1. Die Funk­ti­ons­weise der „Hirn­scan­ner“

Lange waren Läsi­ons­stu­dien die ein­zige Mög­lich­keit, Kennt­nis über die Vor­gänge im mensch­li­chen Gehirn zu erlan­gen und bestimmte Funk­ti­ons­be­rei­che aus­zu­ma­chen. Erst Wei­ter­ent­wick­lun­gen auf der tech­ni­schen Seite ermög­lich­ten den heu­ti­gen Kennt­nis­stand. Grund­sätz­lich kön­nen alle Ver­fah­ren zur Mes­sung der Akti­vi­tä­ten des mensch­li­chen Ner­ven­sys­tems auch in der neu­ro­öko­no­mi­schen For­schung ange­wen­det wer­den1, also auch die Mes­sung des Haut­wi­der­stan­des oder der Pupil­len­re­ak­tio­nen etc.

1.1 Elek­tro­en­ce­pha­logra­phie (EEG)

Im Bereich der Neu­ro­psy­cho­lo­gie wer­den mit­tels EEG Akti­vie­rungs­vor­gänge, Auf­merk­sam­keits­pro­zesse und Ver­ar­bei­tungs­me­cha­nis­men gemes­sen 2, indem Ober­flä­chen­elek­tro­den auf der Kopf­haut fixiert und die Span­nungs­schwan­kun­gen zwi­schen den ein­zel­nen Elek­tro­den (=Hirn­ströme) gemes­sen wer­den. Pro­ble­ma­tisch ist dabei, dass nur Reak­tio­nen in der Hirn­rinde erfasst wer­den ; die ande­ren Hirn­re­gio­nen lie­gen zu tief. Außer­dem wer­den ereig­nis­be­zo­gene Reak­tio­nen des Gehirns häu­fig von des­sen Hin­ter­grund­ak­ti­vi­tä­ten über­la­gert. Diese müs­sen erst durch tech­ni­sche Hilfs­mit­tel ver­stärkt wer­den, damit man sie von besag­tem Hin­ter­grund­rau­schen tren­nen und aus­wer­ten kann3. Im moder­nen Neu­ro­mar­ke­ting wird diese Unter­su­chungs­form daher kaum noch ange­wen­det. Es wer­den ver­mehrt die sog. bild­ge­ben­den Ver­fah­ren ein­ge­setzt4 . Diese zeich­nen sich durch die com­pu­ter­ge­stützte Umwand­lung der gewon­ne­nen Daten in mehr­di­men­sio­nale Gehirn-Modelle aus.

1.2 Magne­ten­ce­pha­logra­phie (MEG)

Durch die MEG wer­den kleinste Magnet­fel­der gemes­sen, die bei bzw. durch die Sti­mu­lie­rung der Ner­ven­zel­len im Gehirn ent­ste­hen5. Wesent­li­cher Vor­teil die­ser Methode gegen­über dem EEG ist die höhere zeit­li­che Auf­lö­sung, die auch Ver­än­de­run­gen der Hirn­ak­ti­vi­tä­ten im Zeit­ab­lauf erken­nen lässt, wie sie bei­spiels­weise beim Betrach­ten eines Films auf­tre­ten kön­nen. Nach­tei­lig sind die schlechte räum­li­che Auf­lö­sung und das auch hier vor­han­dene Hin­ter­grund­rau­schen“. Außer­dem ist eine Abschir­mung gegen magne­ti­sche Stör­fel­der erfor­der­lich, da sonst die Unter­su­chungs­er­geb­nisse stark beein­träch­tigt wür­den.


1 Vgl.: Ken­ning, Plass­mann (2005) nach Bauer, H.; Exler, S.; Höh­ner, A.: (Revo­lu­tion), Seite 5

2 Vgl.: (EEG) unter http://​www​.neu​ro24​.de/​e​e​g​.​htm

3 Vgl.: Kischka, U.; Wal­lesch, C.-W.; Wolf, G. (Hrsg.): (Metho­den), Seite 167

4 Vgl.: Bauer, H.; Exler, S.; Höh­ner, A.: (Revo­lu­tion), Sei­ten 5 ff.

5 Vgl.: (MEG) unter http://biomag.uni‐muenster.de/ueberblick/index.html