Angina ton­sil­la­ris / Defi­ni­tion

Man­del­ent­zün­dung ist eine Infek­tion und Schwel­lung der Man­deln, die ovale Mas­sen von Lymph­kno­ten­ge­webe sind, die sich auf bei­den Sei­ten des Rachens befin­den.

Beschrei­bung

Die Man­deln hel­fen in der Regel, Infek­tio­nen zu ver­hin­dern. Sie wir­ken wie Fil­ter, um Bak­te­rien und Viren ein­zu­fan­gen, die über den Mund und die Neben­höh­len in den Kör­per gelan­gen. Die Man­deln sti­mu­lie­ren auch das Immun­sys­tem, Anti­kör­per zu pro­du­zie­ren, die hel­fen, Infek­tio­nen zu bekämp­fen. Jeder Mensch jeden Alters kann an Man­del­ent­zün­dung lei­den, am häu­figs­ten ist sie jedoch bei Kin­dern im Alter von fünf bis zehn Jah­ren.

Ursa­chen und Sym­ptome

Die Man­del­ent­zün­dung wird durch Viren oder Bak­te­rien ver­ur­sacht, die die Man­deln anschwel­len las­sen und sich ent­zün­den. Leichte oder schwere Hals­schmer­zen ist eines der ers­ten Sym­ptome einer Man­del­ent­zün­dung. Zu den Sym­pto­men kön­nen auch Fie­ber, Schüt­tel­frost, Müdig­keit, Mus­kel­schmer­zen, Ohren­schmer­zen, Schmer­zen oder Beschwer­den beim Schlu­cken und geschwol­lene Drü­sen im Nacken gehö­ren. Sehr kleine Kin­der kön­nen wäh­le­risch sein und auf­hö­ren zu essen. Wenn ein Arzt oder eine Kran­ken­schwes­ter mit einer Taschen­lampe in den Mund schaut, kön­nen die Man­deln geschwol­len und rot erschei­nen. Manch­mal haben die Man­deln weiße oder gelbe Fle­cken oder Fle­cken oder eine dünne Schicht. Die Sym­ptome dau­ern in der Regel vier bis sechs Tage.

Dia­gnose

Die Dia­gnose einer Man­del­ent­zün­dung wird aus den sicht­ba­ren Sym­pto­men und einer kör­per­li­chen Unter­su­chung des Pati­en­ten gestellt. Der Arzt unter­sucht die Augen, Ohren, Nase und Hals und betrach­tet die Man­deln auf Anzei­chen von Schwel­lun­gen, Rötun­gen oder einer Ent­la­dung. Eine sorg­fäl­tige Unter­su­chung des Hal­ses ist not­wen­dig, um Diph­the­rie und andere Erkran­kun­gen, die Hals­schmer­zen ver­ur­sa­chen kön­nen, aus­zu­schlie­ßen. Da die meis­ten Hals­ent­zün­dun­gen bei Kin­dern nicht durch Bak­te­rien, son­dern durch Viren ver­ur­sacht wer­den, kann der Arzt eine Kul­tur anle­gen, um auf das Vor­han­den­sein von Strep­to­kok­ken­bak­te­rien zu tes­ten. Eine Kul­tur wird durch­ge­führt, indem man einen Wat­te­stäb­chen über die Man­deln und die Rück­seite der Kehle wischt und den Tup­fer zur Kul­ti­vie­rung an ein Labor sen­det. Strep­to­coc­cus pyo­ge­nes, das Bak­te­rium, das Strep­to­kok­ken im Hals ver­ur­sacht, ist der häu­figste Krank­heits­er­re­ger, der für Man­del­ent­zün­dung ver­ant­wort­lich ist. Je nach­dem, wel­che Art von Test für Strep­to­kok­ken ver­wen­det wird, kann der Arzt inner­halb weni­ger Minu­ten fest­stel­len, ob S. pyo­ge­nes vor­han­den ist. Die Schnell­tests für Strep­to­kok­ken sind nicht so zuver­läs­sig wie eine Labor­kul­tur, die 24 – 48 Stun­den dau­ern kann. Sind die Ergeb­nisse eines Kurz­tests jedoch posi­tiv, kann der Arzt sofort Anti­bio­tika ver­schrei­ben. Wenn die Kurz­test­ergeb­nisse nega­tiv sind, kann der Arzt eine wei­tere Kul­tur anle­gen, um die Ergeb­nisse zu über­prü­fen und auf den Labor­be­richt zu war­ten, bevor er Anti­bio­tika ver­schreibt. Eine Blut­un­ter­su­chung kann auch durch­ge­führt wer­den, um eine schwer­wie­gen­dere Infek­tion oder einen schwer­wie­gen­de­ren Zustand aus­zu­schlie­ßen, und um die Anzahl der wei­ßen Blut­kör­per­chen zu über­prü­fen, um zu sehen, ob der Kör­per auf die Infek­tion reagiert.

Behand­lung

Die Behand­lung der Man­del­ent­zün­dung beinhal­tet in der Regel, dass der Pati­ent sich wohl fühlt, wäh­rend die Krank­heit ihren Lauf nimmt. Diese unter­stüt­zende Pflege umfasst Bett­ruhe, zusätz­li­ches Trin­ken von Flüs­sig­kei­ten, Gur­geln mit war­mem Salz­was­ser und die Ein­nahme von Schmerz­mit­teln zur Redu­zie­rung von Fie­ber. Gefro­rene Säfte und kalte Frucht­ge­tränke kön­nen eine vor­über­ge­hende Lin­de­rung der Hals­schmer­zen brin­gen ; das Trin­ken von war­mem Tee oder Brühe kann beru­hi­gend sein. Wenn die Hals­kul­tur zeigt, dass S. pyo­ge­nes vor­han­den ist, wird Peni­cil­lin oder andere Anti­bio­tika ver­schrie­ben. Eine Injek­tion von Ben­z­at­hin oder Pro­cain­pe­ni­cil­lin kann bei der Behand­lung der Infek­tion am effek­tivs­ten sein, ist aber auch schmerz­haft. Wird ein ora­les Anti­bio­ti­kum ver­schrie­ben, muss es für die gesamte Behand­lungs­dauer ein­ge­nom­men wer­den, in der Regel 10 – 14 Tage. Wenn der Pati­ent meh­rere Epi­so­den einer schwe­ren Man­del­ent­zün­dung hat, kann der Arzt eine Man­del­ope­ra­tion emp­feh­len, d.h. die ope­ra­tive Ent­fer­nung der Man­deln.

Alter­na­tive Behand­lung

Die Stär­kung des Immun­sys­tems ist wich­tig, unab­hän­gig davon, ob die Ton­sil­li­tis durch Bak­te­rien oder Viren ver­ur­sacht wird. Natur­heil­kun­dige emp­feh­len oft Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel aus Vit­amin C, Bio­fla­vo­no­iden und Beta-Caro­ti­nen – natür­lich in Obst und Gemüse ent­hal­ten – zur Lin­de­rung von Ent­zün­dun­gen und zur Bekämp­fung von Infek­tio­nen. Eine Viel­zahl von pflanz­li­chen Mit­teln kann auch bei der Behand­lung von Man­del­ent­zün­dun­gen hilf­reich sein. Rin­gel­blu­men (Calen­dula offi­ci­na­lis) und Spal­ter (Galium apa­rine) zie­len auf das Lymph­sys­tem, wäh­rend Son­nen­hut (Echi­n­acea spp.) und Astra­ga­lus (Astra­ga­lus mem­bra­na­ceus) das Immun­sys­tem sti­mu­lie­ren. Gol­den­seal (Hyd­ras­tis cana­den­sis), Myrhe („ Com­mi­phora mol­mol”) und Bit­ter­orange wir­ken als Anti­bak­te­rien. Loma­tium dis­sec­tum und Ligusti­cum por­teri haben eine anti­vi­rale Wir­kung. Einige der homöo­pa­thi­schen Medi­ka­mente, die zur Behand­lung von Sym­pto­men der Man­del­ent­zün­dung ver­wen­det wer­den kön­nen, sind Bel­la­donna, Phy­to­l­acca, Mer­cu­rius, Lyco­po­dium, Lache­sis, Hepar sul­phu­ris, Arse­ni­cum oder Rhus toxi­coden­dron. Wie bei jeder Erkran­kung sollte die Behand­lung und Dosie­rung den jewei­li­gen Sym­pto­men und dem Alter des Pati­en­ten ange­passt sein.

Pro­gnose

Die Ton­sil­li­tis ver­schwin­det in der Regel inner­halb weni­ger Tage mit Ruhe und unter­stüt­zen­der Pflege. Wenn das Fie­ber jedoch län­ger als 48 Stun­den andau­ert oder höher als 38°C ist, sollte der Pati­ent von einem Arzt unter­sucht wer­den.