2.3 Kon­sum­ver­hal­ten der Ziel­gruppe 50plus

Wie ver­wen­den Men­schen über 50 Jahre ihr Geld ? Zunächst wird ein gewis­ser Teil des Ein­kom­mens gespart. Vom 50. bis zum 69. Lebens­jahr sinkt die Spar­quote 32. Danach steigt sie wie­der an, da die Kon­sum­nei­gung im Alter nach­lässt 33. Men­schen von 50 bis 69 Jah­ren ver­wen­den im Ver­gleich zu ande­ren Alters­grup­pen ten­den­zi­ell den größ­ten Teil ihres Ein­kom­mens für den Kon­sum 34.

Gegen­wär­tig nimmt die Bereit­schaft zum Kon­su­mie­ren bei der älte­ren Genera­tion zu 35. Spar­sam­keit als Tugend der heu­ti­gen Alten wird für die kom­men­den „akti­ven Alten“ eine wesent­lich gerin­gere Rolle spie­len 36.

Den höchs­ten Anteil an den Aus­ga­ben der Haus­halte machen Aus­ga­ben für das Woh­nen aus. Diese blei­ben, abso­lut betrach­tet, im Lebens­ver­lauf etwa gleich hoch 37. Wei­tere große Pos­ten bei den Kon­sum­aus­ga­ben sind Nah­rungs­mit­tel, Ver­kehr und Unter­hal­tung, wobei die Aus­ga­ben für Ver­kehr und Unter­hal­tung in den spä­ten Lebens­pha­sen abneh­men 38.

Inter­es­sant ist im Rah­men die­ser Arbeit jedoch die Ent­wick­lung der Aus­ga­ben für Dienst­leis­tun­gen. Beson­ders hohe Zuwächse bei der Ziel­gruppe 50plus konn­ten in den letz­ten Jah­ren bei­spiels­weise die Berei­che der Dienst­leis­tun­gen für Gesund­heits­pflege, Haus­halts­füh­rung, Rei­sen oder Kör­per­pflege ver­zeich­nen 39. Im Bereich der Gesund­heits­dienst­leis­tun­gen und haus­halts­na­hen Dienst­leis­tun­gen wird ein zuneh­mend hohes Lebens­al­ter zu wach­sen­den Markt­chan­cen füh­ren 40. Die Anteile der über 50- Jäh­ri­gen an den Gesamt­aus­ga­ben für Güter und Dienst­leis­tun­gen im Bereich Gesund­heit wer­den nach Pro­gno­sen des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Fami­lie, Senio­ren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) von etwa 67% im Jahr 2005 auf etwa 77% im Jahr 2035 stei­gen 41.

Viel freie Zeit

Viel freie Zeit nach dem Aus­schei­den aus dem Erwerbs­le­ben führt dazu, dass ältere Men­schen in Deutsch­land fast genauso häu­fig rei­sen wie jün­gere und beson­ders als allein Rei­sende mehr Geld aus­ge­ben 42. Bei den Aus­ga­ben für Rei­sen und Hotels steigt der Anteil der über 50-​Jährigen an den Gesamt­aus­ga­ben von 62% in 2005 auf 71% in 2035 43. Und auch in Zukunft wer­den aus dem Wunsch, kör­per­lich wohl­auf zu sein und Frei­zeit sinn­voll zu nut­zen 44, Dienst­leis­tun­gen für das kör­per­li­che Wohl­be­fin­den und aktive Frei­zeit­ge­stal­tung stark nach­ge­fragt sein 45.

So wird der Anteil der Ziel­gruppe 50plus an den Aus­ga­ben für aktive Frei­zeit­ge­stal­tung von 48% in 2005 auf 59% in 2035 stei­gen 46. Ältere wer­den zuneh­mend kon­sum­freu­dig, inter­es­siert an Neuem und möch­ten ihr Leben genie­ßen 47. Somit dürf­ten in Zukunft auch wei­tere Poten­ziale für Dienst­leis­tung abseits der klas­si­schen Ange­bote für Ältere ent­ste­hen. So wer­den bei­spiels­weise im Inter­net erbrachte Dienst­leis­tun­gen durch die wach­sende Zahl Älte­rer, die sich im Netz bewe­gen 48, auch in die­ser Gruppe wei­ter Ver­brei­tung fin­den.


31 Vgl. BMFSFJ (2005), S. 188.
32 Vgl. Fach­in­ger (2004), S. 61 ff
33 Vgl. Grabka (2004), S. 70 f.
34 Vgl. Fach­in­ger (2004), S. 17 ff.
35 Vgl. Lang­guth (2005), S.17, Boven­sie­pen et al. (2006), S. 7.
36 Vgl. Bal­d­er­haar et al. (2006), S. 57.
37 Vgl. Schaffnit-​Chatterjee (2007), S. 12.
38 Vgl. Fach­in­ger (2004), S. 40 ff.
39 Vgl. Meyer-​Hentschel/​Meyer-​Hentschel (2004), S. 22.
40 Vgl. BMFSFJ (2005), S. 247 f.
41 Vgl. Schaible et al. (2007), S. 92
42 Vgl. BMFSFJ (2005), S. 242 f., Born et al. (2000), S. 10
43 Vgl. Schaible et al. (2007), S. 98
44 Vgl. GfK (1993), S. 26.
45 Vgl. Schaffnit-​Chatterjee (2007), S. 19.
46 Vgl. Schaible et al. (2007), S. 95.
47 Vgl. Wild (2004), S. 251.
48 Vgl. Kom­pe­tenz­zen­trum TeDiC (2007), S. 5.