Juve­nile idio­pa­thi­sche Arthri­tis

Frühe Anzei­chen und Sym­ptome
Ler­nen Sie die frü­hen Signale, die auf die Sym­ptome Ihres Kin­des hin­wei­sen könn­ten, die sich aus einer rheu­ma­ti­schen Erkran­kung bei Jugend­li­chen erge­ben, ken­nen.

Kleine Kin­der wer­den oft durch Krank­heit oder Müdig­keit geschwächt – der grip­pe­ähn­li­che Virus, der von Spiel­ka­me­ra­den in der Kin­der­ta­ges­stätte über­tra­gen wurde, oder der schmer­zende Arm, der durch einen Sturz auf dem Spiel­platz ver­ur­sacht wurde. Wenn Sym­ptome wie Schmer­zen, Steif­heit oder Fie­ber zu unge­wöhn­li­chen Zei­ten ohne offen­sicht­li­che Ursa­che auf­tre­ten, könnte dies eine juve­nile Arthri­tis (JA) bedeu­ten ? Woran erkennt man den Unter­schied ?

Gele­gent­li­che Schmer­zen

Tra­di­tio­nell wird ein Kind, das sich über gele­gent­li­che schmerz­hafte Gelenke beschwert, als Kind mit „Wachs­tums­schmer­zen” abge­tan, ein vages Phä­no­men, das ver­mut­lich das Ergeb­nis des natür­li­chen Wachs­tums­pro­zes­ses ist. Heute wis­sen wir, dass Sym­ptome von Gelenk­schmer­zen, Schwel­lun­gen, Steif­heit, Müdig­keit oder Krank­heit frühe Signale einer schwe­ren, ent­zünd­li­chen rheu­ma­ti­schen Erkran­kung sein kön­nen, die eine sofor­tige medi­zi­ni­sche Behand­lung erfor­dert.

Meh­rere rheu­ma­ti­sche Erkran­kun­gen betref­fen Kin­der, oft die­je­ni­gen, die zu jung sind sich zu arti­ku­lie­ren. In sol­chen Fäl­len ist es wich­tig, nicht davon aus­zu­ge­hen, dass diese Sym­ptome vor­über­ge­hend sind. Gehen Sie auf jeden Fall mit ihrem Kind zum Arzt. Eine früh­zei­tige medi­ka­men­töse Behand­lung kann schwere, dau­er­hafte Schä­den an den Gelen­ken Ihres Kin­des ver­hin­dern und es ihm ermög­li­chen, trotz jugend­li­cher Arthri­tis eine aktive, erfüllte Kind­heit zu leben.

Zei­chen von juve­ni­ler idio­pa­thi­scher Arthri­tis

Die häu­figste Form der jugend­li­chen Arthri­tis ist die jugend­li­che idio­pa­thi­sche Arthri­tis, frü­her bekannt als jugend­li­che rheu­ma­to­ide Arthri­tis. Kin­der im Alter von zwei Jah­ren kön­nen betrof­fen sein. Andere rheu­ma­ti­sche Erkran­kun­gen bei Kin­dern sind jugend­li­che Der­m­ato­myo­si­tis, jugend­li­che pso­ria­ti­sche Arthri­tis, sys­te­mi­scher Lupus ery­the­ma­to­des und sys­te­mi­sche Arthri­tis oder Still’sche Krank­heit. Bei die­sen Krank­hei­ten ver­sagt das Immun­sys­tem eines Kin­des aus irgend­ei­nem Grund und greift statt­des­sen sei­nen Kör­per an, ins­be­son­dere seine Gelenke.

Schmer­zen

Kin­der kla­gen gele­gent­lich über Schmer­zen in Gelen­ken oder Mus­keln, beson­ders nach einem lan­gen Tag anstren­gen­der Akti­vi­tät. Aber ein Kind mit jugend­li­cher Arthri­tis kann sich über Schmer­zen beschwe­ren, gleich nach­dem es mor­gens oder nach einem Nicker­chen auf­wacht. Ihre Knie, Hände, Füße, Nacken- oder Kie­fer­ge­lenke kön­nen sehr emp­find­lich sein. Schmerz­mit­tel wie Acet­ami­no­phen oder Ibu­profen kön­nen nicht hel­fen. Im Gegen­satz zu Schmer­zen, die durch eine Ver­let­zung oder andere Krank­hei­ten ver­ur­sacht wer­den, kön­nen sich JA-bezo­gene Schmer­zen lang­sam ent­wi­ckeln, und zwar in Gelen­ken auf bei­den Sei­ten des Kör­pers (beide Knie oder beide Füße) und nicht in einem ein­zel­nem Gelenk.

Stei­fig­keit

Ein Kind mit JA kann steife Gelenke haben, beson­ders am Mor­gen. Er kann sei­nen Arm oder sein Bein in der glei­chen Posi­tion hal­ten oder hin­ken. Ein sehr klei­nes Kind kann es schwer haben, nor­male Bewe­gun­gen oder Akti­vi­tä­ten aus­zu­füh­ren, die es kürz­lich gelernt hat, wie das Hal­ten eines Löf­fels. Die JA-bezo­gene Stei­fig­keit kann unmit­tel­bar nach dem Auf­wa­chen schlech­ter sein und sich ver­bes­sern, wenn sich das Kind bewegt.

Schwel­lung

Schwel­lun­gen oder Rötun­gen der Haut um schmer­zende Gelenke herum, sind ein Zei­chen von Ent­zün­dun­gen. Ein Kind wird sagen, dass sich ein Gelenk heiß anfühlt, oder es kann sich sogar bei Berüh­rung warm anfüh­len. Die Schwel­lung kann meh­rere Tage anhal­ten oder kom­men und gehen und kann sich auf Knie, Hände und Füße aus­wir­ken. Im Gegen­satz zu Schwel­lun­gen, die direkt nach einem Sturz oder einer Ver­let­zung wäh­rend des Spiels auf­tre­ten, ist die­ses Sym­ptom ein star­kes Zei­chen dafür, dass es jugend­li­che Arthri­tis hat.

Fie­ber

Wäh­rend Kin­der häu­fig Fie­ber haben, das durch gewöhn­li­che Infek­ti­ons­krank­hei­ten wie die Grippe ver­ur­sacht wird, kann ein Kind mit JA häu­fi­ges Fie­ber haben, das von Unwohl­sein oder Müdig­keit beglei­tet wird. Die­ses Fie­ber scheint aller­dings nicht zusam­men mit den Sym­pto­men von Atem­wegs- oder Magen­in­fek­tio­nen zu kom­men. Das Fie­ber kann plötz­lich auf­kom­men, auch zur glei­chen Tages­zeit, und nach kur­zer Zeit wie­der ver­schwin­den.

Aus­schläge

Viele For­men der jugend­li­chen Arthri­tis ver­ur­sa­chen Aus­schläge auf der Haut. Viele Kin­der ent­wi­ckeln Aus­schläge … die Ursa­chen kön­nen von Gift­efeu bis hin zu Ekze­men oder sogar einer all­er­gi­schen Reak­tion auf ein Medi­ka­ment rei­chen. Aber schwa­che, rosa Aus­schläge, die sich über die Knö­chel, über die Wan­gen und den Nasen­rü­cken oder an Rumpf, Armen und Bei­nen ent­wi­ckeln, kön­nen auf eine schwere rheu­ma­ti­sche Erkran­kung hin­wei­sen. Diese Aus­schläge dür­fen nicht juckend oder näs­send sein und sie kön­nen für Tage oder Wochen anhal­ten.

Gewichts­ab­nahme

Gesunde, aktive Kin­der kön­nen beim Essen mäke­lig sein. Fie­ber : Wäh­rend Kin­der häu­fig Fie­ber haben, das durch gewöhn­li­che Infek­ti­ons­krank­hei­ten wie die Grippe ver­ur­sacht wird, kann ein Kind mit JA häu­fi­ges Fie­ber haben, das von Unwohl­sein oder Müdig­keit beglei­tet wird. Die­ses Fie­ber scheint nicht zusam­men mit den Sym­pto­men von Atem­wegs- oder Magen­in­fek­tio­nen zu kom­men. Das Fie­ber kann plötz­lich auf­kom­men, auch zur glei­chen Tages­zeit, und nach kur­zer Zeit wie­der ver­schwin­den.

Gewichts­ab­nahme

Gesunde, aktive Kin­der kön­nen beim Essen mäke­lig sein und sich wei­gern zu essen, weil sie sagen, dass sie kei­nen Hun­ger haben oder weil sie das ange­bo­tene Essen nicht mögen. Andere Kin­der kön­nen über­mä­ßig essen und an Gewicht zuneh­men. Aber wenn ein Kind müde wirkt, kei­nen Appe­tit hat und eher abnimmt als zunimmt, ist das ein Zei­chen dafür, dass es an jugend­li­cher Arthri­tis lei­den könnte.

Augen­pro­bleme

Augen­in­fek­tio­nen wie Bin­de­haut­ent­zün­dung (Pin­keye) sind bei Kin­dern rela­tiv häu­fig, da sie bak­te­ri­elle Infek­tio­nen wäh­rend des Spiels oder in der Schule leicht auf ein­an­der über­tra­gen. Aber anhal­tende Augen­rö­tun­gen, Schmer­zen oder ver­schwom­me­nes Sehen kön­nen ein Zei­chen für etwas Erns­te­res sein. Einige For­men der jugend­li­chen Arthri­tis ver­ur­sa­chen schwere augen­be­dingte Kom­pli­ka­tio­nen wie Irri­ta­tion, oder Ent­zün­dung der Iris und Uvei­tis, Ent­zün­dung der Mit­tel­schicht des Auges.

Wäh­rend viele frühe Sym­ptome einer jugend­li­chen Arthri­tis leicht mit ande­ren Kin­der­krank­hei­ten oder Ver­let­zun­gen ver­wech­selt wer­den kön­nen, die nicht schwer­wie­gend oder lang anhal­tend sind, ist es für Eltern wich­tig, eine ange­mes­sene Unter­su­chung und Dia­gnose von ihrem Kin­der­arzt zu erhal­ten. Juve­nile Arthri­tis umfasst viele ver­schie­dene Krank­hei­ten, aber ein gemein­sa­mer Nen­ner ist, dass sie schwer­wie­gende, ja sogar lebens­be­droh­li­che Aus­wir­kun­gen auf ein Klein­kind haben kön­nen. Die Dia­gnose durch einen Arzt kann die Ursa­che der Sym­ptome bestim­men, Ver­let­zun­gen oder andere Krank­hei­ten aus­schlie­ßen und Behand­lun­gen vor­schla­gen, die die Sym­ptome lin­dern und es Ihrem Kind ermög­li­chen, zur Schule zu gehen und wie­der mit Freun­den zu spie­len und die Kind­heit zu genie­ßen.

Aber wie immer gilt auch hier, las­sen Sie den Arzt die Dia­gnose stel­len.