Was ist rheu­ma­to­ide Arthri­tis ?

Rheu­ma­to­ide Arthri­tis ist eine Auto­im­mun­erkran­kung, bei der die kör­per­ei­gene Abwehr – das Immun­sys­tem – fälsch­li­cher­weise die kör­per­ei­ge­nen Zel­len und nicht die frem­den Ein­dring­linge, die sie ablen­ken soll, wie Viren und andere Krank­heits­er­re­ger befällt. Dies führt zu einer robus­ten Ent­zün­dungs­re­ak­tion im gan­zen Kör­per. Bei der rheu­ma­to­iden Arthri­tis kon­zen­triert sich diese Reak­tion auf bestimmte Gelenke, was zu fol­gen­den Sym­pto­men füh­ren kann :

Sym­ptome

Steif­heit : Beson­ders beim ers­ten Auf­wa­chen am Mor­gen kann eine Steif­heit in bestimm­ten Gelen­ken ein frü­hes Zei­chen für eine rheu­ma­to­ide Arthri­tis sein. Diese Steif­heit löst sich in der Regel inner­halb von etwa einer Stunde und ver­bes­sert sich mit der Bewe­gung. Dies steht im Gegen­satz zu der Art von Stei­fig­keit, die Pati­en­ten mit Arthrose erle­ben ; in die­sem Zustand wachen die meis­ten Pati­en­ten nor­ma­ler­weise auf und füh­len sich ziem­lich mobil, aber die Stei­fig­keit ver­schlech­tert sich, da das Gelenk den gan­zen Tag über benutzt wird.

Gelenk­schmer­zen und Schmer­zen : Neben der Stei­fig­keit kön­nen auch Schmer­zen, Schmer­zen oder Emp­find­lich­keit in den betrof­fe­nen Gelen­ken auf­tre­ten, die durch die Zunahme von Ent­zün­dun­gen im Gelenk ver­ur­sacht wer­den. Die­ser Schmerz kann für einige Men­schen mit rheu­ma­to­ider Arthri­tis sehr läh­mend sein, beson­ders wenn die Krank­heit in ihrem akti­ven oder auf­fla­ckern­den Zustand ist.

Gemein­same Rötung und Wärme : Rötun­gen und Wärme im betrof­fe­nen Gelenk sind eben­falls häu­fige Ent­zün­dungs­zei­chen und kön­nen auf eine rheu­ma­to­ide Arthri­tis als Ursa­che hin­wei­sen.

Sym­me­trie der Sym­ptome : Eines der bekann­tes­ten Sym­ptome der rheu­ma­to­iden Arthri­tis ist ihre Sym­me­trie. Im Gegen­satz zu ande­ren For­men der Arthri­tis neigt die rheu­ma­to­ide Arthri­tis dazu, sich auf bei­den Sei­ten des Kör­pers gleich­mä­ßig zu prä­sen­tie­ren.

Gewichts­ab­nahme : Uner­klär­li­che Gewichts­ab­nahme kann ein frü­hes Zei­chen für rheu­ma­to­ide Arthri­tis sein. Mit die­sem Gewichts­ver­lust kann auch ein Appe­tit­ver­lust ver­bun­den sein.

Taub­heits­ge­fühl und Krib­beln : Chro­ni­sche Ent­zün­dun­gen und Schwel­lun­gen kön­nen zu Ner­ven­schä­den und Druck auf die Ner­ven füh­ren, was zu Taub­heits­ge­füh­len oder Krib­beln in den Fin­ger­spit­zen füh­ren kann. Die­ses Gefühl ist auch bei fort­ge­schrit­te­ner rheu­ma­to­ider Arthri­tis häu­fig vor­han­den, die begon­nen hat, die Blut­ge­fäße zu schä­di­gen.

Der Bewe­gungs­um­fang wurde ver­rin­gert. Die von RA ver­ur­sachte Ent­zün­dung kann im Laufe der Zeit zu struk­tu­rel­len Schä­den an den Seh­nen und Bän­dern in einem Gelenk füh­ren, die den nor­ma­len Bewe­gungs­um­fang beein­träch­ti­gen kön­nen.

Chro­ni­sche Krank­heit

Da es sich bei der rheu­ma­to­iden Arthri­tis um eine chro­ni­sche Erkran­kung ohne Hei­lung han­delt, sind viele die­ser Sym­ptome von pro­gres­si­ver Natur. Was bedeu­tet, dass sie sich mit der Zeit ver­schlim­mern. Aber durch ein sorg­fäl­ti­ges Manage­ment der Krank­heit sind viele Pati­en­ten in der Lage, ein rela­tiv nor­ma­les Leben zu füh­ren. Man kann so den Beginn der schlimms­ten Sym­ptome und Kom­pli­ka­tio­nen zu ver­zö­gern.

Wel­che Ver­bin­dun­gen sind betrof­fen ?

Rheu­ma­to­ide Arthri­tis neigt dazu, mehr Gelenke auf ein­mal zu betref­fen als andere Arten von Arthri­tis. Die RA beginnt oft in den klei­nen Gelen­ken von Hand und Hand­ge­lenk, kann aber auch große Gelenke betref­fen. Zu den häu­fig betrof­fe­nen Gelen­ken gehö­ren :

Das pro­xi­male Inter­phal­an­ge­al­ge­lenk : Das PIP-Gelenk ist das­je­nige in der Mitte des Fin­gers.

Das metakar­po­phal­an­geale Gelenk : Das MPC-Gelenk ist das Gelenk an der Basis des Fin­gers, wo sich der Fin­ger mit dem Rest der Hand ver­bin­det. Die PIP und MPC sind oft die ers­ten Gelenke, die Anzei­chen einer rheu­ma­to­iden Arthri­tis zei­gen.

Die Hand­ge­lenke : Das Hand­ge­lenk ist die häu­figste Stelle der RA im Ober­kör­per, und nor­ma­ler­weise sind beide Hand­ge­lenke betrof­fen. Schmer­zen, Rötun­gen, Wärme und Steif­heit im Hand­ge­lenk kön­nen Anzei­chen für eine rheu­ma­to­ide Arthri­tis sein.

Die Ell­bo­gen : Schmer­zen, Schwel­lun­gen, Insta­bi­li­tät, Steif­heit und häu­fi­ges Ver­rie­geln des Ellen­bo­gens kön­nen alle rheu­ma­to­ide Arthri­tis im Ellen­bo­gen­ge­lenk signa­li­sie­ren.

Die Schul­tern : Schmer­zen, Steif­heit beim Auf­wa­chen und Schmer­zen in bei­den Schul­tern könn­ten dar­auf hin­deu­ten, dass RA begon­nen hat, die Schul­ter­ge­lenke zu beein­flus­sen. Uneben­hei­ten unter der Haut in den Schul­tern oder Armen, die als rheu­ma­to­ide Kno­ten bezeich­net wer­den, kön­nen auch das Vor­han­den­sein von RA in den Schul­tern oder Ell­bo­gen signa­li­sie­ren.

Die Hüf­ten : Ent­zün­dun­gen im Hüft­ge­lenk kön­nen zu Schmer­zen, Steif­heit und Schwel­lun­gen des Gelen­kes selbst füh­ren, aber auch zu Emp­find­lich­keit und Stei­fig­keit im Ober­schen­kel- und Leis­ten­be­reich. Im wei­te­ren Ver­lauf der Erkran­kung kann es zu Kno­chen­ero­sio­nen kom­men, die zu Behin­de­run­gen und Defor­ma­tio­nen füh­ren.

Die Knie : Eine Ent­zün­dung des Syn­ovi­ums, der gelenk­schüt­zen­den Mem­bran, kann zu ver­min­der­tem Bewe­gungs­um­fang in den Knien, Schwel­lun­gen, Schmer­zen, Rötun­gen und Wärme füh­ren.

Die Knö­chel : Obwohl RA weni­ger häu­fig in den Knö­cheln vor­kommt, kann es diese Gelenke betref­fen. Mit der Zeit kann eine Ent­zün­dung in den Knö­cheln zu einer Kno­chen­fu­sion füh­ren, was die Ver­wen­dung des Gelen­kes in der Regel sehr schwie­rig macht. Sym­ptome in den Hüf­ten, Knien und Knö­cheln sind in der Regel ein Zei­chen dafür, dass die Krank­heit fort­ge­schrit­ten ist, da RA dazu neigt, zuerst klei­nere Gelenke zu betref­fen.

Die meta­tars­o­phal­an­gea­len Gelenke : Die MTP-Gelenke ver­bin­den die Zehen mit dem Fuß. Ent­zün­dun­gen in die­sem Gelenk kön­nen zur Ent­wick­lung von Ham­mer­ze­hen füh­ren. Schmer­zen in die­sem Gelenk im Groß­ze­hen­be­reich sind oft auch das Mar­ken­zei­chen von Gicht, einer ande­ren Art von Arthri­tis.

Andere Organe kön­nen beschä­digt wer­den.

Die Arthri­tis Foun­da­tion berich­tet, dass „anhal­tend hohe Ent­zün­dungs­ra­ten Pro­bleme im gan­zen Kör­per ver­ur­sa­chen kön­nen”. Viele Organe kön­nen durch die­sen Ent­zün­dungs­pro­zess geschä­digt wer­den :

Augen : Tro­cken­heit, Schmer­zen, Licht­emp­find­lich­keit, Rötun­gen im wei­ßen Teil des Auges und Seh­stö­run­gen kön­nen die Folge einer rheu­ma­to­iden Arthri­tis sein.

Mund : Zahn­fleisch­rei­zun­gen oder Infek­tio­nen kön­nen durch ein Aus­trock­nen des Mun­des ent­ste­hen. Sym­ptome in den Augen oder im Mund kön­nen auch mit einer ande­ren Auto­im­mun­erkran­kung ver­bun­den sein, dem Sjö­gren-Syn­drom, das bei eini­gen Pati­en­ten mit rheu­ma­to­ider Arthri­tis auf­tre­ten kann oder sepa­rat auf­tritt. Beim Sjö­gren-Syn­drom greift das Immun­sys­tem die Trä­nen­drü­sen und den Spei­chel an, was zu tro­cke­nen Augen und tro­cke­nem Mund führt.

Haut : Einige Pati­en­ten mit rheu­ma­to­ider Arthri­tis ent­wi­ckeln Klum­pen unter der Haut. Diese so genann­ten rheu­ma­to­iden Knöt­chen nei­gen dazu, sich über knö­cherne Kör­per­teile zu bil­den. Typi­scher­weise in der Nähe von Gelen­ken, die von der Krank­heit betrof­fen sind.

Blut­ge­fäße : Die Vasku­li­tis Foun­da­tion berich­tet, dass sich in eini­gen fort­ge­schrit­te­nen Fäl­len von rheu­ma­to­ider Arthri­tis, einer wei­te­ren Erkran­kung namens rheu­ma­to­ider Vasku­li­tis, ent­wi­ckeln kann. RV Merk­male Ent­zün­dung und Ver­en­gung der Blut­ge­fäße, die durch einen Aus­schlag auf der Haut nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen ; Gru­ben in der Haut der Fin­ger­spit­zen ; Wun­den um die Fin­ger­nä­gel ; und Taub­heits­ge­fühl, Krib­beln und Schmer­zen in den Fin­gern. Diese Erkran­kung kann zu einem höhe­ren Risiko für Schlag­an­fall, Herz­er­kran­kun­gen und Nie­ren­pro­bleme füh­ren.

Blut : Ihr Gehalt an roten Blut­kör­per­chen, den Ery­thro­zy­ten, kann bei rheu­ma­to­ider Arthri­tis sin­ken, was zu Anämie führt.

Lun­gen : Rheu­ma­to­ide Arthri­tis kann zu Nar­ben­bil­dung und Knöt­chen in der Lunge füh­ren. Auch als rheu­ma­to­ide Lun­gen­er­kran­kung bezeich­net, kann sich diese als Kom­pli­ka­tion der RA ent­wi­ckeln und zu Kurz­at­mig­keit, Schwä­che, tro­cke­nem Hus­ten, Müdig­keit und unbe­ab­sich­tig­tem Gewichts­ver­lust füh­ren.