The­ra­pie von Frakturen

Die Behand­lung von Kno­chen­brü­chen kann unter­teilt wer­den in ana­to­mi­sche und funk­tio­nelle Behandlung.

Der ana­to­mi­sche Zeit­raum, dau­ert vom Zeit­punkt der Ver­let­zung bis zur Bil­dung von Kno­chen­ver­wach­sun­gen und ent­spricht in den meis­ten Fäl­len dem Zeit­raum der Immo­bi­li­sie­rung. Der Haupt­zweck der Peri­ode ist die Wie­der­her­stel­lung der ana­to­mi­schen Struk­tu­ren beschä­dig­ter Knochen.

Der funk­tio­nelle Zeit­raum beginnt eben­falls mit dem Zeit­punkt der Ver­let­zung und endet mit der Wie­der­her­stel­lung der vol­len Ein­satz­fä­hig­keit. Ziel der Peri­ode ist es, die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Knochen‑, Sehnen‑, Mus­kel- und Gelenke der Extre­mi­tät wie­der­her­zu­stel­len. Die­ser Zeit­raum glie­dert sich in zwei Pha­sen : rela­tiv und abso­lut funk­tio­nal. Die erste fällt mit der ana­to­mi­schen zusam­men, hat aber einen ande­ren Zweck, die zweite ist eine Fort­set­zung der vor­he­ri­gen und been­det den Behandlungsprozess.

Alle Behand­lungs­maß­nah­men bei­der Zeit­räume kön­nen kon­ven­tio­nell als lokale und all­ge­meine Behand­lung betrach­tet werden.

Die lokale ana­to­mi­sche Behandlung

Dies ist eine Maß­nahme, die direkt auf die Scha­dens­ur­sa­che abzielt. Es gibt zwei Grup­pen von loka­len Wir­kungs­mes­sun­gen. Einer beinhal­tet die Repo­si­tio­nie­rung und Fixie­rung von Frag­men­ten, das andere die lokale Akti­vie­rung der repa­ra­ti­ven Regeneration.

Die Repo­si­tion und die Erhal­tung von Kno­chen­frag­men­ten kann kon­ser­va­tiv oder ope­ra­tiv sowie mit Hilfe exter­ner Fixa­ti­ons­ge­räte erfolgen.

Die kon­ser­va­tive Behand­lungs­me­thode wird bei Frak­tu­ren ohne Ver­schie­bung und mit Ver­schie­bung von Frag­men­ten ange­wen­det. Die Frak­tur­stelle wird in einer funk­tio­nell vor­teil­haf­ten Posi­tion ohne Ver­schie­bung der Frag­mente mit einem Gips­ver­band oder einer Schiene fixiert.

Frak­tu­ren mit Ver­schie­bung von Frag­men­ten wer­den je nach Art und Größe der Frak­tur­li­nie unter­schied­lich behan­delt. Die manu­elle Repo­si­tio­nie­rung wird bei Frak­tu­ren in den meta­epi­physä­ren Zonen mit einer trans­ver­sa­ler Frak­tur­li­nie ange­wandt. Letz­te­res wird nach Anäs­the­sie der Frak­tur­stelle nach zwei Grund­re­geln durch­ge­führt : 1. Die Repo­si­tion wird ent­ge­gen des Mecha­nis­mus des Trau­mas und der Ver­schie­bung von Frag­men­ten durch­ge­führt ; 2. das peri­phere Frag­ment wird auf das zen­trale gestellt. Die Repo­si­tin wird mit dem Anle­gen eines Gips­ver­ban­des fixiert.

Bei Kno­chen­brü­chen mit Schräg- oder Spi­ral­frak­tur­li­nie ist die Fixie­rung mit Gips­ban­dage auf­grund einer spä­te­ren Sekun­där­ver­schie­bung nicht prak­tisch, so dass es sinn­vol­ler ist, die Kno­chen­trak­tion anzu­wen­den. In Lokal­an­äs­the­sie wird eine Metall­na­del durch bestimmte Punkte durch­ge­führt, je nach Frak­tur­stelle, an der die Hal­te­rung mon­tiert ist. An der Hal­te­rung, die über ein Rad gelegt wird, wird ein dün­nes, sta­bi­les Seil befes­tigt, und am Ende der Hal­te­rung wird ein Gewicht auf­ge­hängt oder eine elas­ti­schen Stan­gen befes­tigt. Der Zug dau­ert bis zur Bil­dung eines wei­chen Kno­chen­kal­lus, dann wird er durch einen Gips­ver­band ersetzt, der den geschä­dig­ten Kno­chen bis zur voll­stän­di­gen Ver­knö­che­rung fixiert.

Die ope­ra­tive Behandlungsmethode

Die ope­ra­tive Behand­lungs­me­thode wird bei stren­gen Indi­ka­tio­nen ange­wen­det, bei Gefäß­schä­den, bei offe­nen und mehr­frag­men­ti­gen Frak­tu­ren mit unkon­trol­lier­ten Frag­men­ten, bei Frak­tu­ren, die einen hohen Anteil an unbe­frie­di­gen­den Ergeb­nis­sen in der kon­ser­va­ti­ven Behand­lung auf­wei­sen (Ober­schen­kel­hals, Quer­frak­tur der Hüft­dia­physe, Frak­tur der Unter­arm­kno­chen mit schrä­ger Frakturlinie).

Die ope­ra­tive Behand­lung besteht darin, die Frak­tur­stelle frei­zu­le­gen, die offene Repo­si­tio­nie­rung und Fixie­rung der Frag­mente auf eine der fol­gen­den Arten durch­zu­füh­ren. Es gibt viele Mit­tel und Vor­rich­tun­gen, um die abge­split­tene Frag­mente zu erhal­ten. Das Mate­rial, aus dem die Fixa­teure her­ge­stellt wer­den, kann Metall, Kno­chen, Kera­mik, Kunst­stoff und syn­the­ti­sche Gewebe sein. Am häu­figs­ten wird Edel­stahl verwendet.

Für die intra­os­sale Fixa­tion wer­den die Stäbe ver­wen­det. Der Stab sollte fest in dem Kno­chenka­nal inte­griert sein, die Frak­tur­li­nie abde­cken und min­des­tens 8 cm in die distale Frak­tur einragen.

Die ober­fläch­li­che Fixie­rung der Frag­mente erfolgt mit Hilfe von ver­schie­de­ner Plat­ten, Ser­kla­gen usw. Die Plat­ten wer­den bei Quer- und die Ser­kla­ges – bei schrä­ger Frak­tur­li­nie – ver­wen­det. Die Platte sollte die Frak­tur­li­nie abde­cken und mit Schrau­ben, die durch beide kor­ti­ka­len Schich­ten hin­durch­ge­hen, fest mit dem Kno­chen ver­bun­den sein.

Externe Fixa­ti­ons­ge­räte wer­den für die Repo­si­tio­nie­rung von Frag­men­ten und die Osteo­syn­these ver­wen­det. Ober- und unter­halb der Bruch­stelle wer­den 4 sich kreu­zende Spei­chen aus­ge­führt, die in Rin­gen befes­tigt sind, die durch ver­ti­kale Stäbe ver­bun­den sind. Das Design ermög­licht es, Frag­mente zu mani­pu­lie­ren und starr in der ein­ge­stell­ten Posi­tion zu halten.

Nach dem ope­ra­ti­ven Engriff, muss eine Extre­mi­tät hoch­ge­la­gert und gekühlt wer­den. Die wei­tere Behand­lung in Phy­sio­the­ra­pie, hilft bei der Wund­hei­lung und Wie­der­her­stel­lung der Beweg­lich­keit. Eine zeit­nahe dosierte Belas­tung der Extre­mi­tät, redu­ziert den Kraftabbau.

Die all­ge­meine Behand­lung in der ana­to­mi­schen Periode

Unter Berück­sich­ti­gung der Patho­ge­nese der trau­ma­ti­schen Erkran­kung ist es not­wen­dig, auf alle Arten von the­ra­peu­ti­schen Maß­nah­men zurück­zu­grei­fen, die zur Kor­rek­tur von beein­träch­tig­ten Kör­per­funk­tio­nen bei­tra­gen, unab­hän­gig von der Größe des gebro­che­nen Knochens.

Eine Diät

Die Abbau­pro­zesse in der post­trau­ma­ti­schen Zeit wer­den akti­viert, des­halb ist es not­wen­dig, Pro­te­ine, Vit­amine, Spu­ren­ele­mente und Mine­ra­lien zu sich zu neh­men. Die Ernäh­rung des Pati­en­ten sollte Fleisch, Fisch, Eier, fri­sches Gemüse, Milch­pro­dukte und Früchte, die keine gro­ßen Men­gen an Zucker enthalten.

Die medi­ka­men­töse Therapie

In der aku­ten Phase des Trau­mas bekom­men die Pati­en­ten Schmerz­mit­tel. Um bio­che­mi­sche Pro­zesse wie­der­her­zu­stel­len und den Ener­gie­stoff­wech­sel zu nor­ma­li­sie­ren soll­ten die Pati­en­ten aus­rei­chend Vit­amine zu sich neh­men. Es ist rat­sam, Cal­ci­um­prä­pa­rate einzunehmen.

Die Kran­ken­gym­nas­tik

Diese hilft dem Pati­en­ten die Mobi­li­tät oder die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Extre­mi­tät wie­der­zu­er­lan­gen. Sie unter­stützt die Hei­lungs­pro­zesse. Hilf dem Pati­en­ten gezielt auf seine Pro­bleme ein­zu­ge­hen. Die Kran­ken­gym­nas­tik als all­ge­meine Behand­lungs­me­thode stärkt den Kör­per, und die Rei­zung von sym­me­tri­schen Kör­per­tei­len wirkt sich posi­tiv auf die rege­ne­ra­tive Rege­ne­ra­tion aus.

Die Behand­lung im Funktionszeitraum

Das Ziel ist es, den Mus­kel­schwund zu besei­ti­gen, die Durch­blu­tung im Ver­let­zungs­be­reich zu nor­ma­li­sie­ren, die Funk­tion des Gleit­ap­pa­ra­tes und die Bewe­gun­gen in den Gelen­ken der betrof­fe­nen und dau­er­haft bewe­gungs­un­fä­hi­gen Glied­ma­ßen wiederherzustellen.

Die Kran­ken­gym­nas­tik ist die wich­tigste Methode der Reha­bi­li­ta­ti­ons­be­hand­lung. In der ers­ten Phase des Funk­ti­ons­zeit­rau­mes, bei Vor­han­den­sein einer Ruhig­stel­lung, wer­den sta­ti­sche oder iso­me­tri­sche Übun­gen ein­ge­führt. Sie sor­gen für eine Mus­kel­kon­trak­tion ohne Bewe­gun­gen in den immo­bi­li­sier­ten Gelen­ken. In der zwei­ten Phase des Funk­ti­ons­zeit­raums, nach der Besei­ti­gung des Immo­bi­li­sa­ti­ons­ver­ban­des, begin­nen die Übun­gen mit akti­ven Bewe­gun­gen, gehen dann über zu Übun­gen zum Kraft­auf­bau und Übun­gen zur Ver­bes­se­rung des Sta­bi­li­tät der Strukturen.

Die Kran­ken­gym­nas­tik ist eine umfang­rei­che Gruppe von Heil­mit­teln im Funk­ti­ons­zeit­raum. Deren Haupt­ziele sind die Schmerz­lin­de­rung, Nar­ben­mo­bi­li­sa­tion, Ver­hin­de­rund / Besei­ti­gung von Ver­wach­sun­gen und Nor­ma­li­sie­rung der Durch­blu­tung und Stoff­wech­sel­pro­zesse im Ver­let­zungs­be­reich und der gesam­ten Extremität.