Bla­sen­krebs (Harn­bla­sen­kar­zi­nom)

Bla­sen­krebs ist einer der häu­figs­ten Krebs­ar­ten und betrifft jedes Jahr etwa 68.000 Erwach­sene in der EU. Bla­sen­krebs tritt bei Män­nern häu­fi­ger auf als bei Frauen und betrifft in der Regel ältere Erwach­sene, kann aber in jedem Alter auf­tre­ten.

Bla­sen­krebs beginnt am häu­figs­ten in den Zel­len (Urothel­zel­len), die das Innere der Blase aus­klei­den – dem hoh­len, mus­ku­lö­sen Organ im Unter­leib, das den Urin spei­chert. Obwohl es am häu­figs­ten in der Blase vor­kommt, kann diese Krebs­art auch in ande­ren Tei­len der Harn­weg­s­ent­wäs­se­rung auf­tre­ten.

Etwa sie­ben von zehn dia­gnos­ti­zier­ten Bla­sen­krebs­ar­ten begin­nen in einem frü­hen Sta­dium – wenn Bla­sen­krebs gut behan­del­bar ist. Aber auch Bla­sen­krebs im Früh­sta­dium kann sich in der Blase wie­der­ho­len. Aus die­sem Grund benö­ti­gen Men­schen mit Bla­sen­krebs typi­scher­weise Fol­ge­un­ter­su­chun­gen für Jahre nach der Behand­lung, um nach Bla­sen­krebs zu suchen, der sich wie­der­holt oder in ein höhe­res Sta­dium vor­dringt.

Sym­ptome bei Bla­sen­krebs

Bla­sen­krebs Anzei­chen und Sym­ptome kön­nen sein :

  • - Blut im Urin (Häma­tu­rie)
  • - Schmerz­haf­tes Was­ser­las­sen
  • - Becken­schmer­zen

Wenn Sie eine Häma­tu­rie haben, kann Ihr Urin hell­rot oder Cola-braun erschei­nen. Manch­mal sieht der Urin nicht anders aus, aber Blut im Urin kann wäh­rend einer mikro­sko­pi­schen Unter­su­chung des Urins nach­ge­wie­sen wer­den.

Men­schen mit Bla­sen­krebs kön­nen auch Erfah­run­gen machen mit :

  • - Rücken­schmer­zen
  • - Häu­fi­ges Was­ser­las­sen

Aber, diese Sym­ptome tre­ten oft wegen etwas ande­rem als Bla­sen­krebs auf.

Wann ist ein Arzt auf­zu­su­chen ?

Wenn Sie Blut im Urin haben (Häma­tu­rie), ver­ein­ba­ren Sie einen Ter­min mit Ihrem Arzt, um es unter­su­chen zu las­sen. Ver­ein­ba­ren Sie auch einen Ter­min mit Ihrem Arzt, wenn Sie andere Anzei­chen oder Sym­ptome haben, die Sie beun­ru­hi­gen.

Ursa­chen

Bla­sen­krebs ent­steht, wenn Zel­len in der Blase begin­nen, anor­mal zu wach­sen. Anstatt geord­net zu wach­sen und sich zu tei­len, ent­wi­ckeln diese Zel­len Muta­tio­nen, die dazu füh­ren, dass sie außer Kon­trolle gera­ten und nicht ster­ben. Diese abnor­ma­len Zel­len bil­den einen Tumor.

Zu den Ursa­chen von Bla­sen­krebs gehö­ren :

  • - Rau­chen und ande­rer Tabak­kon­sum
  • - Expo­si­tion gegen­über Che­mi­ka­lien, ins­be­son­dere bei der Arbeit an einem Arbeits­platz, der eine Expo­si­tion gegen­über Che­mi­ka­lien erfor­dert
  • - Ver­gan­gene Strah­len­be­las­tung
  • - Chro­ni­sche Rei­zung der Bla­sen­schleim­haut
  • - Para­si­täre Infek­tio­nen, ins­be­son­dere bei Men­schen, die aus bestimm­ten Gebie­ten außer­halb von Europa kom­men oder in bestimmte Gebiete gereist sind

Es ist nicht immer klar, was Bla­sen­krebs ver­ur­sacht, und einige Men­schen mit Bla­sen­krebs haben keine offen­sicht­li­chen Risi­ko­fak­to­ren.

Arten von Bla­sen­krebs

Ver­schie­dene Arten von Zel­len in der Blase kön­nen krebs­ar­tig wer­den. Die Art der Bla­sen­zelle, in der der Krebs beginnt, bestimmt die Art des Bla­sen­kreb­ses. Die Art des Bla­sen­kreb­ses bestimmt, wel­che Behand­lun­gen für Sie am bes­ten geeig­net sind.

Zu den Arten von Bla­sen­krebs gehö­ren :

Urothe­lia­les Kar­zi­nom : Das Urothel­kar­zi­nom, frü­her Über­gangs­zell­kar­zi­nom genannt, tritt in den Zel­len auf, die das Innere der Blase aus­klei­den. Urothel­zel­len deh­nen sich bei vol­ler Blase aus und zie­hen sich zusam­men, wenn die Blase leer ist. Die­sel­ben Zel­len säu­men das Innere der Harn­lei­ter und der Harn­röhre, und an die­sen Stel­len kön­nen sich auch Tumore bil­den. Das Urothel­kar­zi­nom ist einer der häu­figs­ten For­men von Bla­sen­krebs.

Plat­ten­epi­thel­kar­zi­nom : Das Plat­ten­epi­thel­kar­zi­nom ist mit einer chro­ni­schen Rei­zung der Blase ver­bun­den, z.B. durch eine Infek­tion oder durch die lang­fris­tige Anwen­dung eines Harn­ka­the­ters. Plat­ten­epi­thel­kar­zi­nom ist eher sel­ten. Es ist häu­fi­ger in Tei­len der Welt, wo eine bestimmte para­si­täre Infek­tion (Bil­har­ziose) eine häu­fige Ursa­che für Bla­sen­ent­zün­dun­gen ist.

Ade­no­kar­zi­nom : Das Ade­no­kar­zi­nom beginnt in Zel­len, die schleim­ab­son­dernde Drü­sen in der Blase bil­den. Das Ade­no­kar­zi­nom der Blase ist in der EU sel­ten.

Einige Bla­sen­krebs­ar­ten umfas­sen mehr als einen Zell­typ.

Risi­ko­fak­to­ren für Bla­sen­krebs

Zu den Fak­to­ren, die das Bla­sen­krebs­ri­siko erhö­hen kön­nen, gehö­ren :

Rau­chen : Das Rau­chen von Ziga­ret­ten, Zigar­ren oder Pfei­fen kann das Risiko von Bla­sen­krebs erhö­hen, da sich schäd­li­che Che­mi­ka­lien im Urin ansam­meln. Wenn Sie rau­chen, ver­ar­bei­tet Ihr Kör­per die Che­mi­ka­lien im Rauch und schei­det einige davon in Ihrem Urin aus. Diese schäd­li­chen Che­mi­ka­lien kön­nen die Aus­klei­dung Ihrer Blase beschä­di­gen, was Ihr Krebs­ri­siko erhö­hen kann.

Zuneh­men­des Alter : Das Bla­sen­krebs­ri­siko steigt mit zuneh­men­dem Alter. Bla­sen­krebs kann in jedem Alter auf­tre­ten, aber er ist sel­ten bei Men­schen unter 40 Jah­ren zu fin­den.

Weiß” zu sein : Weiße Men­schen haben ein höhe­res Risiko für Bla­sen­krebs als Men­schen ande­rer Ras­sen.

Ein Mann zu sein : Män­ner ent­wi­ckeln mit grö­ße­rer Wahr­schein­lich­keit Bla­sen­krebs als Frauen.

Expo­si­tion gegen­über bestimm­ten Che­mi­ka­lien : Ihre Nie­ren spie­len eine Schlüs­sel­rolle dabei, schäd­li­che Che­mi­ka­lien aus Ihrem Blut­kreis­lauf zu fil­tern und in Ihre Blase zu trans­por­tie­ren. Aus die­sem Grund wird ange­nom­men, dass die Nähe zu bestimm­ten Che­mi­ka­lien das Risiko von Bla­sen­krebs erhö­hen kann. Zu den Che­mi­ka­lien, die mit dem Bla­sen­krebs­ri­siko in Ver­bin­dung ste­hen, gehö­ren Arsen und Che­mi­ka­lien, die bei der Her­stel­lung von Farb­stof­fen, Gummi, Leder, Tex­ti­lien und Lack­pro­duk­ten ver­wen­det wer­den.

Frü­here Krebs­be­hand­lung : Die Behand­lung mit dem Krebs­me­di­ka­ment Zyklo­phos­pha­mid erhöht das Risiko von Bla­sen­krebs. Men­schen, die bei einem frü­he­ren Krebs eine Bestrah­lung des Beckens erhiel­ten, haben ein erhöh­tes Risiko, Bla­sen­krebs zu ent­wi­ckeln.

Chro­ni­sche Bla­sen­ent­zün­dung : Chro­ni­sche oder wie­der­holte Harn­wegs­in­fek­tio­nen oder Ent­zün­dun­gen (Bla­sen­ent­zün­dung), wie sie bei lang­fris­ti­ger Anwen­dung eines Harn­wegs­ka­the­ters auf­tre­ten kön­nen, kön­nen das Risiko eines Plat­ten­epi­thel­kar­zi­noms erhö­hen. Das Plat­ten­epi­thel­kar­zi­nom ist in eini­gen Regio­nen der Welt mit einer chro­ni­schen Bla­sen­ent­zün­dung ver­bun­den, die durch die para­si­täre Infek­tion, die soge­nannte Bil­har­ziose, ver­ur­sacht wird.

Per­sön­li­che oder fami­liäre Vor­ge­schichte von Krebs : Wenn Sie Bla­sen­krebs hat­ten, haben Sie gute Chan­cen, dass sie ihn wie­der bekom­men. Wenn einer Ihrer Ver­wand­ten ers­ten Gra­des – ein Eltern­teil, ein Geschwis­ter­kind oder ein Kind – eine Vor­ge­schichte von Bla­sen­krebs hat, haben Sie mög­li­cher­weise ein erhöh­tes Risiko für die Krank­heit, obwohl es sel­ten ist, dass Bla­sen­krebs in Fami­lien auf­tritt. Eine fami­liäre Vor­ge­schichte von erb­li­chem, unpo­ly­pi­schem Darm­krebs, auch Lynch-Syn­drom genannt, kann das Krebs­ri­siko im Harn­sys­tem sowie im Dick­darm, in der Gebär­mut­ter, den Eier­stö­cken und ande­ren Orga­nen erhö­hen.

Vor­beu­gung

Obwohl es keine garan­tierte Mög­lich­keit gibt, Bla­sen­krebs zu ver­hin­dern, kön­nen Sie Maß­nah­men ergrei­fen, um Ihr Risiko zu redu­zie­ren.

Zum Bei­spiel :

Nicht rau­chen : Nicht rau­chen bedeu­tet, dass sich krebs­er­re­gende Che­mi­ka­lien im Rauch nicht in Ihrer Blase ansam­meln kön­nen. Wenn du nicht rauchst, fang nicht an. Wenn Sie rau­chen, spre­chen Sie mit Ihrem Arzt über einen Plan, der Ihnen hel­fen soll, auf­zu­hö­ren. Selbst­hil­fe­grup­pen, Medi­ka­mente und andere Metho­den kön­nen Ihnen hel­fen, auf­zu­hö­ren.

Seien Sie vor­sich­tig im Umgang mit Che­mi­ka­lien : Wenn Sie mit Che­mi­ka­lien arbei­ten, befol­gen Sie alle Sicher­heits­hin­weise, um eine Expo­si­tion zu ver­mei­den.

Essen Sie eine Viel­zahl von Obst und Gemüse : Wäh­len Sie eine Ernäh­rung, die reich an einer Viel­zahl von bun­ten Obst und Gemüse ist. Die Anti­oxi­dan­tien in Obst und Gemüse kön­nen hel­fen, das Krebs­ri­siko zu redu­zie­ren.