Die Extrak­ti­ons­chir­ur­gie wird ange­wen­det, wenn eine unmit­tel­bare Gefahr für das Leben des Pati­en­ten besteht und alle ande­ren Behand­lun­gen fehl­ge­schla­gen sind.

Abso­lute Indi­ka­tio­nen für eine Ampu­ta­tion sind

Ampu­ta­tion der Glied­ma­ßen nach einem Trauma, voll­stän­dige oder teil­weise abge­trennte Glied­ma­ßen durch Ver­let­zung ; das Abster­ben der Glied­ma­ßen durch Infek­tion, Erfrie­run­gen, Ver­bren­nun­gen, elek­tri­sche Ver­let­zun­gen, Gefäß­er­kran­kun­gen oder Dia­be­tes ; eine Kom­bi­na­tion aus Schä­den am Kno­chen, gro­ßen Gefä­ßen, Ner­ven und Weich­tei­len über einen län­ge­ren Zeit­raum.

Rela­tive Indi­ka­tio­nen für eine Ampu­ta­tion sind

Wenn die Indi­ka­tion einer Ampu­ta­tion unter Berück­sich­ti­gung des Zustands des Pati­en­ten indi­vi­du­ell gelöst wird. Es sind akute Wund­in­fek­tio­nen, eit­rige Ent­zün­dung tie­fe­rer Haut­schich­ten, schwere eit­rige Arthri­tis, bös­ar­tige Tumore, ver­formte Extre­mi­tä­ten, Läh­mung, ange­bo­rene Fehl­bil­dung, kom­ple­xes aus­ge­dehn­tes Trauma der Extre­mi­tät mit inef­fek­ti­ver rekon­struk­ti­ver Ope­ra­tion.

Die häu­figs­ten Ursa­chen für eine Ampu­ta­tion neben Ver­let­zun­gen sind Gefäß­er­kran­kun­gen, die Min­der­durch­blu­tung und Wund­in­fek­tio­nen ver­ur­sa­chen kön­nen, Kom­pli­ka­tio­nen vom Dia­be­tes mel­li­tus.

Die Pha­sen der Ope­ra­tion

Die Ampu­ta­tion besteht aus meh­re­ren Pha­sen. In der ers­ten Stufe bestimmt der Arzt­rat unter Berück­sich­ti­gung des Zustands des Pati­en­ten den Ampu­ta­ti­ons­grad der unte­ren oder obe­ren Extre­mi­tät, die Zustim­mung zur Ope­ra­tion wird beim Pati­ent ein­ge­holt, soweit es mög­lich ist. Die zweite Stufe ist die Ope­ra­tion. Der Pati­ent wird betäubt, der Chir­urg beginnt mit der Ope­ra­tion und es wer­den Weich­teile auf­ge­schnit­ten. Die Gefäße wer­den ban­da­giert, die Ner­ven­enden ver­ar­bei­tet. Dann trennt der Chir­urg den Kno­chen ab. Es gibt meh­rere Metho­den zur Behand­lung von Kno­chen­schnit­ten, die hel­fen, Kom­pli­ka­tio­nen zu ver­mei­den. In der letz­ten Phase wird der aus Weich­tei­len gebil­dete Stumpf mit einem Haut­lap­pen bedeckt. Die Narbe sollte nicht auf der Auf­la­ge­flä­che lie­gen, da die Haupt­be­las­tung durch die Pro­these am Stump­fende ent­steht.

Die Nach­be­hand­lung nach Ampu­ta­tion der Glied­ma­ßen ist nicht in den Pha­sen der Ope­ra­tion ent­hal­ten, ist aber eine wich­tige Vor­aus­set­zung für den Rück­kehr in den All­tag.

Die Ampu­ta­ti­ons­höhe der unte­ren und obe­ren Extre­mi­tä­ten wird unter Berück­sich­ti­gung der Menge am gesun­den Gewebe indi­vi­du­ell bestimmt. Es ist wich­tig die Funk­tion der Extre­mi­tät maxi­mal zu erhal­ten, einen pro­the­tisch geeig­ne­ten Stumpf zu bil­den, die Ent­wick­lung von Phan­tom­schmer­zen und ande­ren Kom­pli­ka­tio­nen zu ver­hin­dern.

Fol­gen nach einer Ampu­ta­tion mit denen viele Pati­en­ten kon­fron­tiert sind

In den ers­ten Tagen nach der Ampu­ta­tion hat der Pati­ent Schmer­zen in der ope­rier­ten Extre­mi­tät. Nach ein paar Tagen lässt der Schmerz nach. Schwel­lun­gen sind eine nor­male Reak­tion auf Ope­ra­tio­nen, Schä­den und Fremd­kör­per. Die Schwel­lung hält in der Regel paar Wochen nach der Ope­ra­tion an. Phan­tom­schmer­zen sind eben­falls nor­mal. Nach der Ent­fer­nung der Extre­mi­tät kann der Pati­ent diese für eine Weile spü­ren. Phan­tom­schmer­zen kön­nen nach Wochen, Mona­ten und sogar Jah­ren auf­tre­ten. Es wird ange­nom­men, dass die Schmer­zen durch Rei­zung der abge­trenn­ten Ner­ven­enden ent­ste­hen. Eine län­gere Ruhig­stel­lung des Stump­fes oder die Ver­wei­ge­rung der Akti­vi­tät, sei­tens des Pati­en­ten, kann zur Ent­ste­hung einer Kon­trak­tur füh­ren und ver­hin­dert wei­tere Ver­sor­gung des Pati­en­ten mit einer Pro­these.

Reha­bi­li­ta­tion

Zu den Auf­ga­ben der Reha­bi­li­ta­tion gehö­ren die Vor­be­rei­tung des Pati­en­ten und des Stump­fes für eine Pro­these ; die indi­vi­du­elle Anpas­sung der Pro­these ; Erler­nung des Umgangs mit der Pro­these, Schaf­fung von Bedin­gun­gen für eine aktive Teil­nahme am gesell­schaft­li­chen Leben.

Das mag para­dox klin­gen, aber es ist eine Ampu­ta­tion, die für viele Men­schen der Beginn eines neuen akti­ven Lebens, Gleich­ge­sinnte und Freunde zu tref­fen.

Es ist wich­tig klein­schrit­tig zu arbei­ten. Pati­ent muss zuerst ler­nen, wie man mit Unter­stüt­zung durch die Woh­nung geht, dann zu ver­su­chen, die All­tags­dinge zu tun.