Die meis­ten Eltern haben von der Fein­mo­to­rik und von der Not­wen­dig­keit gehört, diese zu entwickeln.

Was ist die Fein­mo­to­rik und warum ist sie so wichtig

Die Spe­zia­lis­ten für die Kin­der­psy­cho­lo­gie und die Sprach­the­ra­pie haben seit lan­gem fest­ge­stellt, dass der Grad der Sprach­ent­wick­lung von Kin­dern in direk­tem Zusam­men­hang mit dem Grad der Fein­mo­to­rik der Hand steht. Wenn sich die Fin­ger­be­we­gun­gen nach Plan ent­wi­ckeln, dann ist auch die Sprach­ent­wick­lung im Rah­men der Norm. Wenn die Ent­wick­lung der Fin­ger hin­ter­her­hinkt, hinkt auch die Sprach­ent­wick­lung hinterher.

Warum sind diese bei­den Kom­po­nen­ten so mit­ein­an­der verbunden

Es geht darum, dass unsere Vor­fah­ren durch Ges­ten kom­mu­ni­zier­ten und nach und nach Schreie und Rufe hin­zu­füg­ten. Die Fin­ger­be­we­gun­gen ver­bes­ser­ten sich all­mäh­lich. Des­halb kam es zu einer Ver­grö­ße­rung der moto­ri­schen Pro­jek­ti­ons­flä­che der Hand im mensch­li­chen Gehirn. Die Rede ent­wi­ckelte sich par­al­lel dazu. Spre­chen und Fein­mo­to­rik ent­wi­ckel­ten sich auf die glei­che Weise, das heißt die Fin­ger­be­we­gun­gen began­nen sich zuerst zu ent­wi­ckeln, wenn sie eine aus­rei­chende Fein­heit erreicht hat­ten, begann die Ent­wick­lung der ver­ba­len Sprache.

Die Wis­sen­schaft­ler haben nach­ge­wie­sen, dass aus ana­to­mi­scher Sicht etwa ein Drit­tel der gesam­ten Flä­che des moto­ri­schen Kor­tex von der Pro­jek­tion der Hand ein­ge­nom­men wird, die sich sehr nahe an der Sprech­zone befin­det. Es ist die Größe der Pro­jek­tion der Hand und ihre Nähe zur moto­ri­schen Zone, die es ermög­licht, die Hand als „Sprach­or­gan” zu betrach­ten. In die­sem Zusam­men­hang wurde ange­deu­tet, dass feine Bewe­gun­gen der Fin­ger einen signi­fi­kan­ten Ein­fluss auf die Aus­bil­dung und Ent­wick­lung der Sprach­funk­tion beim Kind haben. Um Ihrem Kind das Spre­chen bei­zu­brin­gen, ist es daher not­wen­dig, nicht nur den Arti­ku­la­ti­ons­ap­pa­rat zu trai­nie­ren, son­dern auch die Fin­ger­be­we­gun­gen oder die Fein­mo­to­rik zu entwickeln.

Die Fein­mo­to­rik der Hände inter­agiert mit solch höhe­ren Eigen­schaf­ten des Bewusst­seins wie die Auf­merk­sam­keit, das Den­ken, die opti­sche und räum­li­che Wahr­neh­mung, der Koor­di­na­tion, dem Vor­stel­lungs­ver­mö­gen, der Beob­ach­tung, das visu­el­les und moto­ri­sches Gedächt­nis, der Spra­che. Die Ent­wick­lung der Fein­mo­to­rik ist auch des­halb wich­tig, weil das gesamte künf­tige Leben des Kin­des den Ein­satz von prä­zi­ser, koor­di­nier­ter Hand- und Fin­ger­be­we­gun­gen erfor­dert. Diese sind zum Anzie­hen, Zeich­nen und Schrei­ben sowie zur Aus­füh­rung vie­ler ver­schie­de­ner Haus­halts- und Erzie­hungs­ak­ti­vi­tä­ten notwendig.

Wie kann man die Fein­mo­to­rik bes­ser entwickeln

Sie kön­nen die Fin­ger und Hände des Babys mas­sie­ren. Viele ver­schie­den Gegen­stände mit unter­schied­li­chen Eigen­schaf­ten hal­ten und mit die­sen spie­len las­sen. Die Hände des Babys unter­schied­li­chen Rei­zen aus­set­zen. Ver­schie­dene päd­ago­gi­sche Spiel­zeuge sind gute Hel­fer bei der Ent­wick­lung der Fein­mo­to­rik. Diese könne von den Eltern selbst her­ge­stellt werden.

Die Ent­wick­lungs­sta­dien

Von der Geburt bis zum Alter von 3 Mona­ten wärmt ein Erwach­se­ner die Hände des Babys, macht eine sanfte Mas­sage von den Hän­den und den Fin­gern. Die Säug­linge füh­ren selbst Reflex­be­we­gun­gen aus. Sie grei­fen und drü­cken zum Bei­spiel eine Ras­sel, grei­fen nach den auf­ge­häng­ten Spiel­sa­chen, berührt ein Spielzeug.

Von 4 bis 6 Mona­ten hat das Kind will­kür­li­che Bewe­gun­gen, er fängt die Spielsachen.

Ab 6 Mona­ten heben die Kin­der das Spiel­zeug an, schauen es an, ver­schiebt sie.

Ab 7 Mona­ten spielt ein Erwach­se­ner mit dem Kind, hilft zum Bei­spiel beim Sam­meln einer Pyramide.

Die Übun­gen zur Ent­wick­lung der Fein­mo­to­rik sollte sys­te­ma­tisch täg­lich 2 – 5 Minu­ten lang abge­hal­ten wer­den. Obwohl dem Kind anfangs viele Übun­gen mit Schwie­rig­kei­ten gege­ben wer­den, brin­gen sie ihm viel Freude, sowohl an den erziel­ten Ergeb­nis­sen als auch an der ein­fa­chen Kom­mu­ni­ka­tion mit sei­ner Mut­ter. Fin­ger­gym­nas­tik för­dert die Fein­mo­to­rik, die Spra­che, grund­le­gende men­tale Pro­zesse sowie die Kom­mu­ni­ka­tion. Bis zum Ende des Vor­schul­al­ters wer­den die Hände der Kin­der mobi­ler und fle­xi­bler, was dazu bei­trägt, dass sie in Zukunft die Schreib­fä­hig­kei­ten erfolg­reich beherr­schen werden.