Jeder kennt Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel

Wenn Sie nach einer Fla­sche Vit­amin C oder Fischöl-Pil­len grei­fen, fra­gen Sie sich viel­leicht, wie gut diese hel­fen wer­den und ob sie unge­fähr­lich sind. Das erste, was Sie sich fra­gen müs­sen, ist, ob Sie sie über­haupt brau­chen.

Mehr als die Hälfte aller Euro­päer nimmt täg­lich oder gele­gent­lich ein oder meh­rere Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel zu sich. Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel sind rezept­frei erhält­lich und wer­den in der Regel in Form von Pil­len, Pul­ver oder Flüs­sig­kei­ten ange­bo­ten. Zu den gän­gi­gen Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln gehö­ren Vit­amine, Mine­ra­lien und pflanz­li­che Pro­dukte, auch bekannt als Pflan­zen­stoffe.

Men­schen neh­men Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel, um sicher­zu­stel­len, dass sie genü­gend essen­ti­elle Nähr­stoffe erhal­ten und um ihre Gesund­heit zu pfle­gen oder zu stei­gern. Aber nicht jeder muss Ergän­zungs­mit­tel zu sich neh­men.

Es ist mög­lich, alle Nähr­stoffe, die Sie benö­ti­gen, zu sich zu neh­men, indem Sie eine Viel­zahl von gesun­den Lebens­mit­teln essen, so dass Sie keine neh­men müs­sen”, sagt Carol Hag­gans, eine regis­trierte Ernäh­rungs­be­ra­te­rin und Bera­te­rin von NIH. „Aber Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel kön­nen nütz­lich sein, um Lücken in Ihrer Ernäh­rung zu schlie­ßen.”

Einige Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel kön­nen Neben­wir­kun­gen haben, ins­be­son­dere wenn sie vor einer Ope­ra­tion oder mit ande­ren Medi­ka­men­ten ein­ge­nom­men wer­den. Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel kön­nen auch dann Pro­bleme ver­ur­sa­chen, wenn Sie unter bestimm­ten gesund­heit­li­chen Pro­ble­men lei­den. Die Aus­wir­kun­gen vie­ler Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel wur­den jedoch nicht bei Kin­dern, Schwan­ge­ren und ande­ren Grup­pen getes­tet. Spre­chen Sie also mit Ihrem Arzt, wenn Sie über die Ein­nahme von Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln nach­den­ken soll­ten.

Sie soll­ten mit Ihrem Arzt klä­ren, wel­che Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel Sie ein­neh­men, damit Ihre Ver­sor­gung ganz­heit­lich inte­griert und gesteu­ert wer­den kann.

Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel wer­den nicht als Arz­nei­mit­tel gere­gelt, sodass auch hier oft Eti­ket­ten­schwin­del prak­ti­ziert wird. Aber im Gegen­satz zu Medi­ka­men­ten kön­nen Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel nicht für sich in Anspruch neh­men, eine Krank­heit zu hei­len, zu behan­deln oder zu ver­hin­dern.

Es gibt kaum Anzei­chen dafür, dass ein Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel den Ver­lauf einer chro­ni­schen Krank­heit wie­der rück­gän­gig machen kann. Neh­men Sie keine Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel mit die­ser Erwar­tung.”

Es gibt Belege dafür, dass einige Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel die Gesund­heit auf unter­schied­li­che Weise ver­bes­sern kön­nen. Die belieb­tes­ten Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel sind Mul­ti­vit­amine, Kal­zium und die Vit­amine B, C und D. Kal­zium unter­stützt die Kno­chen­ge­sund­heit, und Vit­amin D hilft dem Kör­per, Kal­zium auf­zu­neh­men. Die Vit­amine C und E sind Anti­oxi­dan­tien-Mole­küle, die Zell­schä­den ver­hin­dern und zur Erhal­tung der Gesund­heit bei­tra­gen.

Frauen brau­chen wäh­rend der Schwan­ger­schaft Eisen, und Säug­linge brau­chen ‑400 Mikro­gramm Vit­amin D. Fol­säure am Tag, ob aus Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln oder ange­rei­cher­ten Lebens­mit­teln – das ist wich­tig für alle Frauen im gebär­fä­hi­gen Alter.

Vit­amin B12 hält Ner­ven und Blut­kör­per­chen gesund. Vit­amin B12 kommt haupt­säch­lich aus Fleisch, Fisch und Milch­pro­duk­ten, so dass Vega­ner die Ein­nahme in Erwä­gung zie­hen kön­nen, um sicher zu sein, dass sie genug davon zu sich neh­men.

Unter­su­chun­gen deu­ten dar­auf hin, dass Fischöl die Gesund­heit des Her­zens för­dern kann. Von den Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln, die nicht aus Vit­ami­nen und Mine­ra­lien gewon­nen wer­den, hat Fischöl wahr­schein­lich die meis­ten wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nisse, um seine Ver­wen­dung zu unter­stüt­zen.

Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel bedür­fen wei­te­rer For­schung

Die gesund­heit­li­chen Aus­wir­kun­gen eini­ger ande­rer gän­gi­ger Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel erfor­dern mehr For­schung. Dazu gehö­ren Glu­cos­amin (bei Gelenk­schmer­zen) und pflanz­li­che Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel wie Son­nen­hut (Immun­sys­tem) und Lein­sa­menöl (Ver­dau­ung).

Viele Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel haben eine leichte Wir­kung bei gerin­gem Risiko. Aber seien Sie vor­sich­tig. So redu­ziert bei­spiels­weise Vit­amin K die Arbeits­fä­hig­keit von Blut­ver­dün­nern. Ginkgo kann die Blut­ver­dün­nung erhö­hen. Das Kraut Johan­nis­kraut wird manch­mal ver­wen­det, um Depres­sio­nen, Ängste oder Ner­ven­schmer­zen zu lin­dern, aber es kann auch den Abbau vie­ler Medi­ka­mente – wie Anti­de­pres­siva und Anti­ba­by­pil­len – beschleu­ni­gen und sie weni­ger effek­tiv machen.

Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel kön­nen auch kon­tra­pro­duk­tiv sein

Nur weil ein Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel als „natür­lich” bewor­ben wird, bedeu­tet das nicht unbe­dingt, dass es sicher ist. Die Kräu­ter Bein­well und Kava zum Bei­spiel kön­nen die Leber schwer schä­di­gen.

Da Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel als Lebens­mit­tel und nicht als Arz­nei­mit­tel regu­liert wer­den, wer­den sie auch nicht durch das Gesund­heits­amt geprüft oder zuge­las­sen. Nur die Her­stel­ler sind auch für die Qua­li­tät und Inhalts­stoffe des Pro­dukts ver­ant­wort­lich.