Was ist Polio ?

Polio (kurz für Polio­mye­li­tis) ist eine Infek­ti­ons­krank­heit, die zu dau­er­haf­ter Mus­kel­schwä­che, Läh­mung und in schwe­ren Fäl­len lebens­be­droh­lich sein kann. Sie wird durch ein so genann­tes Polio­vi­rus ver­ur­sacht, das sehr anste­ckend ist und sich durch Ver­schlu­cken von kon­ta­mi­nier­ten Lebens­mit­teln oder Was­ser oder durch direk­ten Kon­takt mit einer infi­zier­ten Per­son ver­brei­tet.

Auf­grund der weit ver­brei­te­ten Imp­fun­gen wurde Polio in vie­len Tei­len der Welt aus­ge­rot­tet. Es gibt jedoch einige Län­der, dar­un­ter Nige­ria, Paki­stan und Afgha­ni­stan, in denen Polio-Infek­tio­nen immer noch auf­tre­ten.

Polio-Sym­ptome

Die Mehr­heit der mit dem Polio­vi­rus infi­zier­ten Men­schen (bis zu 95 Pro­zent) hat kei­ner­lei Sym­ptome und weiß nicht ein­mal, dass sie infi­ziert sind. Unter den­je­ni­gen, die Sym­ptome haben, gibt es 2 Haupt­for­men von Krank­hei­ten : nicht-para­ly­sierte Polio und para­ly­ti­sche Polio.

Nicht-para­ly­ti­sche Polio

Etwa 4 – 8 Pro­zent der infi­zier­ten Men­schen lei­den an einer so genann­ten abor­ti­ven Polio­mye­li­tis. Diese Art von Polio ver­ur­sacht keine Läh­mung, und die Sym­ptome (dar­un­ter Fie­ber, Hals­schmer­zen, leichte Kopf­schmer­zen, Übel­keit und Erbre­chen sowie Ver­stop­fung oder Durch­fall) bes­sern sich nor­ma­ler­weise inner­halb von etwa 3 Tagen.

Wei­tere 1 – 2 Pro­zent der mit dem Polio­vi­rus infi­zier­ten Men­schen ent­wi­ckeln eine nicht-para­ly­sie­rende asep­ti­sche Menin­gi­tis, die eine Infek­tion der Hirn­häute (die das Gehirn und das Rücken­mark bede­ckende Mem­bran) ist. Die Sym­ptome dau­ern in der Regel zwi­schen 2 und 10 Tagen und beinhal­ten :

Fie­ber ;
Kopf­schmer­zen ;
Übel­keit und Erbre­chen ;
Durch­fall ;
Müdig­keit ; und
Mus­kel­schmer­zen, Steif­heit oder Krämpfe.
Läh­mende Polio

Nur sehr wenige Men­schen mit Polio­in­fek­tion ent­wi­ckeln läh­men­des Polio – tat­säch­lich ent­wi­ckeln weni­ger als ein Pro­zent der Infi­zier­ten eine sol­che schwere Form der Krank­heit. Bei läh­men­der Kin­der­läh­mung brei­tet sich das Virus vom Darm auf das Gehirn und das Rücken­mark aus und schä­digt die Ner­ven, die die Mus­kel­be­we­gung steu­ern.

Erste Sym­ptome sind Fie­ber, gefolgt von star­ken Kopf­schmer­zen, Nacken- und Rücken­schmer­zen und Steif­heit, Mus­kel­schmer­zen und Krämpfe, Ver­stop­fung und manch­mal unge­wöhn­li­che Haut­rei­zun­gen. Mus­kel­schwä­che oder Läh­mung tritt in der Regel 1 – 10 Tage nach den übri­gen Sym­pto­men auf. Die Läh­mung, die auf der einen Seite des Kör­pers ten­den­zi­ell stär­ker ist als auf der ande­ren, kann vor­über­ge­hend oder dau­er­haft sein. Läh­mende Polio kann lebens­be­droh­lich sein, wenn die Mus­keln, die zum Schlu­cken und Atmen ver­wen­det wer­den, geschwächt oder gelähmt sind.

Die meis­ten Men­schen mit läh­men­dem Polio erho­len sich in den Wochen und Mona­ten nach der Infek­tion zumin­dest teil­weise. Etwa zwei Drit­tel der Men­schen, die eine läh­mende Kin­der­läh­mung ent­wi­ckeln, haben eine dau­er­hafte Mus­kel­schwä­che.

Vor­beu­gung gegen Polio

Polio kann durch eine Imp­fung gegen das Virus, das die Krank­heit ver­ur­sacht, ver­hin­dert wer­den. Obwohl Polio in den meis­ten West­li­chen Län­dern aus­ge­rot­tet wurde, ist es wich­tig, dass alle Kin­der wei­ter­hin geimpft wer­den. Denn es besteht nach wie vor die Gefahr, dass das Virus aus Län­dern ein­ge­führt wird, in denen Polio noch exis­tiert.

Zwei Arten von Impf­stof­fen sind welt­weit erhält­lich :

den inak­ti­vier­ten Polio­mye­li­tis-Impf­stoff (IPV), der durch Injek­tion gege­ben wird ; und den ora­len Polio­mye­li­tis-Impf­stoff (OPV), der oral ein­ge­nom­men wird.