2.2 Einkommens- und Ver­mö­gens­si­tua­tion der Ziel­gruppe 50plus

Immer wie­der wird von der Ziel­gruppe 50plus als einer sehr finanz­kräf­tige Genera­tion gespro­chen 20. In einer Stu­die von Grey Stra­te­gic Plan­ning wer­den Men­schen über 50 Jahre gar als „reichste Genera­tion aller Zei­ten 21“ bezeich­net.

Das Kon­sum­po­ten­zial der Ziel­gruppe wird durch Ein­kom­men und Ver­mö­gen bestimmt 22. Die Ein­kom­mens­zu­sam­men­set­zung ver­än­dert sich mit zuneh­men­dem Alter stark. Wäh­rend für Men­schen unter 65 Jahre das Arbeits­ein­kom­men den höchs­ten Anteil am Gesamt­ein­kom­men aus­macht, ist für Men­schen über 65 Jahre der Ren­ten­be­zug durch ein Aus­schei­den aus dem Erwerbs­le­ben die Haupt­ein­kom­mens­art. Ins­ge­samt lie­gen die Durch­schnitt­li­chen Haus­halts­ein­kom­men älte­rer Men­schen ab 65 Jahre deut­lich unter denen jün­ge­rer.

Die Ziel­gruppe 50plus scheint, bezo­gen auf das Haus­halts­ein­kom­men, zunächst nur inter­es­sant zu sein, so lange sie sich im Erwerbs­le­ben, also im Alter bis etwa 65 Jahre, befin­det. Betrach­tet man nun die Haus­halts­grö­ßen in den jewei­li­gen Alters­klas­sen, so ergibt sich ein dif­fe­ren­zier­te­res Bild. Deut­lich erkenn­bar ist, dass Men­schen ab 60 Jahre fast aus­schließ­lich in Ein- oder Zwei­per­so­nen­haus­hal­ten leben. Die Kin­der sind dann aus­ge­zo­gen oder der (Ehe)Partner ver­stor­ben 23. das Haus­halts­ein­kom­men muss also auf weni­ger Haus­halts­mit­glie­der ver­teilt wer­den 24. Zusätz­lich zum regel­mä­ßi­gen Ein­kom­men steht den Haus­hal­ten Ver­mö­gen zur Ver­fü­gung.

Ten­den­zi­ell ist das Ver­mö­gen im höhe­ren Lebens­al­ter beson­ders groß, da es wäh­rend des Lebens durch Spa­ren auf­ge­baut wird 25. Dane­ben ver­grö­ßert sich Ver­mö­gen auch durch Erb­schaf­ten.
Ins­ge­samt ver­fü­gen Men­schen über 50 Jahre über etwa 61% der pri­va­ten Geld­ver­mö­gen mit einem Gesamt­vo­lu­men von mehr als 720 Mrd. € 26. Die 55- bis 65- Jäh­ri­gen hiel­ten dabei im Jahr 2003 mit
durch­schnitt­lich 57.500 € das höchste Haus­halts­net­to­geld­ver­mö­gen nach Alters­klas­sen 27.

Trotz die­ser viel­ver­spre­chen­den Aus­sa­gen ist zu beach­ten, dass Einkommens- und Ver­mö­gens­ver­hält­nisse von einer Viel­zahl von Fak­to­ren abhän­gen und sich sehr hete­ro­gen dar­stel­len 28. Poli­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen, indi­vi­du­elle Lebens­läufe oder regio­nale Unter­schiede zwi­schen Ost- und West­deutsch­land wir­ken sich erheb­lich auf die finan­zi­el­len Ver­hält­nisse im Alter aus 29. So sind Ältere in Ost­deutsch­land, Allein lebende und ältere Frauen finan­zi­ell deut­lich schlech­ter gestellt als andere Per­so­nen­grup­pen 30. Auch Aus­sa­gen zu zukünf­ti­gen Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen der Ziel­gruppe 50plus las­sen sich aus die­sen Grün­den nicht pro­blem­los tref­fen.31


20 Vgl. BMFSFJ (2005), S. 187
21 GREY (1998).
22 Vgl. BMFSFJ (2005) , S. 187.
23 Vgl. Hupp (1999), S. 5.
24 Vgl. Cir­kel et al. (2006), S. 21.
25 Vgl. BMFSFJ (2005),S. 203 f.
26 Vgl. Cir­kel et al. (2006), S. 30.
27 Vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt (2004), S. 80.
28 Vgl. BMFSFJ (2005), S. 187 f.
29 Vgl. BMFSFJ (2005), S. 191.
30 Vgl. Grabka (2004), S. 69.

31 Vgl. BMFSFJ (2005), S. 188.