Es sind meh­rere Vit­amine der Gruppe D bekannt, aber die moderne Medi­zin betrach­tet nur zwei, Vit­amin D2 (Ergo­cal­ci­fe­rol) und Vit­amin D3 (Chole­cal­ci­fe­rol). Beide wer­den Vit­amin D genannt. Die­ses Vit­amin ist fett­lös­lich und wird unter dem Ein­fluss von hohen Tem­pe­ra­tu­ren nicht abge­baut und löst sich nicht in Was­ser auf. Einige Wis­sen­schaft­ler, ins­be­son­dere Bio­che­mi­ker, hal­ten Vit­amin D für ein Hor­mon, weil es viele Unter­schiede zu ande­ren Vit­ami­nen aufweist.

Die Rolle und die Bedeu­tung von Vit­amin D, Vit­amin-D-Man­gel und ‑Über­schuss

Warum brau­chen wir Vit­amin D, und was bewirkt es für unse­ren Körper

Sein Haupt­zweck besteht darin, dem Kör­per bei der Auf­nahme von Kal­zium zu hel­fen, damit sich unsere Kno­chen und Zähne rich­tig bil­den und gesund sind. Die Fes­tig­keit unse­res Ske­letts und die rich­tige Form unse­rer Kno­chen hän­gen vom Vit­amin-D-Gehalt ab. Wenn es knapp wird, wei­chen die Kno­chen auf und es kommt zur Rachi­tis. Wei­tere Anzei­chen einer Hypo­vit­ami­nose sind ein ver­min­der­ter Appe­tit und der Gewichts­ver­lust, die Ner­vo­si­tät, die Schlaf­stö­rung, der Durch­fall, ein Bren­nen im Mund- und Rachen­raum, die Seh­stö­rung und das Schwitzen.

Die nor­male Funk­tion der Schild­drüse, die Blut­ge­rin­nung, der Zustand der Ner­ven­zel­len, hän­gen auch davon ab, ob unser Kör­per Vit­amin D erhält. Andern­falls wird das Immun­sys­tem geschwächt, die Herz­funk­tion wird beein­träch­tigt, der Blut­druck wird insta­bil, die Krank­hei­ten wie Mul­ti­ple Skle­rose, die Leuk­ämie, der Eier­stock- und der Pro­sta­ta­krebs kön­nen entstehen.

Wir brau­chen täg­lich Vit­amin D, zwi­schen 5 und 10 Mikro­gramm. Im Gegen­satz zu ande­ren Vit­ami­nen benö­ti­gen Kin­der mehr Vit­amin D als Erwach­sene. Wäh­rend der akti­ven Wachs­tums­pe­ri­ode kann seine Tages­do­sis sogar mehr als 10 Mikro­gramm betragen.

Die Hyper­vit­ami­nose (Vit­amin D‑Überschuss) kann auf­tre­ten, wenn die Behand­lung zu lange dau­ert oder wenn hohe Dosen von Vit­amin D ver­schrie­ben wer­den. In die­sen Fäl­len kann es zu der Appe­tit­lo­sig­keit, der Übel­keit, dem Durch­fall oder einer Ver­stop­fung, dem Mus­kel- und Gelenk­schmerz, den Kopf­schmer­zen, dem Blut­hoch­druck, den Atem­be­schwer­den und ande­ren Gesund­heits­pro­ble­men kom­men. Des­halb sollte man den Vit­amin D nicht über­do­sie­ren, ebenso wenig wie einen Vit­amin-D-Man­gel ent­ste­hen zu lassen.

Wel­che Lebens­mit­tel ent­hal­ten Vit­amin D, die Quel­len von Vit­amin D

Reich an Vit­amin D sind rohes Eigelb, die Sauer­milch­pro­dukte, das Käse, der Quark, die But­ter, die Mee­res­früchte. Das meiste Vit­amin D fin­det sich in dem Fischöl, dem Dorsch- und dem Heil­but­tle­ber. Die Fische wie der Hering, die Makrele, der Thun­fisch sind reich an Vit­amin D.

Die Hafer­flo­cken, die Kar­tof­feln, die Peter­si­lie und einige Kräu­ter wie das Löwen­zahn, die Brenn­nes­sel und der Schach­tel­halm sind eben­falls Vit­amin D‑Quellen.

In den pflanz­li­chen Pro­duk­ten gibt es nicht viel Vit­amin D, so dass Vege­ta­rier den­noch auf Pro­dukte tie­ri­schen Ursprungs zurück­grei­fen sollten.

Das Son­nen­licht

Vit­amin D kann im Kör­per unter Ein­wir­kung von Son­nen­licht syn­the­ti­siert wer­den, aber nur in Kom­bi­na­tion mit sau­be­rer Luft, wenn die mor­gend­li­chen ultra­vio­let­ten Strah­len ein­wir­ken. Es ist die Sonne, die der Haupt­an­trieb für die Her­stel­lung die­ses Vit­amins in der Haut ist. Viel­leicht betrach­ten Bio­che­mi­ker es des­halb als Hor­mon. Wenn der Kör­per genü­gend Son­nen­licht bekommt, wird genü­gend Vit­amin D pro­du­ziert, aber bestimmte Bedin­gun­gen sind not­wen­dig. Zum Bei­spiel spielt die Tages­zeit eine Rolle, mor­gens, nach dem Son­nen­auf­gang, und abends, bei dem Son­nen­un­ter­gang, wird Vit­amin D akti­ver pro­du­ziert. Hel­lere Haut pro­du­ziert mehr Vit­amin D, und mit zuneh­men­dem Alter syn­the­ti­siert die Haut immer weni­ger Vit­amin D.

Die UV-Strah­len spie­len eine ent­schei­dende Rolle bei der Vit­amin-D-Syn­these, kön­nen aber auch lang­fris­tig schwere Haut­er­kran­kun­gen, ein­schließ­lich Krebs, ver­ur­sa­chen. Infol­ge­des­sen ist es wich­tig, den Auf­ent­halt in der Sonne mit Vor­sicht zu genießen.

Die Luft

Die sau­bere Luft ist eine Vor­aus­set­zung für die Vit­amin D‑Produktion in der Haut. Des­halb gibt es so viele Kin­der mit Rachi­tis in Asien und Afrika, wo der Staub und die Indus­trie­emis­sio­nen aus den Städ­ten die Son­nen­strah­len nicht durch­las­sen. Die Tat­sa­che ist, dass genau das Strah­len­spek­trum, das zur Pro­duk­tion von Vit­amin D bei­trägt, nicht durch die ver­schmutzte Atmo­sphäre geht.

Wie bekommt man so viel Vit­amin D wie möglich

Damit Vit­amin D gut absor­biert wird, muss man in die Ernäh­rung Pro­dukte auf­neh­men, die reich an Vit­amin A, E und C, Gruppe B, Kal­zium und Phos­phor sind. Vit­amin D ver­bes­sert die Magne­si­um­ab­sorp­tion, und die Eisen­ab­sorp­tion kann schwie­rig sein, wenn es in hohen Dosen ein­ge­nom­men wird. Die Vit­amin-D-Absorp­tion ver­schlech­tert sich, wenn eine Per­son tie­ri­sche Fet­ter­satz­stoffe isst, und die­je­ni­gen, die gerne Alko­hol trin­ken, haben oft eine stark redu­zierte Menge an Vit­amin D in der Leber.

Die beste natür­li­che Art und Weise, Vit­amin D zu bekom­men, ist es, öfter in der Sonne zu sein. Man soll ver­su­chen, zu jeder Jah­res­zeit drau­ßen spa­zie­ren zu gehen. Auch wenn es nicht mög­lich ist, in den Süden zu fah­ren, kann man jeder­zeit aus der Stadt fah­ren oder mit Kin­dern im Park spa­zie­ren gehen.