Die Depres­sion ist eine psy­chi­sche Stö­rung. Diese äußert sich häu­fig durch Lust­lo­sig­keit, die Unfä­hig­keit zur Lebens­freude, dem Zustand der Sehn­sucht, der Ver­zweif­lung, der Hoff­nungs­lo­sig­keit, beein­träch­tig­tes Den­ken und phy­si­sche Träg­heit. Die Haupt­ge­fahr für depres­sive Per­so­nen besteht darin, dass die Wahr­schein­lich­keit eines Selbst­mord­ver­suchs umso grö­ßer ist, je schlech­ter sich die Per­son fühlt. Die Depres­sio­nen sind bei Frauen dop­pelt so häu­fig wie bei Männern.

Die Ursa­chen

Die depres­sive Stö­run­gen wer­den nach ihrem Schwe­re­grad und den Ursa­chen, die sie aus­lö­sen, unterschieden.

Es wird zwi­schen psy­cho­ge­ner, endo­ge­ner und soma­to­ge­ner Depres­sion unterschieden

Die psy­cho­gene depres­sive Stö­run­gen sind Zustände, die sich auf­grund eini­ger psy­cho­lo­gi­scher oder belas­ten­der Gründe entwickeln.

Die endo­gene Depres­sion wird die Depres­sion bezeich­net, die bei Schi­zo­phre­nie, manisch-depres­si­ver Psy­chose und invo­lu­tio­nä­rer Melan­cho­lie auftritt.

Die soma­to­ge­nen depres­si­ven Stö­run­gen tre­ten als Folge von soma­ti­schen Erkran­kun­gen auf.

Die Depres­sio­nen tre­ten häu­fig bei Ver­gif­tun­gen, Infek­ti­ons­krank­hei­ten, Alko­hol- und Dro­gen­miss­brauch auf.

Der Zustand der Depres­sion ver­än­dert unsere psy­cho­lo­gi­sche Wahr­neh­mung der Welt, das mensch­li­che Ver­hal­ten und den Denk­pro­zess. Oft ist die Per­son rat­los und ist sich sei­nes Zustan­des nicht bewusst.

Man unter­schei­det zwi­schen uni­po­la­rer und bipo­la­rer Depres­sion. Bei der uni­po­la­ren Depres­sion bleibt die Stim­mung auf einem ein­zi­gen, redu­zier­ten Niveau. Bei der bipo­la­ren Depres­sion über­wie­gen unter­schied­li­che Aus­prä­gun­gen der manisch-depres­si­ven Sym­pto­ma­tik. Die­ser Zustand ist dem, einer schwe­ren Erkran­kung sehr ähn­lich, aber die bei­den soll­ten nicht ver­wech­selt wer­den, da die bipo­lare Stö­rung eine sepa­rate psy­chi­sche Erkran­kung ist.

Die Sym­ptome

Bei einer Depres­sion kön­nen sich die Sym­ptome auf fol­gende Weise äußern

- ein Zustand der Bedrücktheit

- ein Des­in­ter­esse an den Lebens­freu­den, das sich bis zur abso­lu­ten Gleich­gül­tig­keit steigert

Jeder Mensch ist anders, daher kann sich eine Depres­sion bei jedem anders äußern. Das Alter, der Lebens­stil und selt­sa­mer­weise auch die reli­giö­sen Über­zeu­gun­gen und der soziale Sta­tus spie­len eben­falls eine Rolle. Der Beginn einer Depres­sion ist schwer zu beur­tei­len, und die Betrof­fe­nen selbst sind oft nicht in der Lage zu erken­nen, was mit ihnen geschieht. Dies ist auf eine Beein­träch­ti­gung des Den­kens und der geis­ti­gen Ruhe zurück­zu­füh­ren. Als Folge von emo­tio­na­lem Stress ver­än­dert sich auch der phy­sio­lo­gi­sche Zustand.

Die häu­fi­gen Kopf­schmer­zen füh­ren zur Reiz­bar­keit, oft kommt es zum Gewichts­ver­lust, zur Lang­sam­keit in Bewe­gung und Kon­ver­sa­tion. Natür­lich gibt es auch die gegen­tei­li­gen Erschei­nungs­for­men. Obwohl dies sel­ten ist, kommt es vor, dass eine Per­son im Gegen­teil ihre Bewe­gun­gen beschleu­nigt. Wenn die­ses Ver­hal­ten vor­her nicht typisch war, sollte man es nicht igno­rie­ren, denn es ist wahr­schein­lich ein deut­li­ches Zei­chen für eine Depression.

Die ver­schie­de­nen Arten von Depressionen

Die kli­ni­sche Depression

Ist eine der häu­figs­ten For­men. Sie äußert sich meist in depres­si­ver Stim­mung, und führt bei Ver­schlech­te­rung oft zu Selbst­mord­ver­su­chen oder Selbst­ver­let­zun­gen jeg­li­cher Art

Die aty­pi­sche Depression

Der Name spricht für sich selbst. Dies ist nur die Aus­nahme, wenn sich die Krank­heit in einer nicht ganz nor­ma­len Form mani­fes­tiert, z.B. Gewichts­zu­nahme, als Folge von gestei­ger­tem Appe­tit und erhöhte Emotionalität

Die post­na­tale Depression

Die Depres­sion nach einer Ent­bin­dung hat das glei­che Erschei­nungs­bild wie die kli­ni­sche, mit dem Unter­schied, dass sie inner­halb von 6 Wochen nach der Ent­bin­dung auf­tritt. Auch hier füh­ren der Schlaf­man­gel, die man­gelnde Erho­lung und die kör­per­li­che Erschöp­fung zum Auf­tre­ten von Depressionen

Die wie­der­keh­rende tran­si­ente Depression

Das Unter­schei­dungs­merk­mal die­ser Art ist die Dauer. Meis­tens erle­ben Men­schen, die an die­ser Form lei­den, etwa ein­mal im Monat für zwei Tage bis zwei Wochen Depres­si­ons­an­fälle. Meis­tens gehen diese ohne Fol­gen vor­bei, aber es gibt auch Fälle, in denen der Über­gang zur chro­ni­schen Form erfolgt

Die Dys­thy­mie

Dies ist eine chro­ni­sche Form, die min­des­tens zwei Jahre andau­ert. Der Pati­ent lei­det unter schlech­ter Laune, stän­di­ger Müdig­keit, kör­per­li­cher und emo­tio­na­ler Erschöp­fung, Schlaf­lo­sig­keit, Appe­tit­lo­sig­keit. Diese Sym­ptome tre­ten nicht not­wen­di­ger­weise gleich­zei­tig auf und begin­nen am häu­figs­ten in der Adoleszenz.

Die endo­gene Depression

Das Beson­dere an der endo­ge­nen Depres­sion ist, dass ihre Ursa­che nicht in einer Reihe von äuße­ren Fak­to­ren liegt, son­dern im inne­ren Zustand der Per­son. Externe Fak­to­ren beein­flus­sen natür­lich seine Ent­wick­lung, aber nur am Anfang. Daher wird ange­nom­men, dass die Ursa­che für diese Form der Krank­heit in einem che­mi­schen Ungleich­ge­wicht des Kör­pers liegt. Bei die­ser Form der Depres­sion wird die Behand­lung immer mit Anti­de­pres­siva durchgeführt.

Die sai­so­nale Depression

Die sai­so­nale Depres­sion ist eine affek­tive Stö­rung des psy­chi­schen und phy­si­schen Zustands einer Per­son, die durch Sai­so­na­li­tät und Peri­odi­zi­tät gekenn­zeich­net ist. Es gibt zwei Modelle : Die Win­ter­de­pres­sion beginnt Mitte Okto­ber bis Anfang Novem­ber und dau­ert bis zur Ankunft eines war­men Früh­lings. Die som­mer­li­che gilt als sel­te­ner und tritt von Ende Mai bis Herbst auf.

Die sai­so­nale affek­tive Störung

Das ist eine ernst­hafte psy­chi­sche Erkran­kung, die von einem qua­li­fi­zier­ten Psy­cho­the­ra­peu­ten dia­gnos­ti­ziert und behan­delt wird. Ver­nach­läs­si­gen Sie nicht den Gang zum Arzt, um die Situa­tion nicht zu verschlimmern.

Selbst­hil­fe­mög­lich­kei­ten

Die Tages­licht­stun­den sol­len künst­lich ver­län­gert wer­den. Eine starke Redu­zie­rung der Tages­licht­stun­den und der Man­gel an Son­nen­licht ist eine der wich­ti­gen Ursa­chen für Stim­mungs­schwan­kun­gen und für den schwa­chen phy­si­schen all­ge­mei­nen Zustand. Da kann man mit häu­fi­gem Auf­ent­halt an der fri­schen Luft und Ver­mei­dung län­gere Auf­ent­halte in dunk­len Räu­men entgegenwirken.

Die Menge an Vit­amin D im Kör­per sollte erhöht werden.

Die phy­si­sche Akti­vi­tät sollte erhöht wer­den. Jede Art von Bewe­gung, sei es eine Turn­stunde, Tan­zen, Jog­gen oder Spa­zie­ren­ge­hen, akti­viert den Pro­zess der Bil­dung vom Endorphin.

Die Ernäh­rung soll umge­stellt oder ver­bes­sert wer­den. Die rich­tige Ernäh­rung in der kal­ten Jah­res­zeit ist nicht nur für das Ner­ven­sys­tem und die geis­tige Gesund­heit wich­tig, son­dern auch für alle Sys­teme des Kör­pers. Man soll mehr Obst und Gemüse in die Ernäh­rung aufnehmen.

Die Behand­lung

Die häu­figs­ten Mög­lich­kei­ten zur Behand­lung von Depres­sio­nen sind der Besuch eines Psy­cho­the­ra­peu­ten, Psy­cho­the­ra­pie und die Ein­nahme von anti­de­pres­si­ven Medi­ka­men­ten, Medikamente.

Die Ein­nahme von Medi­ka­men­ten hilft, die Stim­mung zu ver­bes­sern, den Stress abzu­bauen, den Appe­tit zu stei­gern, die Schlaf­stö­run­gen und die Angst­zu­stände los­zu­wer­den. Die Anti­de­pres­siva gibt es in ver­schie­de­nen Vari­an­ten. Zur Behand­lung apa­thi­scher Pati­en­ten wer­den Medi­ka­mente mit sti­mu­lie­ren­der Wir­kung eingesetzt.

Wenn die Krank­heit von Angst, Reiz­bar­keit und Unruhe beglei­tet wird, wer­den beru­hi­gende Anti­de­pres­siva ver­schrie­ben. Es sollte nicht ver­ges­sen wer­den, dass alle Medi­ka­mente, die zur Behand­lung sol­cher Krank­hei­ten ver­wen­det wer­den, eine Reihe von schwer­wie­gen­den Neben­wir­kun­gen haben. Bei einer leich­ten Mani­fes­ta­tion der Depres­sion wer­den Medi­ka­mente auf Basis von magne­si­um­hal­ti­gen Kräu­tern verordnet.

Lei­der hel­fen die Medi­ka­mente nicht jedem. Die Medi­ka­mente lin­dern die Sym­ptome oder redu­zie­ren ihre Mani­fes­ta­tion in 40 – 60% der Fälle deutlich.

Manch­mal ist die Behand­lung mit Anti­de­pres­siva kon­tra­in­di­ziert, oder die Per­son selbst wei­gert sich, sie ein­zu­neh­men. In die­sen Fäl­len wer­den Psy­cho­the­ra­pie­sit­zun­gen durch­ge­führt. Im Ver­gleich zur medi­ka­men­tö­sen The­ra­pie bie­tet die Psy­cho­the­ra­pie eine ähn­li­che Wirksamkeit.

Es wird zwi­schen der kogni­ti­ven und der inter­per­so­nel­len Metho­den unterschieden.

Die kogni­tive Psychotherapie

Dies ist eine Methode der Psy­cho­lo­gie, die einer Per­son hilft, ihre Denk­pro­zesse zu erken­nen und zu ver­än­dern. Man soll ver­ste­hen, wel­che davon feh­ler­haft sind und wel­che Maß­nah­men dage­gen ergrif­fen wer­den soll​ten​.Im Pro­zess der Kom­mu­ni­ka­tion mit dem Psy­cho­the­ra­peu­ten beginnt der Pati­ent zu ver­ste­hen und nach Lösun­gen für eine Reihe von Pro­ble­men zu suchen, wie z.B.:

- Der Ein­fluss nega­ti­ver Gedan­ken auf den Lebens­ver­lauf und das Verhalten

- Die nega­tive Gedan­ken zu mana­gen, sie aus­zu­mer­zen und in die rich­tige Rich­tung zu leiten

- Ver­ste­hen, wel­che Ent­schei­dun­gen rich­tig sind und wel­che den depres­si­ven Zustand verschlimmern

- Die Hilfe bei den Her­aus­for­de­run­gen, aus einer Depres­sion herauszukommen

Inter­per­so­nelle Psychotherapie

Ist heute eine der erfolg­reichs­ten Kurz­zeit­the­ra­pien. Diese Methode wurde ursprüng­lich zur Behand­lung depres­si­ver Pati­en­ten ent­wi­ckelt. Es basiert auf der Ein­schät­zung, dass eine Per­son in einen Zustand der Ver­zweif­lung fällt, weil sie nicht in die Gesell­schaft um sie herum passt. Im Wesent­li­chen ent­ste­hen alle Pro­bleme durch Fehl­ein­schät­zun­gen der Men­schen um sie herum und Schwie­rig­kei­ten in der Kom­mu­ni­ka­tion. Dies kann durch Fak­to­ren wie einen Umzug an einen neuen Wohn­ort, den Tod einer nahe­ste­hen­den Per­son oder per­sön­li­che Eigen­schaf­ten, die die Kom­mu­ni­ka­tion behin­dern, wie der inne­rer Rück­zug oder Schüch­tern­heit, ver­ur­sacht wer­den. Diese Methode wird auch häu­fig zur Behand­lung von post­na­ta­len Depres­sio­nen ein­ge­setzt, wenn sich die Mut­ter völ­lig zurück­zieht und sich sogar wei­gert mit ihrer Fami­lie zu kommunizieren.

Es gibt auch unkon­ven­tio­nelle Behand­lungs­me­tho­den, wie die Hyp­nose, die Aku­punk­tur, die Medi­ta­tion und die Musik- oder die Zei­chen­the­ra­pie. All dies zielt dar­auf ab, sich selbst bes­ser ken­nen­zu­ler­nen und innere Pro­bleme zu erken­nen, die einen daran hin­dern, das Leben zu genie­ßen und Kon­takte zu knüp­fen. Alle The­ra­pien geben dem Pati­en­ten die Chance, zu gene­sen und an sich selbst und an die eigene Kraft zu glauben.