Bil­har­ziose (Schis­to­so­mia­sis)

Die Schis­to­so­miase, auch bekannt als Bil­har­ziose und Schne­cken­fie­ber, ist eine Infek­ti­ons­krank­heit, die durch Süß­was­ser über­tra­gen wird, das mit bestimm­ten Para­si­ten ver­un­rei­nigt ist (frei­ge­setzt von Süß­was­ser­schne­cken, die mit Schis­to­so­men oder Blutegel/​Würmern infi­ziert sind). Sie gilt als eine der Ver­nach­läs­sig­ten Tro­pen­krank­hei­ten. Nach Mala­ria ist sie die zweit­ver­nich­tendste para­si­täre Krank­heit der Welt.

Diese durch Was­ser über­trag­bare Krank­heit gehört zur Gruppe der Hel­min­then­in­fek­tio­nen. Sie ist häu­fi­ger bei Fischern, Land­wir­ten, Kin­dern, die mit ver­un­rei­nig­tem Was­ser spie­len, und Men­schen, die ver­un­rei­nig­tes Was­ser für ihre täg­li­chen Akti­vi­tä­ten ver­wen­den.

Die Erkran­kung betrifft zunächst die Harn­wege und den Darm und nach und nach andere Sys­teme, da sie im Blut lebt. Der betrof­fene Kör­per­teil hängt von den Para­si­ten­ar­ten ab. Wäh­rend einige Arten die Lunge und das Rücken­mark betref­fen, betref­fen andere das Gehirn und das Zen­tral­ner­ven­sys­tem (ZNS). Sie ist oft nicht töd­lich, son­dern eine chro­ni­sche Krank­heit, die zu schwe­ren Schä­den an den inne­ren Orga­nen füh­ren kann. Bei Kin­dern kann es zu ver­min­der­tem Wachs­tum und kogni­ti­ver Ent­wick­lung kom­men.

Über­tra­gung

Men­schen kön­nen sich infi­zie­ren, indem sie in direk­ten Kon­takt mit kon­ta­mi­nier­tem Süß­was­ser kom­men, wo bestimmte Arten von Süß­was­ser­schne­cken (mit Wür­mern, Egel und Para­si­ten) gedei­hen. Dies kann beim Waschen, Schwim­men oder Pad­deln im Was­ser, Trin­ken und Essen von Lebens­mit­teln, die in unbe­han­del­tem Was­ser gewa­schen wur­den, auf­tre­ten.

Bil­har­ziose (Egel oder Schis­to­som selbst) tritt in den Kör­per ein, wenn die Lar­ven von Egel oder Para­sit die Haut durch­drin­gen. Die Lar­ven kom­men aus Schne­cken, drin­gen in die Haut ein, wenn sich die Men­schen im Was­ser befin­den, und ent­wi­ckeln sich zu erwach­se­nen, im Blut leben­den Wür­mern.

Zu den ver­schie­de­nen Arten der Bil­har­ziose, die den Men­schen infi­zie­ren, gehö­ren :

  • - Das Bil­harzt­rauma Häma­to­bium führt zu einer Harn­wegs­schis­to­so­mia­sis
  • - Schis­to­soma man­soni und Schis­to­soma inter­ca­la­tum füh­ren zu einer intes­ti­na­len Schis­to­so­mia­sis
  • - Schis­to­soma japo­nicum und Schis­to­soma mekongi ver­ur­sa­chen asia­ti­sche Darm­schis­to­so­mia­sis

Wenn eine Per­son eine chro­ni­sche Infek­tion von einer die­ser Arten ent­wi­ckelt, kön­nen Leber, Milz, Gehirn, Lunge oder Wir­bel­säule betrof­fen sein.

Der Infek­ti­ons­zy­klus beginnt, wenn Süß­was­ser mit den Eiern des Para­si­ten durch Kot und Urin des infi­zier­ten Men­schen infi­ziert wird. Die Eier schlüp­fen im Was­ser und die Wür­mer ver­meh­ren sich in den Was­ser­schne­cken. Die win­zi­gen Lar­ven wer­den im Was­ser frei­ge­setzt und kön­nen etwa 2 Tage im Was­ser über­le­ben. Die Lar­ven kön­nen in die mensch­li­che Haut ein­drin­gen und in die Blut­bahn gelan­gen. Dann wan­dern sie durch die Blut­ge­fäße von Leber und Lunge und dann zu den Venen um die Blase und den Darm.

Nach eini­gen Wochen wer­den die Wür­mer reif und begin­nen mit der Eier­pro­duk­tion. Sie ver­las­sen den Kör­per schließ­lich durch Urin oder Kot. Diese Eier durch­lau­fen die Bla­sen­wände, den Darm oder bei­des. Sie ver­las­sen den Kör­per durch Urin oder Kot. Der Zyklus wie­der­holt sich.

Es ist nicht mög­lich, Bil­har­ziose von einer infi­zier­ten Per­son zu bekom­men. Die Men­schen kön­nen nur durch ver­un­rei­nig­tes Was­ser infi­ziert wer­den, in dem die Schne­cken leben.

Anzei­chen & Sym­ptome

Die Anzei­chen und Sym­ptome der Krank­heit hän­gen von der Art des Wurms und dem Sta­dium der Infek­tion ab, aber sie wird haupt­säch­lich durch die Reak­tion des Kör­pers auf die Eier des Wurms ver­ur­sacht und nicht durch die Wür­mer selbst.

Zu den ers­ten Anzei­chen gehö­ren das Jucken des Schwim­mers, wie z.B. Haut­aus­schlag oder juckende Haut. Sie kön­nen inner­halb weni­ger Stun­den nach der Infek­tion auf­tre­ten und kön­nen bis zu einer Woche anhal­ten. Fast 3 – 8 Wochen nach der Infek­tion kann die Per­son Zei­chen haben wie :

  • - Durch­fall­erkran­kun­gen
  • - Hus­ten
  • - Ermü­dung
  • - Fie­ber und Schüt­tel­frost
  • - Bauch­schmer­zen
  • - Mus­kel­schmer­zen
  • - Gewichts­ab­nahme
  • - Ver­grö­ße­rung der Leber und der Milz

Danach kann Blut im Urin vor­han­den sein, wenn die Eizel­len in den Urin gelan­gen.

Kom­pli­ka­tio­nen

Für den Fall, dass die infi­zierte Per­son nicht behan­delt wird, blei­ben die Eier im Kör­per und es kön­nen lang­fris­tige Kom­pli­ka­tio­nen auf­tre­ten, ein­schließ­lich :

  • - Bla­sen­krebs
  • - Leber­schä­den
  • - Even­tu­el­les Nie­ren­ver­sa­gen
  • - Ulzera­tion der Blase
  • - Blu­ten der Blase

Wenn die Eizel­len in die Blut­bahn gelan­gen, kön­nen sie in meh­rere wich­tige Organe gelan­gen. Und das kann zu Schä­den an Lunge, Herz, Darm und ZNS (Zen­tral­ner­ven­sys­tem) füh­ren. Die wie­der­hol­ten Infek­tio­nen, ins­be­son­dere über einen Zeit­raum von Jah­ren, kön­nen diese Organe schwer schä­di­gen.

Dia­gnose

Wenn eine Per­son von einem Ort zurück­kehrt, an dem Bil­har­ziose weit ver­brei­tet ist und Sym­ptome zeigt, muss sie sofort einen Arzt auf­su­chen. Eine Infek­ti­ons­krank­heit oder ein Tro­pen­me­di­zi­ner muss auf­ge­sucht wer­den. Es wird emp­foh­len, sich 3 Monate nach der Rück­kehr unter­su­chen zu las­sen, auch wenn keine Sym­ptome auf­tre­ten, da sie spä­ter auf­tre­ten kön­nen.

Der Arzt kann sich über die bereis­ten Orte, die Auf­ent­halts­dauer und den Kon­takt mit kon­ta­mi­nier­tem Was­ser infor­mie­ren. Wenn irgend­wel­che Sym­ptome auf­tre­ten, muss der Arzt dar­über infor­miert wer­den. Sie müs­sen dem Arzt sagen, wann die Sym­ptome zum ers­ten Mal auf­tre­ten und ob sie jucken­den Aus­schlag oder Blut im Urin haben.

Für die Dia­gnose kann eine Urin- oder Stuhl­probe erfor­der­lich sein, um fest­zu­stel­len, ob Eizel­len vor­han­den sind. Außer­dem kann ein Blut­test emp­foh­len wer­den. Da die Rei­fung des Wurms fast 40 Tage dau­ert, kann die Blut­probe 3 Monate nach der Expo­si­tion gegen­über kon­ta­mi­nier­tem Was­ser benö­ti­gen, um genaue Ergeb­nisse zu lie­fern.

Wenn die Per­son Darm­be­schwer­den hat, kann eine Biop­sie des End­darms erfor­der­lich sein, auch wenn die Urin- und Blut­tests nega­tiv aus­fal­len. Eine Bla­sen­bi­op­sie kann emp­foh­len wer­den.

Behand­lung

Ein Medi­ka­ment, das bei der Behand­lung von Bil­har­ziose am wirk­sams­ten ist, ist Pra­zi­quan­tel. Es kann für einen kur­zen Kurs gege­ben wer­den, um die Infek­tion zu besei­ti­gen. Sie kann auch dann nütz­lich sein, wenn die Krank­heit ein fort­ge­schrit­te­nes Sta­dium erreicht hat. Bis­lang wur­den keine signi­fi­kan­ten Schä­den oder Kom­pli­ka­tio­nen des Medi­ka­ments gemel­det. Außer­dem ver­hin­dert es nicht, dass eine Infek­tion erneut auf­tritt.

Die Men­schen, die in Gebie­ten leben, in denen die Bil­har­ziose weit ver­brei­tet ist, soll­ten jedes Jahr eine ein­zige orale Dosis Pra­zi­quan­tel ein­neh­men, um die Wahr­schein­lich­keit einer Infek­tion und Kom­pli­ka­tion zu ver­rin­gern.

Die For­scher ent­wi­ckeln einen Bil­har­ziose-Impf­stoff, um den Lebens­zy­klus des Para­si­ten beim Men­schen zu stop­pen.

Vor­sor­ge­maß­nah­men

An bestimm­ten Orten zie­len bestimmte Pro­jekte auf die Eli­mi­nie­rung der was­ser­be­woh­nen­den Schne­cken ab, die die die Krank­heit ver­ur­sa­chende Infek­tion tra­gen. Ver­su­chen Sie, in Gebie­ten, in denen Bil­har­ziose häu­fig vor­kommt, nicht zu schwim­men oder mit poten­zi­ell ver­un­rei­nig­tem Süß­was­ser in Berüh­rung zu kom­men.

Bewäs­se­rungs­sys­teme kön­nen es den Schne­cken erschwe­ren, das Was­ser zu besie­deln. Dies könnte die Mög­lich­keit ver­rin­gern, dass der Mensch einer Krank­heit aus­ge­setzt ist.

Erwä­gen Sie, Krebse in die Gebiete ein­zu­füh­ren, wel­che bei der Kon­trolle der Schne­cken­po­pu­la­tion hel­fen kön­nen.