1. Ein­füh­rung und Pro­blem­stel­lung

In der Ver­gan­gen­heit sind ältere Kon­su­men­ten in der Wirt­schaft ver­nach­läs­sigt wor­den. Erst seit den 1980er Jah­ren wurde die Rele­vanz des „Senio­ren­mark­tes“ lang­sam ent­deckt 1 . Bereits heute stel­len Men­schen über 50 Jahre 39 % der Bevöl­ke­rung dar. Im Jahr 2035 wer­den es bereits mehr als 50% sein 2 . Zudem ver­fü­gen Men­schen über 50 über ein rela­tiv hohes Haus­halts­ein­kom­men Pri­vat­ver­mö­gen 3 . Zusätz­lich zu beträcht­li­chen Geld­mit­teln hat die Ziel­gruppe 50plus über­durch­schnitt­lich viel Frei­zeit 4, die sie mit ihrem ver­füg­ba­ren Ein­kom­men posi­tiv gestal­ten will.

Dienst­leis­tun­gen, die zuneh­mend stär­ker von Älte­ren nach­ge­fragt wer­den, sind bei­spiels­weise Tou­ris­mus, Wellness- und Gesund­heits­dienst­leis­tun­gen, IT- und Medi­en­dienst­leis­tun­gen, Unter­hal­tungs­dienst­leis­tun­gen und Sekun­där­dienst­leis­tun­gen 5. Für Anbie­ter von Dienst­leis­tun­gen ist es also beson­ders in den genann­ten Berei­chen wich­tig, sich auf die Bedürf­nisse der Ziel­gruppe 50plus ein­zu­stel­len. Die spe­zi­fi­schen Bedürf­nisse Älte­rer zu erfül­len ist nun in Bezug auf Dienst­leis­tun­gen ein beson­de­res Pro­blem. Dienst­leis­tun­gen sind per se in einem hohen Maße imma­te­ri­ell 6 und somit in ihrer Qua­li­tät für den Kun­den schwer zu beur­tei­len 7. Für den Kun­den steht unter ande­rem die Dienstleistungsum- gebung als Infor­ma­ti­ons­quelle zur Ver­fü­gung 8 . Sie hat sowohl die Funk­tion des Qua­li­täts­si­gnals vor dem Kauf als auch die Funk­tion des wahr­neh­mungs­be­ein­flus­sen­den Moments in Bezug auf die Dienst­leis­tungs­qua­li­tät wäh­rend und nach der Dienst­leis­tungs­trans­ak­tion 9. Will der Anbie­ter den Kun­den zufrie­den stel­len, so muss er also beson­de­res Augen­merk auf die Gestal­tung der Dienst­leis­tungs­um­ge­bung legen.

2. Bedeu­tung der Ziel­gruppe 50plus

2.1 Demo­gra­phi­sche Ent­wick­lung in der BRD

Der Begriff „demo­gra­phi­scher Wan­del“ bezeich­net eine durch Schrump­fen und Altern gekenn­zeich­nete Ent­wick­lung der Bevöl­ke­rung 10. In der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land hat sich ein sol­cher Pro­zess, ähn­lich wie in vie­len ande­ren euro­päi­schen Län­dern, mitt­ler­weile nach­hal­tig mani­fes­tiert 11. Gründe für die abso­lute Abnahme der Bevöl­ke­rungs­zahl und der Ver­schie­bung in der Alters­struk­tur sind vor allem eine gestie­gene Lebens­er­war­tung und eine geringe Gebur­ten­häu­fig­keit 12.


1 Vgl. BMFSFJ (2005), S. 235.
2 Vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt (2006b), Pro­gno­se­va­ri­ante 1-W1.
3 Vgl. GREY (1998).
4 Vgl. BMFSFJ (2005), S. 243.
5 Vgl. Schaffnit-​Chatterjee (2007), S. 19, Lang­guth (2005), S. 21.
6 Vgl. Bruhn/​Georgi (2006), S. 13.
7 Vgl. Cors­ten (1998), S. 87.
8 Vgl. Reimer/​Kuehn (2005), S. 786.
9 Vgl. Reimer/​Kuehn (2005), S. 800.
10 Vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt (2006c), S. 7.
11 Vgl. BMFSFJ (2005), S. 35 ff.

12 Vgl. Hupp (1999), S. 3.