Was ist Dia­be­tis und ist es gefähr­lich ?

Dia­be­tes kann jeden tref­fen, egal aus wel­chem Bereich des Lebens.

Und das tut es – in Zah­len, die dra­ma­tisch zuneh­men. In den letz­ten zehn Jah­ren sind die Fälle von Men­schen mit Dia­be­tes um fast 50 Pro­zent gestie­gen. Welt­weit sind mehr als 422 Mil­lio­nen Men­schen davon betrof­fen.

Dia­be­tes ist eine der Haupt­ur­sa­chen für Erblin­dung, Nie­ren­ver­sa­gen, Ampu­ta­tio­nen, Herz­in­suf­fi­zi­enz und Schlag­an­fall.

Das Leben mit Dia­be­tes stellt eine enorme emo­tio­nale, kör­per­li­che und finan­zi­elle Belas­tung für die ganze Fami­lie dar.

Was also ist Dia­be­tes ?

Um das zu beant­wor­ten, müs­sen Sie zuerst die Rolle des Insu­lins in Ihrem Kör­per ver­ste­hen. Wenn du isst, ver­wan­delt dein Kör­per die Nah­rung in Zucker oder Glu­kose. An die­sem Punkt soll Ihre Bauch­spei­chel­drüse Insu­lin frei­set­zen. Insu­lin dient als „Schlüs­sel”, um Ihre Zel­len zu öff­nen, damit die Glu­kose ein­drin­gen kann – und Sie die Glu­kose als Ener­gie­quelle nut­zen kön­nen.

Aber bei Dia­be­tes funk­tio­niert die­ses Sys­tem nicht.

Einige wich­tige Fak­to­ren kön­nen zu Pro­ble­men füh­ren – die den Beginn von Dia­be­tes ver­ur­sa­chen. Typ 1 und Typ 2 Dia­be­tes sind die häu­figs­ten For­men der Erkran­kung, aber es gibt auch andere Arten, wie z.B. Schwan­ger­schafts­dia­be­tes, der wäh­rend der Schwan­ger­schaft auf­tritt, sowie andere For­men.

Was ist Typ-1-Dia­be­tes ?

Die schwer­wie­gen­dere Form von Dia­be­tes ist Typ 1 oder insu­lin­ab­hän­gi­ger Dia­be­tes. Man nennt es manch­mal „jugend­li­chen” Dia­be­tes, weil sich Typ-1-Dia­be­tes meist bei Kin­dern und Jugend­li­chen ent­wi­ckelt, obwohl er sich in jedem Alter ent­wi­ckeln kann.

Was ist Dia­be­tes ? Diese Abbil­dung zeigt die Bauch­spei­chel­drüse und das Insu­lin, wobei das Insu­lin als „Schlüs­sel” dar­ge­stellt wird, der die Zel­len öff­net, so dass der Blut­zu­cker ein­drin­gen kann und der Kör­per die Glu­kose zur Ener­gie­ge­win­nung nut­zen kann.

Angriffe des Immun­sys­tems

Beim Typ-1-Dia­be­tes greift das Immun­sys­tem des Kör­pers einen Teil der eige­nen Bauch­spei­chel­drüse an. Wis­sen­schaft­ler sind sich nicht sicher, warum. Aber das Immun­sys­tem sieht die insu­lin­pro­du­zie­ren­den Zel­len in der Bauch­spei­chel­drüse fälsch­li­cher­weise als fremd an und zer­stört sie. Die­ser Angriff wird als „Auto­im­mun­erkran­kung” bezeich­net.

Diese Zel­len – die soge­nann­ten „Insel­chen”, sind die­je­ni­gen, die Glu­kose im Blut auf­neh­men und dar­auf­hin die not­wen­dige Menge an Insu­lin pro­du­zie­ren, um den Blut­zu­cker zu nor­ma­li­sie­ren.

Insu­lin dient als „Schlüs­sel”, um Ihre Zel­len zu öff­nen, damit die Glu­kose ein­drin­gen kann – und Sie die Glu­kose als Ener­gie­quelle nut­zen kön­nen. Ohne Insu­lin gibt es kei­nen „Schlüs­sel”. Also, der Zucker bleibt – und baut sich auf – im Blut. Das Ergeb­nis : Die Kör­per­zel­len hun­gern auf­grund des Glu­ko­se­man­gels. Und unbe­han­delt kann der hohe „Blut­zu­cker­spie­gel” Augen, Nie­ren, Ner­ven und Herz schä­di­gen sowie zu Koma und Tod füh­ren.

Insu­lin-The­ra­pie

Eine Per­son mit Typ 1 behan­delt die Krank­heit, indem sie Insu­lin-Injek­tio­nen nimmt. Diese externe Insu­lin­quelle dient nun als „Schlüs­sel”, um Glu­kose in die Kör­per­zel­len zu brin­gen.

Die Her­aus­for­de­rung bei die­ser Behand­lung besteht darin, dass es oft nicht mög­lich ist, genau zu wis­sen, wie viel Insu­lin man ein­neh­men muss. Der Betrag basiert auf vie­len Fak­to­ren, ein­schließ­lich :

-Lebens­mit­tel

-Stress

-Emo­tio­nen und all­ge­meine Gesund­heit

Balan­ce­akt

Diese Fak­to­ren schwan­ken im Laufe des Tages stark. Die Ent­schei­dung, wel­che Insu­lin­do­sis zu neh­men ist, ist also ein kom­pli­zier­ter Balan­ce­akt.

Wenn Sie zu viel neh­men, dann ver­brennt Ihr Kör­per zu viel Glu­kose – und Ihr Blut­zu­cker kann auf ein gefähr­lich nied­ri­ges Niveau sin­ken. Dies ist eine so genannte Hypo­gly­kämie, die, wenn sie nicht behan­delt wird, poten­zi­ell lebens­be­droh­lich sein kann.

Wenn Sie zu wenig Insu­lin ein­neh­men, kann Ihr Kör­per wie­der an der Ener­gie ver­hun­gern, die er benö­tigt, und Ihr Blut­zu­cker kann auf ein gefähr­lich hohes Niveau stei­gen – eine Krank­heit, die als Hyper­gly­kämie bezeich­net wird. Dies erhöht auch die Wahr­schein­lich­keit von Lang­zeit­kom­pli­ka­tio­nen.

Was ist Typ-2-Dia­be­tes ?

Die häu­figste Form von Dia­be­tes wird als Typ 2 oder nicht-insu­lin­ab­hän­gi­ger Dia­be­tes bezeich­net.

Dies wird auch als „adul­ter Beginn” von Dia­be­tes bezeich­net, da er sich typi­scher­weise nach dem 35. Lebens­jahr ent­wi­ckelt. Immer mehr jün­gere Men­schen ent­wi­ckeln jedoch inzwi­schen einen Typ-2-Dia­be­tes.

Men­schen mit Typ 2 sind in der Lage, etwas von ihrem eige­nen Insu­lin zu pro­du­zie­ren. Oft ist es nicht genug. Und manch­mal ver­sucht das Insu­lin, als „Schlüs­sel” zu die­nen, um die Zel­len des Kör­pers zu öff­nen, damit die Glu­kose ein­drin­gen kann. Aber der Schlüs­sel funk­tio­niert nicht. Die Zel­len öff­nen sich nicht. Dies wird als Insu­lin­re­sis­tenz bezeich­net.

Häu­fig ist Typ 2 bei Men­schen, die über­ge­wich­tig sind und einen sit­zen­den Lebens­stil haben.

Die Behand­lung kon­zen­triert sich auf Ernäh­rung und Bewe­gung. Wenn der Blut­zu­cker­spie­gel immer noch hoch ist, wer­den orale Medi­ka­mente ein­ge­setzt, um dem Kör­per zu hel­fen, sein eige­nes Insu­lin effi­zi­en­ter zu nut­zen. In eini­gen Fäl­len sind Insu­linin­jek­tio­nen not­wen­dig.