Betrug die Lebens­er­war­tung zum Zeit­punkt der Gebur­ten­jahr­gän­gen 19011910 bei Män­nern noch 44,82 Jahre und bei Frauen 48,33 Jahre, so waren es 20032005 schon 76,21 Jahre bei den Män­nern und 81,78 Jahre bei den Frauen 13.

Die Lebens­er­war­tung in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land wird vor­aus­sicht­lich wei­ter stei­gen.

Das Bun­des­amt für Sta­tis­tik legt für Bevöl­ke­rungs­pro­gno­sen bis zum Jahre 2050 eine Lebens­er­war­tung neu­ge­bo­re­ner Jun­gen von 83,5 Jah­ren und neu­ge­bo­re­ner Mäd­chen von 88,0 Jah­ren zu Grunde 14. Die Gebur­ten­häu­fig­keit wird für diese Pro­gnose mit 1,4 Gebur­ten je Frau ange­nom­men 15. Ein Schrump­fen der Gesamt­be­völ­ke­rung ergibt sich nun dar­aus, dass die Zahl der Gebur­ten klei­ner ist als die der Ster­be­fälle, also ein Gebur­ten­de­fi­zit besteht.
Zusätz­lich wird dies in Zukunft nicht mehr durch den Wan­de­rungs­saldo (Saldo aus Zu- und Abwan­de­rung) aus­ge­gli­chen wer­den 16. Die stei­gende Lebens­er­war­tung ver­zö­gert das Schrump­fen der Bevöl­ke­rung ledig­lich, da Ster­be­fälle auf einen spä­te­ren Zeit­punkt fal­len 17.

Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt hat mit unter­schied­li­chen Grund­an­nah­men die Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land bis zum Jahr 2050 pro­gnos­ti­ziert 18.

Geht man von einer Gebur­ten­häu­fig­keit von 1,4 Kin­dern je Frau, einer Lebens­er­war­tung von 83,5 Jah­ren bei Män­nern und 88 Jah­ren bei Frauen, sowie einem Wan­de­rungs­saldo von 100.000 Per­so­nen aus, so erhält man
die pro­gnos­ti­zierte Bevöl­ke­rungs­un­ter­grenze im Betrach­tungs­zeit­raum. Danach wird die Gesamt­be­völ­ke­rungs­zahl Deutsch­lands von 82,2 Mio. Men­schen im Jahr 2007 auf 68,7 Mio. Men­schen im Jahr 2050 sin­ken. Der Anteil der Men­schen über 50 Jahre wird rela­tiv von etwa 39% im Jahr 2007 auf 53% im Jahr 2050 stei­gen. Ab dem Jahr 2034 wird in die­ser Berech­nungs­va­ri­ante der Anteil der Bevöl­ke­rung über 50 Jahre mehr als 50% betra­gen. Doch nicht nur rela­tiv wird der Anteil der älte­ren Per­so­nen durch das Gebur­ten­de­fi­zit stei­gen.

Die lange Lebens­er­war­tung wird dazu füh­ren, dass die Zahl der Per­so­nen über 50 Jahre von 31,8 Mio. im Jahr 2007 auf 38,1 Mio. im Jahr 2038 steigt. Dann wird auch diese Per­so­nen­gruppe vom Gebur­ten­de­fi­zit ein­ge­holt und 2050 wer­den dann noch etwa 36,5 Mio. Men­schen in Deutsch­land über 50 Jahre alt sein. Der Teil der Bevöl­ke­rung, der unter 50 Jahre alt ist, wird von abso­lut 50,4 Mio. im Jahr 2007 auf 32,2 Mio. Men­schen im Jahr 2050 sin­ken. Opti­mis­ti­schere Vari­an­ten der Bevölkerungsvorausberechnung19 füh­ren zu höhe­ren Gesamt­be­völ­ke­rungs­zah­len, die pro­gnos­ti­zierte Bevöl­ke­rungs­zu­sam­men­set­zung ist aber auch hier ähn­lich wie im dar­ge­stell­ten Bei­spiel.


13 Vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt (2007a), S. 54.
14 Vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt (2007a), S. 57.
15 Vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt (2007a), S. 57.
16 Vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt (2006a), S. 31.
17 Vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt (2006a), S. 31.
18 Vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt (2006b).
19 Für eine Über­sicht der Annah­men zur Bevöl­ke­rungs­vor­aus­be­rech­nung
vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt (2006b), Blatt 3.