Was ist eine chro­ni­sche Pan­krea­ti­tis ?

Chro­ni­sche Pan­krea­ti­tis ist eine Ent­zün­dung der Bauch­spei­chel­drüse, die sich mit der Zeit nicht ver­bes­sert.

Die Bauch­spei­chel­drüse ist ein Organ, das sich hin­ter dem Magen befin­det. Es pro­du­ziert Enzyme, die spe­zi­elle Pro­te­ine sind, die hel­fen, Ihre Nah­rung zu ver­dauen. Es bil­det auch Hor­mone, die den Zucker­spie­gel in Ihrem Blut­kreis­lauf kon­trol­lie­ren.

Pan­krea­ti­tis tritt auf, wenn sich Ihre Bauch­spei­chel­drüse ent­zün­det. Die Pan­krea­ti­tis gilt als akut, wenn die Ent­zün­dung plötz­lich ein­tritt und nur für einen kur­zen Zeit­raum andau­ert. Sie gilt als chro­nisch, wenn sie immer wie­der auf­tritt oder wenn die Ent­zün­dung mona­te­lang oder jah­re­lang nicht ver­heilt ist.

Chro­ni­sche Pan­krea­ti­tis kann zu dau­er­haf­ten Nar­ben­bil­dung und Schä­den füh­ren. Kal­zi­umsteine und Zys­ten kön­nen sich in Ihrer Bauch­spei­chel­drüse ent­wi­ckeln, die den Gang oder die Röhre blo­ckie­ren kön­nen, die Ver­dau­ungs­en­zyme und Säfte in den Magen trans­por­tie­ren. Die Blo­ckade kann den Gehalt an Pan­kre­a­s­en­zy­men und Hor­mo­nen sen­ken, was es für Ihren Kör­per schwie­ri­ger macht, Nah­rung zu ver­dauen und Ihren Blut­zu­cker zu regu­lie­ren. Dies kann zu ernst­haf­ten gesund­heit­li­chen Pro­ble­men füh­ren, ein­schließ­lich Unter­ernäh­rung und Dia­be­tes.

Was ver­ur­sacht die chro­ni­sche Pan­krea­ti­tis ?

Es gibt zahl­rei­che ver­schie­dene Ursa­chen für eine chro­ni­sche Pan­krea­ti­tis. Die häu­figste Ursa­che ist der lang­fris­tige Alko­hol­miss­brauch. Etwa 70 Pro­zent der Fälle ste­hen im Zusam­men­hang mit dem Alko­hol­kon­sum.

Auto­im­mun­erkran­kun­gen tre­ten auf, wenn Ihr Kör­per fälsch­li­cher­weise Ihre gesun­den Zel­len und Gewebe angreift. Ent­zünd­li­ches Darm­syn­drom, das eine Ent­zün­dung des Ver­dau­ungs­trak­tes ist, und pri­märe Gal­len­gangs­ent­zün­dung, eine chro­ni­sche Leber­er­kran­kung, die mit chro­ni­scher Pan­krea­ti­tis ver­bun­den ist.

Andere Ursa­chen sind unter ande­rem :

  • - Auto­im­mun­erkran­kung, die auf­tritt, wenn Ihr Kör­per ver­se­hent­lich Ihre gesun­den Zel­len und Gewebe angreift.
  • - ein schma­ler Pan­kre­as­gang, das heißt, der Schlauch, der Enzyme von der Bauch­spei­chel­drüse zum Dünn­darm trans­por­tiert.
  • - eine Ver­stop­fung des Pan­kre­as­gangs durch Gal­len­steine oder Pan­kre­as­steine
  • - Muko­vis­zi­dose, eine Erb­krank­heit, die dazu führt, dass sich Schleim in der Lunge ansam­melt.
  • - Gene­tik
  • - hoher Kal­zi­um­spie­gel im Blut, der als Hyper­kalz­ä­mie bezeich­net wird.
  • - ein hoher Anteil an Tri­gly­ce­rid­fet­ten im Blut, der als Hyper­t­ri­gly­ce­ri­dä­mie bezeich­net wird.

Wer ist gefähr­det, eine chro­ni­sche Pan­krea­ti­tis zu bekom­men ?

Der Miss­brauch von Alko­hol erhöht das Risiko einer chro­ni­schen Pan­krea­ti­tis. Es wird ange­nom­men, dass das Rau­chen das Risiko einer Pan­krea­ti­tis bei Alko­ho­li­kern erhöht. In eini­gen Fäl­len kann eine Fami­li­en­ana­mnese mit chro­ni­scher Pan­krea­ti­tis Ihr Risiko erhö­hen.

Die chro­ni­sche Pan­krea­ti­tis ent­wi­ckelt sich am häu­figs­ten bei Men­schen im Alter zwi­schen 30 und 40 Jah­ren. Die Erkran­kung ist auch bei Män­nern häu­fi­ger als bei Frauen.

Kin­der, die in tro­pi­schen Regio­nen Asi­ens und Afri­kas leben, kön­nen Gefahr lau­fen, eine tro­pi­sche Pan­krea­ti­tis zu ent­wi­ckeln, die eine wei­tere Form der chro­ni­schen Pan­krea­ti­tis ist. Die genaue Ursa­che der tro­pi­schen Pan­krea­ti­tis ist unbe­kannt, aber sie kann mit Unter­ernäh­rung zusam­men­hän­gen.

Was sind die Sym­ptome einer chro­ni­schen Pan­krea­ti­tis ?

Zuerst wer­den Sie mög­li­cher­weise keine Sym­ptome bemer­ken. Ver­än­de­run­gen in Ihrer Bauch­spei­chel­drüse kön­nen recht weit fort­ge­schrit­ten sein, bevor Sie sich unwohl füh­len. Wenn Sym­ptome auf­tre­ten, kön­nen sie Fol­gen­des beinhal­ten :

  • - Schmer­zen im Ober­bauch
  • - Durch­fall­erkran­kung
  • - Fett­stühle, die locker, blass und nicht leicht weg­zu­spü­len sind.
  • - Übel­keit und Erbre­chen
  • - Kurz­at­mig­keit
  • - uner­klär­li­che Gewichts­ab­nahme
  • - über­mä­ßi­ger Durst und Müdig­keit

Sie kön­nen im Laufe der Erkran­kung schwer­wie­gen­dere Sym­ptome ver­spü­ren, wie z.B :

  • - Bauch­spei­chel­drü­sen­flüs­sig­keit im Bauch­raum
  • - Gelb­sucht, die durch eine gelb­li­che Ver­fär­bung der Augen und der Haut gekenn­zeich­net ist.
  • - Innere Blu­tun­gen
  • - Darm­ver­schluss

Schmerz­hafte Epi­so­den kön­nen Stun­den oder sogar Tage dau­ern. Einige Leute fin­den, dass Essen oder Trin­ken ihre Schmer­zen ver­schlim­mern kann. Im wei­te­ren Ver­lauf der Erkran­kung kön­nen die Schmer­zen kon­stant wer­den.

Wie wird die chro­ni­sche Pan­krea­ti­tis dia­gnos­ti­ziert ?

In den frü­hen Pha­sen der chro­ni­schen Pan­krea­ti­tis sind Ver­än­de­run­gen in der Bauch­spei­chel­drüse in Blut­tests schwer zu erken­nen. Aus die­sem Grund wer­den Blut­tests in der Regel nicht zur Dia­gnose der Krank­heit ver­wen­det. Sie kön­nen jedoch ver­wen­det wer­den, um die Menge der Pan­kre­a­s­en­zyme in Ihrem Blut zu bestim­men. Blut­tests kön­nen auch zur Über­prü­fung der Blut­kör­per­chen­zahl sowie der Nie­ren- und Leber­funk­tion ver­wen­det wer­den. Ihr Arzt könnte Sie nach einer Stuhl­probe fra­gen, um den Fett­ge­halt zu tes­ten. Fet­ti­ger Stuhl könnte ein Zei­chen dafür sein, dass Ihr Kör­per die Nähr­stoffe nicht rich­tig auf­nimmt.

Bild­ge­bende Ver­fah­ren sind der zuver­läs­sigste Weg für Ihren Arzt, eine Dia­gnose zu stel­len. Ihr Arzt könnte Sie bit­ten, die fol­gen­den Stu­dien an Ihrem Bauch durch­zu­füh­ren, um nach Anzei­chen einer Ent­zün­dung zu suchen :

  • - Rönt­gen­strah­len
  • - Ultra­schall
  • - CT-Scans
  • - MRT-Auf­nah­men

Ihr Arzt kann Ihnen auch einen endo­sko­pi­schen Ultra­schall emp­feh­len. Bei einem endo­sko­pi­schen Ultra­schall führt Ihr Arzt einen lan­gen, fle­xi­blen Schlauch in den Mund und durch den Magen und Dünn­darm. Die Röhre ent­hält einen Ultra­schall­kopf, der Schall­wel­len aus­sen­det, die detail­lierte Bil­der Ihrer Bauch­spei­chel­drüse erzeu­gen.

Wie wird die chro­ni­sche Pan­krea­ti­tis behan­delt ?

Die Behand­lung der chro­ni­schen Pan­krea­ti­tis kon­zen­triert sich auf die Schmerz­lin­de­rung und die Ver­bes­se­rung der Ver­dau­ungs­funk­tion. Der Scha­den an Ihrer Bauch­spei­chel­drüse kann nicht rück­gän­gig gemacht wer­den, aber mit der rich­ti­gen Pflege soll­ten Sie in der Lage sein, viele Ihrer Sym­ptome zu behan­deln. Die Behand­lung von Pan­krea­ti­tis kann Medi­ka­mente, endo­sko­pi­sche The­ra­pien oder Ope­ra­tio­nen umfas­sen.

Medi­ka­mente

Mög­li­che Medi­ka­mente, die Ihr Arzt bei chro­ni­scher Pan­krea­ti­tis ver­schrei­ben kann, sind unter ande­rem :

  • - Schmerz­me­di­ka­mente
  • - künst­li­che Ver­dau­ungs­en­zyme, wenn Ihr Enzym­spie­gel zu nied­rig ist, um Lebens­mit­tel nor­mal zu ver­dauen.
  • - Insu­lin bei Dia­be­tes
  • - Ste­ro­ide bei Auto­im­mun­erkran­kun­gen der Bauch­spei­chel­drüse, die auf­tre­ten, wenn das Immun­sys­tem des Kör­pers die Bauch­spei­chel­drüse angreift.

Endo­sko­pie

Einige Behand­lun­gen ver­wen­den ein Endo­skop, um Schmer­zen zu lin­dern und Blo­cka­den zu besei­ti­gen. Ein Endo­skop ist ein lan­ger, fle­xi­bler Schlauch, den Ihr Arzt durch den Mund führt. Es ermög­licht Ihrem Arzt, Pan­kre­as­steine zu ent­fer­nen, kleine Schläu­che, soge­nannte Stents, zu plat­zie­ren, um den Durch­fluss zu ver­bes­sern und Undich­tig­kei­ten zu schlie­ßen.

Chir­ur­gie

Eine Ope­ra­tion ist für die meis­ten Men­schen nicht not­wen­dig. Wenn Sie jedoch starke Schmer­zen haben, die nicht auf Medi­ka­mente anspre­chen, kann die Ent­fer­nung eines Teils Ihrer Bauch­spei­chel­drüse manch­mal Abhilfe schaf­fen. Die Ope­ra­tion kann auch ver­wen­det wer­den, um den Bauch­spei­chel­drü­sen­gang zu öff­nen, Zys­ten abzu­lei­ten oder ihn zu erwei­tern, wenn er zu eng ist.

Es ist wich­tig, Alko­hol zu ver­mei­den, nach­dem bei Ihnen eine chro­ni­sche Pan­krea­ti­tis dia­gnos­ti­ziert wurde, auch wenn Alko­hol nicht die Ursa­che Ihrer Krank­heit war. Sie soll­ten auch das Rau­chen ver­mei­den, da es Ihr Risiko für Bauch­spei­chel­drü­sen­krebs erhö­hen kann. Mög­li­cher­weise müs­sen Sie den Fett­an­teil in Ihrer Ernäh­rung begren­zen und Vit­amine ein­neh­men.

Was sind die mög­li­chen Kom­pli­ka­tio­nen einer chro­ni­schen Pan­krea­ti­tis ?

Die chro­ni­sche Pan­krea­ti­tis hat das Poten­zial, zahl­rei­che Kom­pli­ka­tio­nen zu ver­ur­sa­chen. Sie sind einem grö­ße­ren Risiko aus­ge­setzt, Kom­pli­ka­tio­nen zu ent­wi­ckeln, wenn Sie nach der Dia­gnose wei­ter­hin Alko­hol trin­ken.

Die Nähr­stoff­miss­bil­dung ist eine der häu­figs­ten Kom­pli­ka­tio­nen. Da Ihre Bauch­spei­chel­drüse nicht genü­gend Ver­dau­ungs­en­zyme pro­du­ziert, nimmt Ihr Kör­per die Nähr­stoffe nicht rich­tig auf. Dies kann zu Unter­ernäh­rung füh­ren.

Die Ent­wick­lung von Dia­be­tes ist eine wei­tere mög­li­che Kom­pli­ka­tion. Pan­krea­ti­tis schä­digt die Zel­len, die Insu­lin und Glu­ka­gon pro­du­zie­ren, die die Hor­mone sind, die die Zucker­menge in Ihrem Blut kon­trol­lie­ren. Dies kann zu einem Anstieg des Blut­zu­cker­spie­gels füh­ren. Etwa 45 Pro­zent der Men­schen mit chro­ni­scher Pan­krea­ti­tis bekom­men Dia­be­tes.

Einige Men­schen wer­den auch Pseu­do­zys­ten ent­wi­ckeln, d.h. flüs­sig­keits­ge­füllte Wachs­tums­for­men, die sich inner­halb oder außer­halb der Bauch­spei­chel­drüse bil­den kön­nen. Pseu­do­zys­ten sind gefähr­lich, weil sie wich­tige Kanäle und Blut­ge­fäße blo­ckie­ren kön­nen. In eini­gen Fäl­len kön­nen sie sich infi­zie­ren.

Fazit

Die Aus­sich­ten hän­gen von der Schwere und der zugrunde lie­gen­den Ursa­che der Erkran­kung ab. Andere Fak­to­ren kön­nen Ihre Hei­lungs­chan­cen beein­flus­sen, ein­schließ­lich Ihres Alters bei der Dia­gnose und ob Sie wei­ter­hin Alko­hol trin­ken oder Ziga­ret­ten rau­chen.

Eine recht­zei­tige Dia­gnose und Behand­lung kann die Aus­sich­ten ver­bes­sern. Rufen Sie sofort Ihren Arzt an, wenn Sie Sym­ptome einer Pan­krea­ti­tis bemer­ken.