Es ist ein all­ge­mein aner­kann­tes Pro­blem in der Wis­sen­schaft, dass Erfolg oft auf Kos­ten eines Lebens außer­halb der Arbeit geht (oder zumin­dest scheint es so zu sein). Daher gibt es viele Ver­su­che, Aka­de­mi­kern dabei zu hel­fen, ihre Work-Life-Balance zu ver­bes­sern. Lei­der gehen diese Ver­su­che oft in moti­vie­rende Plat­ti­tü­den und Rat­schläge über, die die meis­ten Men­schen bereits gehört haben. Und das ist ver­ständ­lich – Work-Life-Balance ist ein kniff­li­ges Thema, mit dem man sich aus­ein­an­der­set­zen muss ! Diese Schwie­rig­keit ergibt sich aus dem Zusam­men­tref­fen zweier wich­ti­ger Faktoren :

Gleich­ge­wicht

Ver­schie­dene Men­schen wol­len unter­schied­li­che Dinge aus ihrem Leben, also bedeu­tet Gleich­ge­wicht für ver­schie­dene Men­schen unter­schied­li­che Dinge.
Diese The­men kön­nen so per­sön­lich sein, dass man sich oft nicht wohl fühlt, sie kon­kret zu diskutieren.

Das Ergeb­nis ist, dass Men­schen in vagen Abs­trak­tio­nen spre­chen und nicht erken­nen, dass sie keine Ideen kom­mu­ni­zie­ren, die andere Men­schen tat­säch­lich auf ihr Leben anwen­den können.

So waren wir beide ange­nehm über­rascht, als wir letz­tes Jahr zur Work-Life-Balance-Ses­sion bei der CRA‑W Gra­duate Cohort Ver­an­stal­tung gin­gen und uns von ihr ent­fernt fühl­ten, als wäre sie tat­säch­lich hilf­reich gewe­sen. Die bei­den Frauen, die die Sit­zung lei­ten, waren sich von Anfang an dar­über im Kla­ren, dass es hier keine uni­ver­sel­len Ant­wor­ten gibt, dass jeder für sich selbst her­aus­fin­den muss, was er aus sei­nem Leben machen will. Und das her­aus­zu­fin­den, stand im Mit­tel­punkt des Work­shops. Ein gro­ßer Teil der Zeit wurde der intro­spek­ti­ven Beant­wor­tung der fol­gen­den Fra­gen gewidmet :

Was bedeu­tet Work-Life-Balance für Sie ?

Was sind einige Anzei­chen dafür, dass Ihr Leben im Gleich­ge­wicht ist ? Aus dem Gleich­ge­wicht ? (Dies könnte alles sein, ob Sie am sel­ben Ort wie Ihr bedeu­ten­der ande­rer leben oder nicht, oder ob Sie Zeit haben, sich zu ent­span­nen und Ihren Kaf­fee am Mor­gen zu trinken.
Was sind Ihre per­sön­li­chen und beruf­li­chen Ziele für die Zukunft ?
Wir wur­den ermu­tigt, unsere Ant­wor­ten auf die Fra­gen auf­zu­schrei­ben. Die­ser zusätz­li­che Schritt hat uns wirk­lich gezwun­gen, kon­kret und ehr­lich zu uns selbst zu sein. Dann gab es Zeit, unsere Gedan­ken zu die­sen und ande­ren Fra­gen in klei­nen Grup­pen zu dis­ku­tie­ren, bevor wir sie mit dem Work­shop als Gan­zes teil­ten (wenn wir uns wohl fühlten).

Da wir mit die­sem Work­shop so zufrie­den waren, haben wir uns frei­wil­lig bereit erklärt, einige Ideen aus die­sem Work­shop in die von Women@GECCO orga­ni­sierte GECCO Work-Life-Balance-Ver­an­stal­tung ein­zu­brin­gen. Wir waren dank­bar für die Gele­gen­heit, das dies­jäh­rige Gespräch mit Nur Zinc-Heywood mit zu orga­ni­sie­ren. Da wir sehen, dass jeder Teil­neh­mer per­sön­lich mit den Fra­gen der Work-Life-Balance in Bezug auf die Wirk­sam­keit sol­cher Ver­an­stal­tun­gen inter­agiert, haben wir uns ent­schlos­sen, von dem im letz­ten Jahr ver­wen­de­ten Panel-For­mat zu einem stär­ker dis­kus­si­ons­ori­en­tier­ten For­mat, wie dem bei CRA‑W, überzugehen.

Um alle auf die glei­che Seite zu brin­gen, haben wir zunächst jedem die Mög­lich­keit gege­ben, die ers­ten bei­den der oben genann­ten Fra­gen selbst zu beant­wor­ten (die dritte Frage haben wir weg­ge­las­sen, da sich diese Ver­an­stal­tung nicht unbe­dingt nur an Berufs­ein­stei­ger rich­tete). Dann tei­len wir alle in 8 Grup­pen von ca. 6 – 8 Per­so­nen auf und las­sen sie für ca. 15 Minu­ten über ihre Ant­wor­ten dis­ku­tie­ren (obwohl viele leicht noch viel län­ger hät­ten gehen kön­nen!). Als nächs­tes teil­ten wir jeder Gruppe mit, was sie bespro­chen hatte. Schließ­lich gin­gen wir in eine voll­stän­dige Grup­pen­dis­kus­sion über, in der die Leute Rat­schläge gaben und Fra­gen an die Gruppe stell­ten. Das Gespräch lief noch gut, als unsere Zeit abge­lau­fen war !

Im Gro­ßen und Gan­zen sind wir also sehr zufrie­den damit, wie es gelau­fen ist ! Natür­lich kön­nen die Dinge immer bes­ser lau­fen – hier sind ein paar Dinge, die wir beim nächs­ten Mal gerne anders machen würden :

Ver­wen­den Sie eine Uhr, um fest­zu­stel­len, wie lange die Teil­neh­mer ihre Ant­wor­ten auf Fra­gen auf­schrei­ben müs­sen – Zeit ist sehr schwer zu beur­tei­len, wenn Sie vor einer gro­ßen Gruppe von Men­schen ste­hen, ohne etwas zu tun. Wir haben gemes­sen, wie lange wir für die Klein­grup­pen­dis­kus­sio­nen gege­ben haben, und das war defi­ni­tiv nützlich.
Machen Sie deut­lich, dass man in der gesam­ten Grup­pen­dis­kus­sion gerne neue Fra­gen stel­len kann – es gab eine kurze Pause im Gespräch, nach­dem die Ant­wor­ten auf die Start­frage („Was sind einige effek­tive Stra­te­gien zur Erhal­tung des Gleich­ge­wichts?”) erschöpft waren. Glück­li­cher­weise füllte Una-May O’Reilly sie mit einer aus­ge­zeich­ne­ten Frage, wie PIs die Ver­ein­bar­keit von Beruf und Pri­vat­le­ben für ihre Men­tees för­dern kön­nen, aber im Nach­hin­ein hät­ten wir zunächst kla­rer machen sol­len, dass die­ses Gespräch erlaubt war und von der ursprüng­li­chen Frage abwei­chen sollte.
Stel­len Sie eine Art Mecha­nis­mus zur Ver­fü­gung, um nicht zu schnell von einem bestimm­ten Thema abzu­wei­chen – sobald die Leute bemerk­ten, dass sie will­kom­men waren, neue Fra­gen zu stel­len, taten sie dies häu­fig. In man­chen Fäl­len wäre es schön gewe­sen, noch etwas län­ger bei einem bestimm­ten Thema zu blei­ben. Es ist nicht offen­sicht­lich, wie dies zu errei­chen ist, aber es ist wahr­schein­lich eine wei­tere Über­le­gung wert.
Zum Glück haben wir bald Gele­gen­heit, diese Ver­än­de­run­gen aus­zu­pro­bie­ren, denn wir ver­an­stal­ten eine ähn­li­che Ver­an­stal­tung auf dem jähr­li­chen BEACON-Kon­gress ! Komm und sieh es dir an, wenn du da bist !