Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit ist ein recht häu­fi­ges Pro­blem.

Es ist gekenn­zeich­net durch Neben­wir­kun­gen von Glu­ten, einem Pro­tein, das in Wei­zen, Gerste und Rog­gen vor­kommt. Die Zölia­kie ist die schwerste Form der Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit. Es han­delt sich um eine Auto­im­mun­erkran­kung, die etwa 1% der Bevöl­ke­rung betrifft und zu Schä­den im Ver­dau­ungs­sys­tem füh­ren kann.

Jedoch kön­nen 0,5 – 13% der Men­schen auch eine Emp­find­lich­keit gegen Glu­ten ohne Zölia­kie haben, eine mil­dere Form der Glu­ten­in­to­le­ranz, die immer noch Pro­bleme ver­ur­sa­chen kann.

Beide For­men der Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit kön­nen weit ver­brei­tete Sym­ptome ver­ur­sa­chen, von denen viele nichts mit der Ver­dau­ung zu tun haben.

Hier sind die wich­tigs­ten Anzei­chen und Sym­ptome einer Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit.

1. Blä­hun­gen

Blä­hun­gen sind, wenn du das Gefühl hast, dass dein Bauch auf­ge­bläht oder vol­ler Gas ist, nach­dem du geges­sen hast. Das kann dazu füh­ren, dass du dich unglück­lich fühlst. Obwohl Blä­hun­gen sehr ver­brei­tet sind und viele Gründe haben kön­nen, kann es auch ein Zei­chen für eine Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit sein. Tat­säch­lich ist das Auf­blä­hen eine der häu­figs­ten Beschwer­den von Pati­en­ten, die emp­find­lich oder into­le­rant gegen­über Glu­ten sind. Eine Stu­die zeigte, dass 87% der Men­schen, die eine Glu­ten­sen­si­bi­li­tät ohne Zölia­kie ver­mu­tet hat­ten, eine Blä­hung hat­ten.

Blä­hun­gen sind eines der häu­figs­ten Sym­ptome einer Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit. Es geht darum, dass sich der Bauch nach dem Essen geschwol­len fühlt.

2. Durch­fall, Ver­stop­fung und stin­ken­der Kot

Gele­gent­lich ist es nor­mal, Durch­fall und Ver­stop­fung zu bekom­men, aber es kann Anlass zur Sorge geben, wenn es regel­mä­ßig pas­siert. Diese sind auch ein häu­fi­ges Sym­ptom der Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit. Per­so­nen mit Zölia­kie erle­ben nach dem Ver­zehr von Glu­ten eine Ent­zün­dung im Darm. Dies scha­det der Darm­schleim­haut und führt zu einer schlech­ten Nähr­stoff­auf­nahme, was zu erheb­li­chen Ver­dau­ungs­stö­run­gen und häu­fi­gem Durch­fall oder Ver­stop­fung führt. Glu­ten kann jedoch auch Ver­dau­ungs­be­schwer­den bei eini­gen Men­schen ver­ur­sa­chen, die keine Zölia­kie haben.Mehr als 50% der glu­ten­emp­find­li­chen Per­so­nen haben regel­mä­ßig Durch­fall, wäh­rend etwa 25% Ver­stop­fung haben.

Dar­über hin­aus kön­nen bei Zölia­kie­pa­ti­en­ten auf­grund der schlech­ten Nähr­stoff­auf­nahme blas­ser und übel rie­chen­der Kot auf­tre­ten.

Häu­fi­ger Durch­fall kann einige große gesund­heit­li­che Pro­bleme ver­ur­sa­chen, wie z.B. Elek­tro­lyt­ver­lust, Dehy­drie­rung und Müdig­keit (14).

3. Bauch­schmer­zen

Bauch­schmer­zen sind sehr häu­fig und kön­nen zahl­rei­che Erklä­run­gen haben. Es ist aber auch das häu­figste Ein­zel­sym­ptom einer Glutenunverträglichkeit.Bis zu 83% der Men­schen mit Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit haben Bauch­schmer­zen und Beschwer­den nach dem Ver­zehr von Glu­ten.

4. Kopf­schmer­zen

Viele Men­schen haben ab und zu Kopf­schmer­zen oder Migräne. Migräne ist eine häu­fige Erkran­kung, wobei 10 – 12% der west­li­chen Bevöl­ke­rung sie regel­mä­ßig erle­ben. Inter­es­san­ter­weise haben Stu­dien gezeigt, dass glu­ten­in­to­le­rante Per­so­nen mög­li­cher­weise anfäl­li­ger für Migräne sind als andere. Wenn Sie regel­mä­ßig Kopf­schmer­zen oder Migräne haben, ohne dass eine offen­sicht­li­che Ursa­che vor­liegt, kön­nen Sie emp­find­lich auf Glu­ten reagie­ren.

5. Müde sein

Müdig­keit ist sehr ver­brei­tet und meist nicht mit einer Krank­heit ver­bun­den. Wenn Sie sich jedoch stän­dig sehr müde füh­len, dann soll­ten Sie die Mög­lich­keit einer zu Grunde lie­gen­den Ursa­che unter­su­chen. Glu­ten­un­ver­träg­li­che Pati­en­ten sind sehr anfäl­lig für Müdig­keit und Müdig­keit, ins­be­son­dere nach dem Ver­zehr von glu­ten­hal­ti­gen Lebens­mit­teln. Stu­dien haben gezeigt, dass 60 – 82% der glu­ten­in­to­le­ran­ten Per­so­nen häu­fig an Müdig­keit und Erschöp­fung lei­den. Dar­über hin­aus kann eine Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit auch eine Eisen­man­gelan­ämie ver­ur­sa­chen, die wie­derum zu mehr Müdig­keit und Ener­gie­man­gel führt.

6. Haut­pro­bleme

Eine Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit kann sich auch auf die Haut aus­wir­ken. Eine bla­sen­bil­dende Haut­er­kran­kung namens Der­ma­ti­tis her­pe­ti­for­mis ist die Haut­sym­pto­ma­tik der Zölia­kie. Jeder, der an der Krank­heit lei­det, ist emp­find­lich gegen­über Glu­ten, aber weni­ger als 10% der Pati­en­ten haben Ver­dau­ungs­be­schwer­den, die auf eine Zölia­kie hin­wei­sen. Dar­über hin­aus haben sich meh­rere andere Haut­er­kran­kun­gen bei einer glu­ten­freien Ernäh­rung ver­bes­sert. Dazu gehö­ren :

Pso­ria­sis : Ent­zün­dungs­krank­heit der Haut, gekenn­zeich­net durch Schup­pung und Rötung der Haut.
Alo­pe­cia areata : Eine Auto­im­mun­erkran­kung, die als nicht-schnei­den­der Haar­aus­fall auf­tritt.
Chro­ni­sche Urtika­ria : Ein Haut­zu­stand, der durch wie­der­keh­rende, juckende, rosa oder rote Läsio­nen mit hel­len Zen­tren gekenn­zeich­net ist.

7. Depres­sio­nen

Depres­sio­nen betref­fen jedes Jahr etwa 6% der Erwach­se­nen. Die Sym­ptome kön­nen sehr beein­träch­ti­gend sein und umfas­sen Gefühle von Hoff­nungs­lo­sig­keit und Trau­rig­keit. Men­schen mit Ver­dau­ungs­pro­ble­men schei­nen anfäl­li­ger für Angst und Depres­sion zu sein, als gesunde Men­schen. Dies ist beson­ders häu­fig bei Men­schen mit Zölia­kie.

Es gibt einige Theo­rien dar­über, wie Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit Depres­sio­nen aus­lö­sen kann. Dazu gehö­ren :

Anor­ma­ler Sero­ton­in­spie­gel : Sero­to­nin ist ein Neu­ro­trans­mit­ter, der es den Zel­len ermög­licht, zu kom­mu­ni­zie­ren. Es ist all­ge­mein bekannt als eines der „Glücks­hor­mone”. Ver­min­derte Men­gen davon sind mit Depres­sio­nen ver­bun­den .
Glu­ten-Exor­phine : Diese Pep­tide wer­den wäh­rend der Ver­dau­ung eini­ger der Glu­ten­pro­te­ine gebil­det. Sie kön­nen das zen­trale Ner­ven­sys­tem stö­ren, was das Risiko einer Depres­sion erhö­hen kann.

8. Uner­klär­li­che Gewichts­ab­nahme

Eine uner­war­tete Gewichts­ver­än­de­rung ist oft Grund zur Sorge. Obwohl es aus ver­schie­de­nen Grün­den ent­ste­hen kann, ist die uner­klär­li­che Gewichts­ab­nahme eine häu­fige Neben­wir­kung der nicht dia­gnos­ti­zier­ten Zöliakie.In einer Stu­die an Zölia­kie­pa­ti­en­ten hat­ten zwei Drit­tel in den sechs Mona­ten vor der Dia­gnose abge­nom­men. Der Gewichts­ver­lust kann durch eine Viel­zahl von Ver­dau­ungs­sym­pto­men erklärt wer­den, ver­bun­den mit einer schlech­ten Nähr­stoff­auf­nahme.

9. Eisen­man­gelan­ämie

Eisen­man­gelan­ämie ist der häu­figste Nähr­stoff­man­gel der Welt und ver­ur­sacht bei 5% bzw. 2% der ame­ri­ka­ni­schen Frauen und Män­ner eine Anämie. Eisen­man­gel ver­ur­sacht Sym­ptome wie gerin­ges Blut­vo­lu­men, Müdig­keit, Kurz­at­mig­keit, Schwin­del, Kopf­schmer­zen, blasse Haut und Schwä­che. Bei Zölia­kie ist die Nähr­stoff­auf­nahme im Dick­darm beein­träch­tigt, was dazu führt, dass eine gerin­gere Menge an Eisen aus der Nah­rung auf­ge­nom­men wird.

Neuere Stu­dien deu­ten dar­auf hin, dass Eisen­man­gel sowohl bei Kin­dern als auch bei Erwach­se­nen mit Zölia­kie signi­fi­kant sein kann.