Grund­le­gende Diagnosemethoden

EKG

Die auf­schluss­reichste Methode zur Dia­gnose des aku­ten Myo­kard­in­farkts ist ein Elek­tro­kar­dio­gramm (EKG). Bei allen Pati­en­ten mit Ver­dacht auf einen Herz­in­farkt muss das Elek­tro­kar­dio­gramm sofort in zwölf Stan­dard­lei­tun­gen regis­triert werden.
Das EKG zeigt cha­rak­te­ris­ti­sche Ver­än­de­run­gen : Die Bil­dung des patho­lo­gi­schen Zah­nes Q oder QS – Kom­ple­xes, die Ver­än­de­rung der Posi­tion des ST-Stre­cke und die Bil­dung von nega­ti­ven T – Stre­cken sind klassisch.
Neben den klas­si­schen Ände­run­gen gibt es mög­li­che Vari­an­ten, die von einem Exper­ten im Detail bewer­tet wer­den kön­nen. Es ist zu beach­ten, dass 10% der Pati­en­ten mit Herz­in­farkt keine EKG-Ver­än­de­run­gen auf­wei­sen. Wenn die Brust­schmer­zen anhal­ten, ist es daher not­wen­dig, das Kar­dio­gramm im Abstand von 5 – 10 Minu­ten erneut auf­zu­neh­men, wenn es keine Mög­lich­keit gibt, eine kon­ti­nu­ier­li­che EKG-Über­wa­chung zu orga­ni­sie­ren. Die Dia­gnose des Vor­han­den­seins von zuvor vom Pati­en­ten auf­ge­nom­me­nen Kar­dio­gram­men wird erheb­lich erleich­tert. Häu­fig kön­nen Anzei­chen eines Herz­in­farkts, ins­be­son­dere eines wie­der­hol­ten Herz­in­farkts, im Ver­gleich zum ursprüng­li­chen EKG fest­ge­stellt werden.

Die Blut­werte bei einem Myokardinfarkt

Ein cha­rak­te­ris­ti­sches dia­gnos­ti­sches Merk­mal von Labor­tests ist die Zunahme so genann­ter Mar­ker für Herz­mus­kel­schä­den : Tro­po­nin T oder Tro­po­nin I, MV – Crea­tin­phos­pho­ki­nase und Myo­glo­bin. Blut­tests kön­nen auch einen Anstieg des Leu­ko­zy­ten­spie­gels, beschleu­nigte POE und erhöhte AST- und ALT-Werte (haupt­säch­lich AST) zeigen.

Die zusätz­li­chen Diagnosemethoden

Die Hol­ter-EKG-Über­wa­chung

Eine täg­li­che Kar­dio­gramm­über­wa­chung. Sie wird in der Regel ver­zö­gert durch­ge­führt, um das Auf­tre­ten von wie­der­hol­ten Ischä­mie- und Herz­rhyth­mus­stö­run­gen zu beurteilen.

Die Echo­kar­dio­gra­phie

Diese Methode hat einen Hilfs­wert bei der Dia­gnose eines Myo­kard­in­farkts. Es kann die Dia­gnose bestä­ti­gen, aber die Ergeb­nisse die­ser Methode kön­nen nicht für ein ein­zel­nes Dia­gno­se­kri­te­rium her­an­ge­zo­gen wer­den. Bei einem Herz­in­farkt kön­nen Sie eine Zone mit nied­ri­ger Kon­trak­tion, die soge­nannte Hypo­ki­nese, erken­nen. Es ist mög­lich, den Ort eines Myo­kard­in­farkts zu defi­nie­ren, die Funk­tion der lin­ken Herz­kam­mer zu erken­nen, d.h. die Pro­gnose über die Ent­wick­lung der Herz­in­suf­fi­zi­enz zu bewer­ten. Dar­über hin­aus ermög­licht das Ver­fah­ren die Dia­gnose von Kom­pli­ka­tio­nen wie Sept­um­riss, Bil­dung des links­ven­tri­ku­lä­ren Aneu­rys­mas, Ablö­sung der Papillar­mus­ku­la­tur oder intra­ka­r­diale Thrombose.

Rönt­gen­auf­nahme der Brustorgane

Ermög­licht die Anzei­chen von der Herz­in­suf­fi­zi­enz zu erken­nen, die so genannte Sta­gna­tion in einem klei­nen Kreis der Durch­blu­tung kann dia­gnos­ti­ziert werden.

Die Myo­kard­szin­ti­gra­phie

Diese Methode ist wich­tig für Pati­en­ten mit wenig aus­sa­ge­kräf­ti­gen Ergeb­nis­sen der EKG – und ECHO – Kar­dio­gra­phie. Der Pati­ent erhält intra­ve­nös eine kon­tras­tie­rende Sub­stanz und ihre Ver­tei­lung im Myo­kard wird über­wacht. Bei Pati­en­ten mit aku­ter Myo­kard­schä­di­gung wird beob­ach­tet, dass sich im geschä­dig­ten Bereich radio­ak­tive Stoffe ansammeln.

Die Koro­na­r­an­gio­gra­phie

Eine moderne, äußerst effek­tive Methode. Die Unter­su­chung wird unter Lokal­an­äs­the­sie durch­ge­führt. Bei dem Ver­fah­ren wird die Punk­tion der Radial- oder Ober­schen­kel­arte­rie durch­ge­führt und ein dün­ner Kathe­ter zum das Herz des Pati­en­ten gebracht. Es füllt die Herz­ge­fäße mit einer spe­zi­el­len Kon­trast­mit­tel aus. Eine spe­zi­elle Film­ka­mera gibt dem Arzt die Mög­lich­keit, die Art des Scha­dens am Herz zu beur­tei­len und die wei­tere Vor­ge­hens­weise zu bestim­men, um dem Pati­en­ten zu hel­fen. Der Vor­teil der Tech­no­lo­gie ist die Mög­lich­keit einer sofor­ti­gen intra­vasku­lä­ren Inter­ven­tion : Bei Bedarf stellt der Chir­urg sofort einen Stent auf, um einen gesun­den Blut­fluss wiederherzustellen.