Was ist Angina Pec­to­ris ; Ursa­chen, Dia­gnose und Behand­lung

Angina pec­to­ris ist ein kli­ni­sches Syn­drom, das durch unzu­rei­chende Sauer­stoff­ver­sor­gung des Her­zens ver­ur­sacht wird, das typi­scher­weise durch Anstren­gung aus­ge­löst und durch Ruhe oder sub­lin­gua­les Nitro­gly­ce­rin gelin­dert wird. Obwohl es meh­rere frü­here Berichte gab, wurde der Zustand, der inzwi­schen als Angina pec­to­ris bekannt ist, 1772 von Wil­liam Heber­den in einem Arti­kel mit dem Titel „Some Account of a Dis­or­der of a Dis­or­der of the Bre­ast” meis­ter­haft beschrie­ben. Das Wort Angina bezieht sich auf das Gefühl des Erwür­gens und der Angst, die mit einem Angriff ein­her­geht.

Heber­den wies dar­auf hin, dass die Erkran­kung häu­fig auf­tritt, dass der Anfall beim Gehen, ins­be­son­dere berg­auf oder nach einer Mahl­zeit, auf­tritt, dass das Unwohl­sein mit Still­stand ver­schwin­det, dass die Betrof­fe­nen vor einem Angriff gesund erschei­nen, dass der Schmerz im Brust­bein­be­reich liegt, aber zum lin­ken Arm gehen kann, dass Män­ner über 50 Jahre die häu­figs­ten Opfer sind und dass ein plötz­li­cher Tod einen Angriff been­den kann.

Angina Pec­to­ris Kli­ni­sche Mani­fes­ta­tio­nen.

Schmer­zen. Die Beschwer­den der Angina kön­nen von leicht bis sehr inten­siv vari­ie­ren. Es kann als ein vager Schmerz emp­fun­den wer­den, und obwohl der Pati­ent das Gefühl wahr­nimmt, kann er seine Akti­vi­tä­ten fort­set­zen. Ande­rer­seits kann sich die Angina nach Beginn schnell bis zur Into­le­ranz aus­wei­ten, was das Opfer zwingt, anzu­hal­ten und sofor­tige Hilfe zu suchen. Die Schmer­zen der Angina sind in der Regel nicht so stark wie das inten­sive prä­kor­diale Crus­hing-Gefühl im Zusam­men­hang mit einem aku­ten Herz­in­farkt. Es wird in der Regel als Pres­sen, Boh­ren oder Grei­fen bezeich­net. Der Pati­ent kann sich füh­len, als ob ein Gewicht auf sei­ner Brust wäre.

Nie­der­schlags­fak­to­ren

Die Angina ist cha­rak­te­ris­tisch epi­so­disch und wird durch kör­per­li­che Akti­vi­tät aus­ge­löst. Ein Pati­ent kann in der Lage sein, Unan­nehm­lich­kei­ten durch eine bestimmte Hand­lung vor­her­zu­sa­gen, z.B. durch das stei­gen einer Treppe, jedoch bei ande­ren Pati­en­ten ist die Anstren­gung varia­bel.

Angina wird häu­fig durch eine schwere Mahl­zeit her­vor­ge­ru­fen, beson­ders wenn sie von Anstren­gung gefolgt wird. Einige Betrof­fene sind gezwun­gen, ihre Gewohn­hei­ten zu ändern und meh­rere kleine Mahl­zei­ten zu essen, um Unan­nehm­lich­kei­ten zu ver­mei­den. Kal­tes Wet­ter ist beson­ders anfäl­lig für die Bil­dung von Angina. Manch­mal genügt der erste Kon­takt mit kal­ter Luft beim Ver­las­sen eines war­men Rau­mes. Viele Pati­en­ten sind in der Lage, drin­nen zu arbei­ten, jedoch drau­ßen nicht.

Ursa­chen der Angina pec­to­ris

Viele Theo­rien wur­den­ent­wi­ckelt, um den Mecha­nis­mus von Herz­schmer­zen zu erklä­ren. Es steht höchst­wahr­schein­lich in direk­tem Zusam­men­hang mit meta­bo­li­schen Ver­än­de­run­gen, die durch Ischä­mie ver­ur­sacht wer­den. Elek­tro­kar­dio­gra­phi­sche Ano­ma­lien kön­nen der Wahr­neh­mung von Schmer­zen vor­aus­ge­hen oder in Abwe­sen­heit von Schmer­zen auf­tre­ten, was dar­auf hin­deu­tet, dass eine Anhäu­fung von akti­ven Sub­po­si­tio­nen bis zu einem bestimm­ten Schwel­len­wert, der not­wen­dig ist, um Schmer­zen zu ver­ur­sa­chen, statt­fin­det. Sol­che Sub­stan­zen kön­nen mög­li­che Kom­po­nen­ten des Kal­li­k­rein-Sys­tems sein.

Es gibt zwei Netz­werke von sen­so­ri­schen Ner­ven­fa­sern im Her­zen :

ein peri­vaseu­lä­res Netz­werk, das die Koro­nar­ar­te­rien umgibt, und Fasern, die neben den Gefä­ßen ver­lau­fen und zwi­schen Mus­kel­bün­deln enden. Ver­mut­lich wer­den letz­tere durch den ischä­mi­schen Pro­zess sti­mu­liert.

Die Schmer­zen der Angina pec­to­ris und des Myo­kard­in­farkts sind von ähn­li­cher Qua­li­tät. Der Schmerz des Infarkts ist ten­den­zi­ell stär­ker und kann meh­rere Stun­den anhal­ten. Län­gere Schmer­zen impli­zie­ren eine anhal­tende Ischä­mie, nicht einen Infarkt. Nach dem Tod des Herz­mus­kels sind keine Schmer­zen mehr vor­han­den. Eine Erklä­rung für die gele­gent­li­che plötz­li­che Ver­bes­se­rung der zuvor sta­bi­len Angina ist der Infarkt des chro­nisch ischä­mi­schen Bereichs. Ischä­mi­sche Herz­schmer­zen und die Schmer­zen der inter­mit­tie­ren­den Clau­di­ca­tio haben ver­mut­lich einen ähn­li­chen Mecha­nis­mus. Beide wer­den als tiefe, vis­ze­rale Emp­fin­dun­gen beschrie­ben. Beide tre­ten bei erhöh­ter Mus­kel­ar­beit auf und wer­den durch Ruhe ent­las­tet. Beide sind in der Regel sekun­där zu einer obstruk­ti­ven Gefäß­er­kran­kung.

Patho­ge­nese.

Nach heu­ti­gem Kennt­nis­stand ent­steht die Angina pec­to­ris, wenn die Herz­ar­beit und damit der myo­kar­diale Sauer­stoff­be­darf grö­ßer ist als die Fähig­keit des koro­na­ren arte­ri­el­len Sys­tems, Sauer­stoff pro Zeit­ein­heit zu lie­fern, die Angina kann durch eine Zunahme der Herz­ar­beit und damit des Sauer­stoff­be­darfs aus­ge­fällt wer­den, oder umge­kehrt kann die Angina nach einer Abnahme der Sauer­stoff­ver­sor­gung infolge einer Behin­de­rung des Koro­nar­flus­ses oder einer Ver­rin­ge­rung des arte­ri­el­len Sauer­stoff­ge­halts auf­tre­ten. Sie ent­steht am häu­figs­ten, wenn die Herz­ar­beit und damit der Sauer­stoff­be­darf des Herz­mus­kels die ver­füg­bare Sauer­stoff­ver­sor­gung über­steigt, da der koro­nare Blut­fluss in bestimmte Regio­nen ein­ge­schränkt ist. Die Behin­de­rung des Koro­nar­flus­ses durch koro­nare Athe­ro­skle­rose ist der häu­figste ana­to­mi­sche Befund bei Anwe­sen­heit der Angina. Andere Erkran­kun­gen, die die Herz­ar­beit stark erhö­hen, wie Aor­ten­stenose, hyper­tro­phe sub­a­or­ti­sche Stenose und Aor­ten­in­suf­fi­zi­enz, kön­nen trotz ana­to­misch nor­ma­ler Koro­nar­ar­te­rien mit der Angina ver­bun­den sein.

Dia­gnose der Angina Pec­to­ris

Angina pec­to­ris ist eine kli­ni­sche Dia­gnose, die weit­ge­hend von der Vor­ge­schichte abhängt. In eini­gen Fäl­len kann die Dia­gnose durch direkte Beob­ach­tun­gen wäh­rend eines Angriffs gestellt wer­den. Bei der über­wie­gen­den Mehr­heit der Pati­en­ten ist die Dia­gnose jedoch für den erfah­re­nen Arzt allein aus der Ana­mnese ersicht­lich, Bestä­ti­gungs­un­ter­su­chun­gen sind nicht erfor­der­lich. Das Elek­tro­kar­dio­gramm kann zur Bestä­ti­gung der Dia­gnose ver­wen­det wer­den. In Zwei­fels­fäl­len ist die Auf­zeich­nung typi­scher elek­tro­kar­dio­gra­phi­scher „ischä­mi­scher” Ver­än­de­run­gen, wie bereits beschrie­ben, wäh­rend eines Schmerz­an­falls oft dia­gnos­tisch. Die Ver­wen­dung von Belas­tungs­to­le­ranz­tests mit elek­tro­kar­dio­gra­phi­scher Auf­zeich­nung zur Bestä­ti­gung des Vor­han­den­seins oder Feh­lens von Angina ist jedoch häu­fig unbe­frie­di­gend. Das Auf­tre­ten von Schmer­zen, die eigent­li­che Beschwerde des Pati­en­ten, ist unge­wöhn­lich. Wie bereits erwähnt, ist es wich­tig, dass der Test stan­dar­di­siert und genau über­wacht wird. Ein posi­ti­ver Test, in Abwe­sen­heit von Schmer­zen, bestä­tigt nicht das Vor­han­den­sein von Angina. Es deu­tet jedoch auf das Vor­han­den­sein einer ischä­mi­schen oder koro­na­ren Arte­rien­er­kran­kung hin.