. Für viele Frauen brachte die Ope­ra­tion Erleich­te­rung, obwohl sich nicht alle trauen, sich einer Ope­ra­tion zu unterziehen.

Sowohl Män­ner als auch Frauen haben Bla­sen­ent­zün­dun­gen und Hyper­re­flex­bla­sen. Es kann auch zu einer Schwä­chung des Schließ­mus­kels kom­men, zum Bei­spiel bei schwe­rer kör­per­li­cher Arbeit.

Es ist aber mög­lich mit der Situa­tion zurecht­zu­kom­men. Sowohl Män­ner als auch Frauen soll­ten die Mus­keln des Beckens und des Dam­mes stär­ken, um ihnen den nöti­gen Tonus zu geben. Dies kann durch ziel­ge­rich­te­tes Trai­ning erreicht wer­den. Spe­zi­elle Ent­span­nungs­übun­gen lin­dern die Bla­sen­un­ruhe, und eine gesunde Ernäh­rung ergänzt das Behandlungsprogramm.