Was ist die Base­dow-Krank­heit ?

Die Mor­bus Base­dow ist eines der häu­figs­ten Schild­drü­sen­pro­bleme. Sie ist auch die Haupt­ur­sa­che für die Hyper­t­hy­reose, bei der die Schild­drüse über­mä­ßige Hor­mone pro­du­ziert.

Ist die Erkran­kung ein­mal rich­tig dia­gnos­ti­ziert, ist sie recht ein­fach zu behan­deln. In eini­gen Fäl­len geht die Base­dow-Krank­heit in Remis­sion oder ver­schwin­det nach eini­gen Mona­ten oder Jah­ren ganz. Unbe­han­delt kann es jedoch zu schwe­ren Kom­pli­ka­tio­nen bis hin zum Tod füh­ren.

Obwohl die Sym­ptome Unan­nehm­lich­kei­ten ver­ur­sa­chen kön­nen, hat die Base­dow-Krank­heit in der Regel keine lang­fris­ti­gen gesund­heits­schäd­li­chen Fol­gen, wenn der Pati­ent eine schnelle und ange­mes­sene medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung erhält.

Was ver­ur­sacht die Base­dow-Krank­heit ?

Hor­mone, die von der Schild­drüse aus­ge­schie­den wer­den, steu­ern den Stoff­wech­sel oder die Geschwin­dig­keit, mit der der Kör­per Nah­rung in Ener­gie umwan­delt. Der Stoff­wech­sel steht in direk­tem Zusam­men­hang mit der Menge der Hor­mone, die im Blut­kreis­lauf zir­ku­lie­ren. Wenn die Schild­drüse aus irgend­ei­nem Grund einen Über­fluss an die­sen Hor­mo­nen aus­schei­det, geht der Stoff­wech­sel des Kör­pers in die Höhe und pro­du­ziert das pochende Herz, Schwit­zen, Zit­tern und Abneh­men, wie es typi­scher­weise bei Hyper­t­hy­reo­sen der Fall ist.

Nor­ma­ler­weise erhält die Schild­drüse ihre Pro­duk­ti­ons­auf­träge durch eine andere Che­mi­ka­lie, das so genannte Schild­drü­sen-Sti­mu­la­ti­ons­hor­mon, das von der Hypo­physe im Gehirn frei­ge­setzt wird. Aber bei der Mor­bus Base­dow setzt eine Fehl­funk­tion des kör­per­ei­ge­nen Immun­sys­tems abnor­male Anti­kör­per frei, die Schild­drü­sen-Sti­mu­la­ti­ons­hor­mone nach­ah­men. Ange­regt durch diese fal­schen Signale zur Pro­duk­tion, arbei­ten die Hor­mon­fa­bri­ken der Schild­drüse Über­stun­den und über­schrei­ten ihre nor­male Quote.

Warum das Immun­sys­tem beginnt, diese aberran­ten Anti­kör­per zu pro­du­zie­ren, ist unklar. Ver­er­bung und andere Merk­male schei­nen eine Rolle bei der Bestim­mung der Anfäl­lig­keit zu spie­len. Stu­dien zei­gen zum Bei­spiel, dass, wenn sich ein iden­ti­scher Zwil­ling an der Base­dow-Krank­heit erkrankt, es eine Wahr­schein­lich­keit von 20% gibt, dass auch der andere Zwil­ling sie bekommt. Außer­dem ist die Wahr­schein­lich­keit, dass Frauen die Krank­heit ent­wi­ckeln, höher als Män­ner.

Und Rau­cher, die an der Base­dow-Krank­heit lei­den, sind anfäl­li­ger für Augen­pro­bleme als Nicht­rau­cher mit der Krank­heit. Kein ein­zel­nes Gen ver­ur­sacht die Mor­bus Base­dow. Es wird ange­nom­men, dass es sowohl durch gene­ti­sche als auch durch Umwelt­fak­to­ren aus­ge­löst wird.

Augen­pro­bleme – in der Regel in Form von ent­zün­de­ten und geschwol­le­nen Augen­mus­keln und ‑gewebe, die dazu füh­ren kön­nen, dass die Aug­äp­fel aus ihren Höh­len ragen – sind eine beson­dere Kom­pli­ka­tion der Mor­bus Base­dow. Aller­dings wird nur ein klei­ner Pro­zent­satz aller Pati­en­ten von Base­dows an die­ser Erkran­kung lei­den, dem so genann­ten Exo­ph­thal­mus.

Selbst bei denen, die das tun, hat die Schwere ihres Kamp­fes mit Base­dow kei­nen Ein­fluss auf die Schwere des Augen­pro­blems oder wie weit die Aug­äp­fel ragen. Tat­säch­lich ist nicht klar, ob sol­che Augen­kom­pli­ka­tio­nen auf die Mor­bus Base­dow selbst oder auf eine völ­lig eigen­stän­dige, aber eng damit ver­bun­dene Erkran­kung zurück­zu­füh­ren sind. Wenn Sie Exo­ph­thal­mus ent­wi­ckelt haben, kön­nen Ihre Augen schmer­zen und sich tro­cken und gereizt anfüh­len. Vor­ste­hende Aug­äp­fel nei­gen zu über­mä­ßi­gen Trä­nen und Rötun­gen, auch weil die Augen­li­der sie nicht mehr effek­tiv vor Ver­let­zun­gen schüt­zen kön­nen.

Was sind die Sym­ptome der Mor­bus Base­dow ?

Zu den Sym­pto­men der Mor­bus Base­dow gehö­ren :

  • - Gewichts­ab­nahme trotz gestei­ger­tem Appe­tit
  • - Schnel­lere Herz­fre­quenz, höhe­rer Blut­druck und erhöhte Ner­vo­si­tät
  • - Über­mä­ßige Schweiß­bil­dung
  • - Erhöhte Wär­me­emp­find­lich­keit
  • - Häu­fi­ge­rer Stuhl­gang
  • - Mus­kel­schwä­che, zit­ternde Hände
  • - Ent­wick­lung eines Krop­fes (Ver­grö­ße­rung der Schild­drüse, ver­ur­sacht eine Schwel­lung an der Hals­ba­sis).
  • - Aus­ge­prägte Augen
  • - Röt­li­che, ver­dickte und klum­pige Haut vor den Schien­bei­nen.
  • - Bei Frauen : Ände­rung der Häu­fig­keit oder völ­lige Ein­stel­lung der Mens­trua­ti­ons­pe­ri­ode.

Rufen Sie Ihren Arzt wegen der Mor­bus Base­dow an, wenn…

Wenn Sie fieb­rig, auf­ge­regt oder im Deli­rium sind und einen schnel­len Puls haben. Sie könn­ten eine thy­reo­to­xi­sche Krise haben, in der die Aus­wir­kun­gen von zu viel Schild­drü­sen­hor­mon plötz­lich lebens­be­droh­lich wer­den.

Wel­che Behand­lun­gen gibt es bei Mor­bus Base­dow ?

Wenn Sie an der Base­dow-Krank­heit lei­den oder sogar ver­mu­ten, dass Sie sie haben, soll­ten Sie eine pro­fes­sio­nelle Dia­gnose und, falls erfor­der­lich, einen Behand­lungs­plan haben, der zu Ihrem spe­zi­el­len Zustand passt. Obwohl die Erkran­kung in einem gestör­ten Immun­sys­tem ver­wur­zelt ist, ist das Ziel der Behand­lung, den Schild­drü­sen­hor­mon­spie­gel wie­der ins Gleich­ge­wicht zu brin­gen und Unan­nehm­lich­kei­ten zu lin­dern.

Kon­ven­tio­nelle Medi­zin bei Mor­bus Base­dow

Beta-Blo­cker wie Ateno­lol (Tenor­min), Pro­pra­no­lol (Inderal) und Meto­pro­lol (Lopres­sor), die häu­fig zur Behand­lung von Herz­er­kran­kun­gen und Blut­hoch­druck ver­schrie­ben wer­den, wer­den von den meis­ten Pati­en­ten auch zur Lin­de­rung der Herz­klop­fen und Mus­kel­zit­tern ein­ge­setzt, die die Mor­bus Base­dow cha­rak­te­ri­sie­ren. Bevor Sie jedoch Beta­blo­cker für diese Erkran­kung ver­schrei­ben, muss Ihr Arzt wis­sen, ob Sie asth­ma­tisch sind oder irgend­eine Art von Herz­pro­blem haben. Diese Medi­ka­mente sind keine Hei­lung, son­dern wer­den gege­ben, um einige der Aus­wir­kun­gen der Schild­drü­sen­hor­mone zu blo­ckie­ren. Sie wer­den in Ver­bin­dung mit ande­ren Behand­lun­gen ein­ge­setzt.