Die Behand­lungs­tak­tik bei Mor­bus Crohn

Im Falle einer Ver­schlim­me­rung der Erkran­kung von leich­ter bis mitt­le­rer Schwere mit Loka­li­sa­tion des Pro­zes­ses im Becken und Dick­darm ist die Ver­wen­dung von Ami­no­sa­li­cy­la­ten mit einer Ver­rin­ge­rung der Dosis ange­zeigt, wenn die Remis­sion erreicht ist.

Das Metro­nid­azol kann bei Pati­en­ten wirk­sam sein, die nicht emp­find­lich auf Ami­no­sa­li­cy­late reagie­ren. Metro­nid­azol ist bei Ileo­ko­li­tis und Coli­tis wirk­sa­mer als bei iso­lier­ter Becken­er­kran­kung. Gleich­zei­tig ist eine län­gere Ein­nahme von Metro­nid­azol auf­grund des hohen Risi­kos einer peri­phe­ren Poly­neu­ro­pa­thie kon­tra­in­di­ziert. Dar­über hin­aus erwies sich die Loka­li­sa­tion des Pro­zes­ses im Becken und im auf­stei­gen­den Dick­darm als sehr effektiv.

Da die Neu­noi­lei­tis oft durch das bak­te­ri­elle Über­wuchs­syn­drom erschwert wird, ist in die­sem Fall der Ver­lauf der anti­bak­te­ri­el­len The­ra­pie angesagt.

Die Schwere der Sym­ptome des Mor­bus Crohn bei Läsio­nen des obe­ren Magen-Darm-Trak­tes nimmt mit dem Ein­satz von Pro­to­nen­pum­pen­hem­mern ab.

Bei mitt­le­rer Schwere und schwe­rer Exazer­ba­tion wird Predn­iso­lon oder Bude­so­nid ver­ab­reicht, bis die Sym­ptome verschwinden.

Mehr als 50% der Pati­en­ten, die Kor­ti­kos­te­ro­ide in der Akut­phase erhal­ten, wer­den ste­ro­id­ab­hän­gig oder ste­ro­id­re­sis­tent. Die meis­ten von ihnen sind Rau­cher und Pati­en­ten mit Loka­li­sa­tion des Pro­zes­ses im Dick­darm. Die Kom­bi­na­tion von Kor­ti­kos­te­ro­iden mit Ami­no­sa­li­cy­la­ten geht nicht mit einer erhöh­ten Reak­tion auf die Behand­lung ein­her. Gleich­zei­tig erhöht sich die Wirk­sam­keit der Behand­lung, wenn Aza­thio­prin und 6‑Mercaptopurin den Kor­ti­kos­te­ro­iden zuge­setzt wer­den, aber ihre Bewer­tung kann erst in eini­gen Mona­ten nach The­ra­pie­be­ginn erfolgen.

Die Ent­wäs­se­rung erfor­dert eine Elek­tro­ly­tin­fu­si­ons­the­ra­pie. Bei schwe­rer Anämie und Blu­tun­gen wird eine Blut­trans­fu­sion durch­ge­führt. Im Falle einer Darm­ob­struk­tion und eines extrem schwe­ren Zustands des Pati­en­ten wird eine par­en­te­r­ale Ernäh­rung verschrieben.

Neben den Kor­ti­kos­te­ro­iden sind auch die Breit­band­an­ti­bio­tika bei den ent­zün­dungs­be­ding­ten Steno­sen indi­ziert. Die Abs­zesse erfor­dern eine anti­bak­te­ri­elle The­ra­pie und die Ent­wäs­se­rung des Abszesses.

Die gering­fü­gi­gen peri­ana­len Kom­pli­ka­tio­nen des Mor­bus Crohn wer­den in der Regel mit Metro­nid­azol oder der kom­bi­nier­ten Ver­wen­dung von Metro­nid­azol und Cipro­flo­xa­cin behan­delt. Diese kön­nen aber auch mit Aza­thio­prin oder 6‑Mer­cap­top­u­rin-The­ra­pie the­ra­piert wer­den, was die Wirk­sam­keit von Infli­xi­mab zeigt.

Bei dem schwe­rem und ful­mi­nan­tem Mor­bus Crohn ist eine intra­ve­nöse Ver­ab­rei­chung von Kor­ti­kos­te­ro­iden angezeigt.

Bei Mor­bus Crohn und/​oder unkon­trol­lier­ten The­ra­pie­for­men der Erkran­kung ist eine ope­ra­tive Behand­lung angezeigt.

Wird bei Mor­bus Crohn eine Remis­sion erreicht, wird eine Erhal­tungs­the­ra­pie verschrieben.

Die Nach­un­ter­su­chun­gen

Die Lang­zeit­über­wa­chung von Mor­bus Crohn-Pati­en­ten im ambu­lan­ten Bereich zielt dar­auf ab, die Exazer­ba­tio­nen und die Kom­pli­ka­tio­nen der Erkran­kung früh­zei­tig zu erken­nen und die Behand­lungs­er­geb­nisse zu überwachen.

Es wird emp­foh­len, das Vor­han­den­sein von Krank­heits­sym­pto­men fest­zu­stel­len, das Gewicht zu bestim­men, eine Unter­su­chung des Bau­ches durch­zu­füh­ren, das Blut zu unter­su­chen, die Leber­tests durch­zu­füh­ren. Auch wenn sich der Pati­ent in einer kli­ni­schen Remis­sion befin­det. Der Pati­ent muss die Not­wen­dig­keit ver­ste­hen, früh­zei­tig einen Arzt auf­zu­su­chen, wenn Sym­ptome der Krank­heit auftreten.

Wirk­sam­keit der Behandlung

Das Ver­schwin­den der Sym­ptome, die Nor­ma­li­sie­rung des endo­sko­pi­schen Mus­ters und die Labor­werte zeu­gen von der Wirk­sam­keit der Therapie.

Die Bewer­tung der Wirk­sam­keit der The­ra­pie erfolgt inner­halb weni­ger Wochen. Die Behand­lungs­er­geb­nisse wer­den nach dem Zeit­punkt des Ver­schwin­dens der Sym­ptom­e­be­wer­tet. Diese sind die Häu­fig­keit von Stuhl, die Bauch­schmer­zen, die Anore­xie, die Dys­pep­sie, das Fie­ber, die Tachy­kar­die und die Labor­pa­ra­me­ter wie das Hämo­glo­bin, die Erythrozyten.

Pro­gnose

Die Mor­bus Crohn ist unheil­bar, mit einer Rück­fall­rate von bis zu 10% pro Jahr.

Bei ent­spre­chen­der Behand­lung kön­nen die Pati­en­ten mit ihrer Krank­heit koexis­tie­ren und ein erfüll­tes Leben über viele Jahre füh­ren. Wenn Kom­pli­ka­tio­nen auf­tre­ten, ist die Pro­gnose ungünstig.

Die Vor­beu­gung

Es wurde keine spe­zi­fi­sche Pro­phy­laxe ent­wi­ckelt, da die Ursa­che der Erkran­kung unklar ist.